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Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (r, CDU) unterhält sich in der Bundeszentrale für politische Bildung mit den Youtubern Nemi El-Hassan (r) und Mirko Drotschmann. Die beiden Youtube-Stars haben Filme zum Thema "Begriffswelten Islam" erstellt.

Gemeinsame Aktion mit der Bundeszentrale für politische Bildung 

YouTube-Stars wollen den Islam näher bringen

Berlin - Bekannte YouTube-Stars erklären den Islam: Mit einem Online-Projekt will die Bundeszentrale für politische Bildung Aufklärung bereiten und gegen Extremismus ankämpfen.

Was steckt hinter dem Begriff Dschihad? Was bedeutet Kalifat? Und ruft der Koran zur Gewalt auf? Gemeinsam mit prominenten YouTubern will die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) mit Erklärvideos im Internet zu einem besseren Verständnis des Islam beitragen. „Wir wollen das Netz nicht dem Hass und den Extremisten überlassen“, erklärte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

Die 16 Videos von bekannten YouTubern wie LeFloid oder Hatice Schmidt, die auf authentische und differenzierte Art aufklärten, richteten sich vor allem an jugen Leute, die kaum mehr traditionelle Medien nutzten. Unterstützt wird das im Oktober gestartete Projekt mit Mitteln der Bundesregierung. In den vergangenen Wochen wurden die Beiträge rund eine halbe Million mal abgerufen. Mirko Drotschmann, der im Netz vor allem unter dem Namen „Mr.Wissen2Go“ bekannt ist, bekräftigte, wie wichtig die Aufklärungsarbeit sei: „Unwissenheit schafft Angst und Angst schafft Hass.“

Projekt "gegen Schwarz-Weiß-Interpretationen und Extremismus"

Die junge Muslima Nemi El-Hassan („Datteltäter“) erklärt etwa in einem YouTube-Video was der oft als „Heiliger Krieg“ übersetzte Begriff Dschihad historisch und für sie persönlich bedeutet. „Dschihad heißt menschlich zu sein und zu bleiben (...), sich nicht einnehmen zu lassen von Gier und Eigensucht“, sagt die Poetry Slammerin. „Also hören wir an den Wirrköpfen auf beiden Seiten Glauben zu schenken und fangen wir an einander zuzuhören mit offenen Herzen.“ El-Hassan erzählt aber auch, dass auf Grund ihres Engagements schon Anfeindungen von beiden Seiten ertragen musste - von radikalen Muslimen und Rechtsextremen.

„Das Projekt wendet sich gegen Schwarz-Weiß-Interpretationen und gegen Extremismus“, sagte de Maizière. Die große Herausforderung sei aber, nicht nur diejenigen zu anzusprechen, die ohnehin interessiert und aufgeklärt seien. Die Frage sei vielmehr: „Wie erreichen wir die, die zweifeln, die fast verloren sind für den Zusammenhalt der Gesellschaft?“

dpa

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