Merkel, Flüchtlinge
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Immer mehr Bürger sind mit Angela Merkels Umgang mit der Flüchtlingsfrage unzufrieden.

ZDF-Politbarometer

Flüchtlingskrise: Merkel verliert immer mehr an Zustimmung

Berlin - Nach der Silvester-Gewalt in Köln wachsen in der Bevölkerung die Zweifel, ob Deutschland die Flüchtlingskrise bewältigen kann. Besonders Angela Merkel steht in der Kritik.

Eine Mehrheit der Bundesbürger fürchtet laut dem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer", dass die Zahl der Flüchtlinge nicht zu verkraften sei. Unzufrieden sind die meisten Deutschen auch mit der Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in dieser Frage.

Erstmals ist im "Politbarometer" eine klare Mehrheit von 60 Prozent der Ansicht, dass Deutschland die hohe Zahl an Flüchtlingen nicht verkraften kann. Im Dezember waren es nur 46 Prozent gewesen. Nur noch 37 Prozent halten momentan den Zuzug für verkraftbar, nachdem dies Ende 2015 noch 51 Prozent der Befragten angenommen hatten.

Deutsche durch Übergriffe verunsichert

Ein Drittel (33 Prozent) der Befragten gab an, dass die Vorfälle in der Silvesternacht in Köln und anderen Städten ihre Einstellungen in der Flüchtlings- und Asylfrage wesentlich verändert haben. Jedoch geben zwei Drittel (66 Prozent) an, dass das Geschehen keinen wesentlichen Einfluss auf ihre Bewertung hat.

In der Silvesternacht hatte es am Kölner Hauptbahnhof massive sexuelle Übergriffe auf Frauen und weitere Straftaten gegeben, die nach bisherigen Erkenntnissen vor allem von Migranten verübt wurden. Auch in anderen Städten hatte es ähnliche Vorfälle gegeben, allerdings nicht in dem gleichen Ausmaß wie in Köln.

In den vergangenen Wochen wuchs auch die Unzufriedenheit mit der Politik von Kanzlerin Merkel in der Flüchtlingskrise. Eine klare Mehrheit von 56 Prozent der Befragten meint, dass Merkel in diesem Bereich ihre Arbeit eher schlecht macht. Nur noch 39 Prozent bewerten ihre Politik in diesem Bereich positiv. Im Dezember waren die Deutschen in dieser Frage noch gespalten.

Vertrauen in Merkel schwindet

Die Kanzlerin verlor auch bei der Bewertung der zehn wichtigsten Politiker deutlich an Zustimmung. Auf einer Skala von plus fünf bis minus fünf kam sie nur noch auf einen Wert von 1,0, nachdem sie im Dezember noch bei 1,7 gelegen hatte. Sie lag damit auf dem vierten Platz. Angeführt wurde die Rangliste weiterhin von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit einem Wert von 2,0, gefolgt von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit ebenfalls 2,0 und dem CDU-Politiker Wolfgang Bosbach mit 1,7.

Die rechtspopulistische AfD legte derweil in der Wählergunst zu. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würde die Partei elf Prozent der Stimmen erreichen und sich damit im Vergleich zur Umfrage im Dezember noch einmal um zwei Prozentpunkte verbessern. CDU/CSU würden dagegen zwei Punkte verlieren, mit 37 Prozent aber klar stärkste Kraft bleiben.

Die SPD verharrt in der Umfrage bei 24 Prozent. Die Grünen bleiben unverändert bei zehn Prozent, die Linkspartei verliert einen Punkt und liegt bei acht Prozent. Die FDP würde einen Punkt zulegen und mit fünf Prozent knapp den Wiedereinzug in den Bundestag schaffen. Für das "Politbarometer" befragte die Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag 1203 Wahlberechtigte.

AFP

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