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Aus dem Bilderbuch: Der Sonnenuntergang am Strand von Curaçao.

ABC-Inseln: Drei Holländer in der Karibik

Wie alle Karibikinseln punkten sie natürlich mit Sonne, Traumstränden, Palmen und Meer. Das Besondere an Aruba, Bonaire und Curaçao, den ABC-Inseln, aber ist ihre koloniale niederländische Vergangenheit...

...die sie keineswegs verstecken, sondern sich kokett damit schmücken. Roswitha Diemer nahm die drei Holländer in der Karibik genauer unter die Lupe.

KARIBIK INSEL ARUBA

Aruba: Royal Plaza Mall in Arubas Hauptstadt Oranjestad

Aruba ist die kleinste der drei ABC-Inseln, aber auch die lebhafteste. Sie ist 30 Kilometer lang, neun Kilometer breit und überwiegend flach. Höchster Berg ist der Jamanota mit 188 Metern. Den Westen der Insel zeichnen kilometerlange weiße Strände aus, während der Osten durch eine bizarre Felsküste geprägt ist.
NATUR: Üppige Kakteen, Aloepflanzen und die unverwechselbare Silhouette der windkrummen Divi-Divi-Bäume prägen die Landschaft Arubas. 18 Prozent der Inselfläche stehen unter Naturschutz. Viele verschiedene Pflanzen- und Vogelarten gibt es im Arikok-Nationalpark im Süden der Insel zu bestaunen.

WER HIER LEBT: Zum Beispiel Castro Perez, Mitbegründer des Aruba Reef Care Projekts, das seit 17 Jahren Einheimische, aber auch Urlauber zur Pflege und zum Schutz der Strände auf den Plan ruft. Im letzten Jahr hatten sich daran mehr als 850 Menschen beteiligt. Wer als Urlauber selbst mitmachen will, kann Castro eine Mail schicken an die Adresse c.perez@aruba.com.

Windsurfer am Strand von Aruba - die Karibikinsel ist auch ein Paradies für Beachboys.

STRANDTIPP: An der Süd- und Westküste Arubas findet man kilometerlange Sandstrände. Dank der kontinuierlichen Passatwinde ist die Insel einer der weltweit beliebtesten Orte für Windsurfer. Im Juni wetteifern sie am berühmten Fisherman’s Hut bei den Aruba Hi-Winds. An der Nordwestspitze Arubas steht das California Lighthouse, ein alter Leuchtturm. Hier geht die zerklüftete Felsenküste in eine sanfte Dünenlandschaft über.

HOTELTIPP: Das Bucuti Beach Resort an einem der schönsten Strände von Aruba hat sich auf Hochzeitsurlauber spezialisiert. Überall am Strand stehen weiße Baldachine, unter denen Pärchen im Schein von brennenden Fackeln romantisch dinieren können.

KULINARISCH: Zum Bucuti Beach Resort gehört das Strand- Restaurant Pirates Nest, das architektonisch einer holländischen Galeone aus dem 16. Jahrhundert nachempfunden ist. Egal, ob man zum Champagnerfrühstück kommt oder sich abends fangfrischen Fisch oder ein saftiges Steak servieren lässt – die romantische Atmosphäre und die gelöste Stimmung spiegeln das einmalige Lebensgefühl der Karibik wider.

SUNDOWNER-TIP: Am schönsten Palmenstrand der Insel eröffnete vor kurzem die zum Divi Aruba Phoenix Beach Resort gehörende Purebeach-Lounge. Der Name ist Programm. Das Mobiliar ist in purem Weiß gehalten, dazu das azurblaue Meer im Blick – eine bestechende Kombination!

UNBEDINGT MACHEN: Die Natural Bridges an der Ostküste sind vom Meerwasser ausgespülte Brücken der Karibik. Draufsteigen und ein Erinnerungsfoto knipsen!

SOUVENIRS: Besonders in den Andenkenläden von Oranjestad zeigt sich die holländische Vergangenheit Arubas. Verkaufsschlager sind nämlich Holzschuhe – und Windmühlen in kunterbunten Farben. Typisch karibisch eben.

kARIBIK INSEL BONAIRE

Bonaire ist ein Paradis für Taucher.

