Beate Zschäpe und ihr Anwalt Mathias Grasel.

Nebenklage-Skandal

Zschäpe-Anwälte verlangen Aufklärung

München - Die Affäre um die nicht existierende Nebenklägerin „Meral Keskin“ hat ein Nachspiel im Münchner NSU-Prozess.

Drei der vier Verteidiger der Hauptangeklagten Beate Zschäpe haben den Senat am Mittwoch aufgefordert, zu erklären, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass die falsche Nebenklägerin zum Prozess zugelassen werden konnte. Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl und zwei weitere Mitglieder des Senats sollten dazu „dienstliche Erklärungen“ abgeben.

Rechtsanwalt Wolfgang Heer verwies darauf, dass die Bundesanwaltschaft bereits vor Beginn des Prozesses im Mai 2013 den Verdacht geäußert habe, „Meral Keskin“ existiere möglicherweise nicht. Schon damals habe es den Verdacht gegeben, das Attest, das Rechtsanwalt Ralph Willms in ihrem Namen vorlegte, könne gefälscht sein. Das Gericht sei der „Anregung“ der Bundesanwaltschaft nach weiterer Ermittlung aber nicht gefolgt.

Die Vernehmung eines Mitgründers der „Kameradschaft Jena“ verzögerte sich in dem Verfahren vor dem Oberlandesgericht zunächst. Dieser Gruppe gehörten in den 1990er Jahren auch die drei späteren mutmaßlichen Rechtsterroristen Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt an. Zschäpe muss sich für die Verbrechensserie des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ verantworten, zu der zehn Morde und zwei Sprengstoffanschläge gehören.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ticker: Selbstmordanschlag in Istanbul - Bereits 28 Tote

Istanbul - Wieder erschüttert ein Terroranschlag die türkische Metropole Istanbul. Diesmal richten Selbstmordattentäter ein Blutbad am Atatürk-Flughafen an - dort, wo …
Ticker: Selbstmordanschlag in Istanbul - Bereits 28 Tote

Nach Brexit-Votum: Europa drängt London zum Handeln 

Brüssel - Die britische Absage an die EU hat den Kontinent erschüttert. Wie geht es nun weiter? Noch-Premier Cameron hofft auch weiter auf gute Beziehungen. Doch die …
Nach Brexit-Votum: Europa drängt London zum Handeln 

Kretschmann beim Fastenbrechen: Der Islam gehört zu Deutschland

Stuttgart - Eine Woche vor Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bei einem Treffen mit Muslimen die …
Kretschmann beim Fastenbrechen: Der Islam gehört zu Deutschland

Ticker zum EU-Gipfel: Schulz dämpft Schottlands Erwartungen

London - Die Briten haben für einen Austritt aus der EU gestimmt. Die Folgen des Brexit klären nun die Staatschef bei einem EU-Gipfel in Brüssel. Wir berichten im …
Ticker zum EU-Gipfel: Schulz dämpft Schottlands Erwartungen

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion