Trauernde nach den Anschlägen von Paris. Gut zwei Drittel der Deutschen rechnen mit Anschlägen, wie denen, die am 13. November Paris erschütterten. Foto: Etienne Laurent/Archiv
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Trauernde nach den Anschlägen von Paris. Gut zwei Drittel der Deutschen rechnen mit Anschlägen, wie denen, die am 13. November Paris erschütterten. Foto: Etienne Laurent/Archiv

Zwei Drittel rechnen 2016 mit Anschlag in Deutschland

Seit den Anschlägen von Paris ist auch in Deutschland die Angst vor Terror gestiegen. Auf den Weihnachtsmärkten blieb es ruhig. Für viele Bürger ist die Gefahr damit nicht vorüber. Bei der großen Silvester-Feier in Berlin sorgen mehr Polizisten für Sicherheit.

Berlin (dpa) - Zwei Drittel der Bundesbürger rechnen mit einem Anschlag der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Deutschland im nächsten Jahr. Nur 17 Prozent glauben nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für die Deutsche Presse-Agentur nicht daran.

Weitere 17 Prozent machten keine Angaben. Deutschland ist bisher von größeren islamistischen Terroranschlägen verschont geblieben. Am 13. November waren bei einem Anschlag des IS in Paris 130 Menschen getötet worden. Als Reaktion darauf beteiligt sich Deutschland nun an den Luftangriffen gegen den IS in Syrien und im Irak. YouGov befragte zwischen dem 21. und 23. Dezember 2031 Bundesbürger.

Mit erhöhter Polizeipräsenz findet am Donnerstagabend in Berlin Deutschlands größte Open-Air-Silvesterparty statt. Mehrere Hunderttausend Menschen werden auf der Feiermeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule erwartet. Zwar gibt es nach Polizeiangaben keine Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen in der Hauptstadt. Es herrsche aber eine hohe abstrakte Gefährdung. Mehr Polizisten seien im Einsatz als im Vorjahr - insbesondere rund um die zentrale Feier. Dort sollen 900 Beamte für Sicherheit sorgen, 150 mehr als vergangenes Silvester.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) geht davon aus, dass die Terrorgefahr in Deutschland auf absehbare Zeit hoch bleibt. Der Minister sprach bei der Vorstellung einer neuen Spezialeinheit der Bundespolizei zur Terror-Abwehr Mitte Dezember von einem neuen Tätertyp, auf den sich Sicherheitsbehörden einstellen müssten - hochaggressiv, mit schweren Waffen. Es könnten Einzeltäter, Gruppen oder Rückkehrer aus dem IS-Kampf sein, die Anschläge verüben wollten.

Die Deutschen müssen nach Ansicht von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius lernen, dauerhaft mit einer latenten Anschlagsgefahr durch islamistische Terroristen umzugehen. "Wir stehen im Fadenkreuz des sogenannten IS als Unterstützer der Front gegen ihn", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Der Terrorismus sei unberechenbarer geworden. "Sie haben es ganz bewusst auf die allgemeine Bevölkerung abgesehen, um Angst zu schüren und uns zu veranlassen, unsere Werte infrage zu stellen." Davor dürfe die Gesellschaft aber nicht in die Knie gehen, forderte Pistorius.

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