Knapp 300 Quadratkilometer ist Bonaire nur groß, aber die eigentliche Bedeutung der Insel entdecken Urlauber ohnenhin nicht an Land, sondern sondern unter Wasser. Bonaire ist ein Tauchparadies, und das bekundet die Insel auch auf ihren Autokennzeichen. Keines, auf dem nicht „Diver‘s Paradise“ steht.

NATUR
: Als erster Nationalpark der Niederländischen Antillen entstand 1969 im Norden der Insel der Washington Slagbaai Nationalpark auf 5600 Hektar. An den Ufern des Lake Goto, der in einer Talsenke liegt, kann man rosa Flamingos beobachten, die durch’s Wasser stelzen.

WER HIER LEBT
: Überall auf der Insel haben Aussteiger und Individualisten aus der ganzen Welt eine zweite Heimat gefunden, etwa der Niederländer Jan, der eine Windsurf- Schule am Sorobon- Beach betreibt. Oder die beiden Norweger Janga und Mayra Coffie-Molina, die aus dem einzigen Kino der Insel im Städtchen Rincon ein kleines Theater machen wollen. Daneben haben sie vor einigen Jahren eine kleine Kaktus-Likör-Fabrik aufgebaut (www.cadushy.com). In nahezu jedem Garten in Rinchon, dem ältesten Ort Bonaires, steht ein alter Cadushy-Baum.

STRANDTIPP: Sorobon Beach im Südosten. Das ist Karibik pur.

HOTELTIPP: Die großzügige Anlage des Plaza Resort Bonaire an der Westküste ist ideal für Taucher und liegt an einem Sandstrand mit Korallenriff und Lagune. Das bestens ausgerüstete Tauchzentrum beim Hotel bietet einen guten Ausgangspunkt für Land- und Bootstauchgänge. Buchbar über TUI, ab 1349 Euro pro Woche mit Flug.

KULINARISCH: Das Rose Inn in Rincon ist bei den Einheimischen ein Geheimtipp. Für Touristen bietet es die Gelegenheit, die authentische lokale Küche zu erleben. Zu den typischen Gerichten zählt ein Fladenbrot namens Funchi, das aus Getreidemehl hergestellt wird. Besonders beliebt dazu: eine Iguana-Soup, hergestellt aus Echsenfleisch. Wer’s weniger exotisch mag, für den bereitet die fröhliche Wirtin Rose auch gern einen köstlichen Red Snapper vom Grill zu.

SUNDOWNER-TIP: Bei einem eisgekühlten Bier treffen sich Einheimische und Urlauber in einer der beliebtesten Bars der Insel, in der Coconut Crash Beach Bar am Strand des Plaza Resorts. Happy Hour ist zweimal am Abend, nämlich zwischen 17 und 18 Uhr und von 21 bis 22 Uhr.

UNEBDINGT MACHEN: Der Kontrast zum üppigen Nationalpark im Norden sind die Salinen tief im Süden Bonaires. Es ist eine bizarre Welt mit ihren weißen Salzkegeln und den kleinen Sklavenhäuschen, die immer noch mitten in dieser weißen Wüste stehen. Die Holländer hatten im 17. Jahrhundert mit der Salzgewinnung auf Bonaire begonnen.

SOUVENIR: Passt zwar nicht auf den VW Golf daheim, ist aber eine nette Erinnerung: Das Bonaire- Autokennzeichen mit der Aufschrift Diver’s Paradise gibt’s für ein paar Euro in jedem Souvenirladen.

KARIBIK INSEL CURAÇAO

Auf Curacao können Kinder mit Delfinen schwimmen - ganz gleich, ob aus Spaß oder mit therapeutischem Hintergrund.

Der Name ist vom spanischen Wort „Coracon“ – Herz – abgeleitet. Vielleicht, weil schon viele Besucher ihr Herz an die mit 444 Quadratkilometern größte Insel der ehemaligen Niederländischen Antillen verloren haben. Die Kolonialarchitektur im Zentrum von Willemstad gehört zum Unesco-Kulturerbe.

NATUR
: In Band’ariba im Osten der Insel befindet sich der Kräutergarten von Dinah Veeris, ein Muss für alle, die sich für Naturheilmittel und Kräuter interessieren. Viele lokale Pflanzenarten werden hier gezüchtet und für den medizinischen Gebrauch katalogisiert. Die Kräuterfrau ist eine Institution auf der Insel. Der Name ihres Gartens, „Den Paradera“, bedeutet so viel wie „der Platz, an dem du dich zu Hause fühlst“. www.dinahveeris.com.

