+
Die Zustimmung zur Asyl- und Flüchtlingspolitik von Merkel und Seehofer ist der Umfrage zufolge gleich groß.

Flüchtlingspolitik spaltet die Nation

Zustimmung zu Arbeit der Koalition sinkt deutlich

Berlin - Die Deutschen sehen die Arbeit der Bundesregierung zunehmend kritisch. Die Asyl- und Flüchtlingspolitik von Merkel und Seehofer findet die gleiche Zahl von Anhängern. 

In dem am Donnerstag veröffentlichten "Deutschlandtrend" der ARD bewerteten nur noch 42 Prozent der Befragten die Leistung der Koalition positiv, das waren sechs Prozentpunkte weniger als im Vormonat. Der Wert erreichte damit das niedrigste Niveau seit der letzten Bundestagswahl vor zwei Jahren. 57 Prozent zeigten sich weniger oder gar nicht zufrieden, dies war ein Plus von sechs Punkten.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die von ihr geführte CDU verloren weiter an Zuspruch. In der Sonntagsfrage büßte die Union drei Punkte ein und kam auf 37 Prozent. Kanzlerin Merkel erreichte einen persönlichen Zustimmungswert von nur noch 49 Prozent. Dies waren fünf Prozentpunkte weniger als im Vormonat und 26 Prozentpunkte weniger als noch im April.

Der Koalitionspartner SPD konnte davon nicht profitieren, er blieb in der Sonntagsfrage unverändert bei 24 Prozent. Deutlich zulegen konnte die rechtsgerichtete AfD: Sie gewann zwei Punkte und landete bei acht Prozent. Die Grünen erreichten elf Prozent (plus eins), Linke und FDP blieben unverändert bei neun beziehungsweise fünf Prozent.

Beliebtester Politiker war Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit 68 Prozent (plus vier). Es folgten Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit 67 Prozent (plus zwei) und CSU-Chef Horst Seehofer mit 45 Prozent (plus sechs). SPD-Chef Sigmar Gabriel erreichte 43 Prozent Zustimmung (minus vier).

Bei der Frage nach der Zufriedenheit mit den Politikern ging es nicht um die konkreten Gründe für die Entscheidung. Ob es einen unmittelbaren Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik gibt, ist also unklar.

Flüchtlingspolitik spaltet die Deutschen

Die Zustimmung zur Asyl- und Flüchtlingspolitik von Merkel und Seehofer ist der Umfrage zufolge gleich groß: 39 Prozent der Befragten äußern sich zufrieden mit Merkels Kurs, genauso viele stimmten Seehofers Linie zu. Zugleich äußerten sich aber 60 Prozent weniger oder gar nicht zufrieden mit Merkels Flüchtlingspolitik. Bei Seehofer beträgt dieser Wert 56 Prozent.

Die große Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge bereitet der Erhebung zufolge 50 Prozent der Befragten Angst. 48 Prozent gaben an, keine Angst zu empfinden. 75 Prozent hielten es demnach für richtig, ein Gesetz einzuführen, das regelt, wie Zuwanderer auf deutsche Grundwerte verpflichtet werden können. 71 Prozent sprachen sich für eine Obergrenze beim Zuzug von Flüchtlingen aus. Nur 17 Prozent hielten es aber für richtig, zur Abwehr von Flüchtlingen einen Zaun an der Grenze zu Österreich zu bauen.

Die fremdenfeindliche Pegida-Bewegung stößt bei den meisten Befragten auf Ablehnung. Nur 17 Prozent äußerten Verständnis für die Pegida-Märsche; im Januar waren es noch 22 Prozent. Die meisten Sympathien für Pegida gab es mit 83 Prozent bei den Anhängern der AfD. Bei der Linkspartei waren es 15 Prozent, bei der Union 13 Prozent, bei der SPD fünf Prozent und bei den Grünen zwei Prozent.

AFP/dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rousseff: "Staatsstreich" gegen mich

Brasilia (dpa) - Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hat im Amtsenthebungsverfahren gegen sie alle Vorwürfe zurückgewiesen und vor einem Bruch der brasilianischen …
Rousseff: "Staatsstreich" gegen mich

Gurbanguly Berdimuhamedow: So tickt der turkmenische Präsident

Aschgabat/Berlin - In Turkmenistan herrscht ein Präsident, der dutzende Bücher schreibt, sich feiern lässt und edle Pferde züchtet. Von Einnahmen aus den Gasverkäufen …
Gurbanguly Berdimuhamedow: So tickt der turkmenische Präsident

Maas plant Auskunftspflicht für Mütter über leiblichen Vater

Wenn der rechtliche Vater eines Kindes nicht der biologische Vater ist, gibt es oft Probleme. Auch juristischer Art. Bald soll die Mutter Auskunft geben müssen.
Maas plant Auskunftspflicht für Mütter über leiblichen Vater

CDU geht mit Sigmar Gabriel hart ins Gericht 

Berlin - "Eiertanz" und "bodenlose Unverschämtheit": Ausführlich und mit harten Worten hat die CDU am Montag Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel attackiert.
CDU geht mit Sigmar Gabriel hart ins Gericht 

Kommentare