WER HIER LEBT: Knapp 150 000 Einwohner, darunter zum Beispiel Nena Sanchez, eine der bekanntesten Künstlerinnen der Insel. Ihre farbenfrohen Bilder, die man in Galerien in Willemstad (im Stadtteil Punda) und am Flughafen findet, sind ein Spiegelbild der Insel. www. nenasanchez.com.

STRANDTIPP: Barbara Beach im Südosten ist ein Schnorchelparadies mit glasklarem Wasser, das in allen Türkisschattierungen glitzert und einem Fischreichtum wie in einem Riesenaquarium.

HOTELTIPP: Strand, Spiel und süße Träume liegen im Designhotel Renaissance Curaçao Resort & Casino am Hafen von Willemstad auf engstem Raum beisammen. Denn zu der Anlage mit einem 3000 Quadratmeter großen Beachclub gehört auch ein Spielcasino. Las Vegas mitten in der Karibik.

KULINARISCH: In einem Kolonialgebäude in Curaçaos Hauptstadt Willemstad befindet sich Angelica’s Kitchen. Die Chefin ist der Johann Lafer der Karibik, eine bekannte und beliebte Fernsehköchin. Bei ihren Workshops erfährt man alles über die authentische karibische Küche. Dazu gibt’s rasante Salsa-Tanzeinlagen der vielen Helferinnen. Info: www.angelicas-kitchen.com.

SUNDOWNER-TIP: Natürlich muss es ein Blue Curaçao sein, der OrangenlikörausdenSchaleneiner für die Insel charakteristischen Pomeranzen-Sorte. Über seine Herstellung kann man sich im Herrenhaus von Chobolobo informieren. Info zu Führungen mit Verköstigung: www.curacaoliqueur.com.

UNBEDINGT MACHEN: Ein Besuch der Dolphin Academy, der lustigsten Schule der Welt, wie sich dieser Teil des Sea Aquariums an der Südküste in der Nähe des Mambo Beach selbst nennt. Unter Anleitung der Delfin-Trainer haben Kinder wie Erwachsene die Möglichkeit, vom Beckenrand aus die samtweiche Haut der Delfine anzufassen, ihnen zuzusehen, wie sie ihre Kunststücke machen, sie zu streicheln und ihnen ein feuchtes Küsschen auf die Nase zu geben.

SOUVENIRS: Aloe-Vera-Saft und Tees aus dem kleinen Kräuterladen von Dinah Veeris. Eindeutiger Verkaufsschlager ist der so genannte Love Tea.

DIE REISE-INFOS ZU DEN ABC-INSELN

ABC-Inseln Aruba, Bonaire und Curaçao liegen vor der Küste Venezuelas.

REISEZIEL: Die ABC-Inseln Aruba, Bonaire und Curaçao liegen vor der Küste Venezuelas und gehören zu den „Inseln unter dem Wind“. Die Architektur ihrer Städte ist geprägt durch die koloniale niederländische Vergangenheit. Aruba und Curaçao sind heute autonome Staaten innerhalb des Königreichs der Niederlande, Bonaire gehört als Besondere Gemeinde direkt zu den Niederlanden.

ANREISE Mit KLM: über Amsterdam nach Aruba, ab ca. 880 Euro. Inselkombinationen mit Dutch Antilles Express (DAE). Preisbeispiel Aruba-Curaçao und zurück: 168 Euro. Buchbar z. B. über Dertour.

REISEZEIT/KLIMA: Tropisches Klima mit Durchschnittstemperaturen von 27 Grad. Aruba, Bonaire und Curaçao sind eher niederschlagsarm, was sich in der kargen Vegetation zeigt. Aruba gilt zudem als Geheimtipp in der Karibik, da die Insel außerhalb des Hurrikan-Gürtels liegt.

REISETYP: Alle drei Inseln passen nicht in das klassische Karibik-Klischee und sind ideale Ziele für Naturliebhaber, die lieber Singvögeln als Steelbands zuhören.

WOHNEN: Eine gute Auswahl an Hotels für die Inseln findet man im TUI-Katalog. Preisbeispiel: Bucuti Beach Resort, Aruba, Ü/F ab 1399 Euro pro Woche mit Flug.

WEITERE INFOS: Im Internet unter www.aruba.de, www.visitbonaire.tv und www.curacao.com. Curaçao- Repräsentanz in München: Tel. 089/51 70 32 98.

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