Am Ende kommen sie doch endlich hervor: zwei junge Elefantenbullen. Foto: Dr. Bernd Kregel
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Am Ende kommen sie doch endlich hervor: zwei junge Elefantenbullen. Foto: Dr. Bernd Kregel
Der Akagera-Nationalpark in Ruanda ist ideal für Afrika-Neulinge. Foto: Rwanda Tourism
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Der Akagera-Nationalpark in Ruanda ist ideal für Afrika-Neulinge. Foto: Rwanda Tourism
Ausblicke wie aus dem Bilderbuch: So stellen sich viele eine Tour durch Afrika vor. Foto: Nina Zimmermann
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Ausblicke wie aus dem Bilderbuch: So stellen sich viele eine Tour durch Afrika vor. Foto: Nina Zimmermann
In der Kilala-Ebene grast eine Büffel-Herde - einige Tiere werfen neugierige Blicke auf die Touristen. Foto: Nina Zimmermann
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In der Kilala-Ebene grast eine Büffel-Herde - einige Tiere werfen neugierige Blicke auf die Touristen. Foto: Nina Zimmermann
Giraffen, Zebras und Impalas - solch&#39 ein Bild wünschen sich Afrika-Besucher auf einer Safari. Foto: Nina Zimmermann
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Giraffen, Zebras und Impalas - solch' ein Bild wünschen sich Afrika-Besucher auf einer Safari. Foto: Nina Zimmermann
Sie beobachten die Besucher ganz genau: Am Wegesrand sitzen Paviane zusammen. Foto: Nina Zimmermann
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Sie beobachten die Besucher ganz genau: Am Wegesrand sitzen Paviane zusammen. Foto: Nina Zimmermann
Guide Bosco (l) und Fahrer Vincent bringen den Touristen den Nationalpark näher. Foto: Nina Zimmermann
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Guide Bosco (l) und Fahrer Vincent bringen den Touristen den Nationalpark näher. Foto: Nina Zimmermann
Der Blick fällt auf eine weite Landschaft, dazwischen trotten unbeirrt zwei Zebras durch den Nationalpark. Foto: Nina Zimmermann
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Der Blick fällt auf eine weite Landschaft, dazwischen trotten unbeirrt zwei Zebras durch den Nationalpark. Foto: Nina Zimmermann

Afrika für Einsteiger: Der Akagera-Nationalpark in Ruanda

Afrika-Besucher träumen meist davon, die großen wilden Tiere des Kontinents zu sehen. Einen sanften Einstieg für Neulinge bietet der Akagera-Nationalpark im Osten Ruandas.

Kigali (dpa/tmn) - Am Ende hat es noch geklappt: Nach mehr als neun Stunden im Allrad-Toyota, nach holprigen Wegen und luftigen Höhenzügen zeigen sie sich endlich: zwei junge Elefantenbullen am Ufer des Ihema-Sees. Ein Glücksmoment am Ende der Tour durch den Akagera-Nationalpark im Osten Ruandas.

Der Akagera-Nationalpark in Ruanda ist eines der landschaftlich schönsten Savannen-Reservate Afrikas. Für Neulinge auf dem Kontinent ist der Park ideal.

Im Akagera-Nationalpark gibt es nicht nur Elefanten zu sehen. Knapp zehn Stunden dauert eine große Rundtour von der "Akagera Game Lodge" am südlichen Ende zur Kilala-Ebene im Norden. Es gibt zwei Hauptrouten durch den Park: der Weg entlang der Westgrenze, der sich über eine niedrige Bergkette bis hinter die Kilala-Ebene im Norden schlängelt, und die Lake-Shore-Road, die an den zahlreichen Seen mittig von Nord nach Süd durch den Park führt.

Noch im dicht bewachsenen Buschland ein paar Kilometer hinter der Lodge sind die ersten Büffel mit ihren geschwungenen Hörnern zu sehen, sie liegen in kleinen Wasserlöchern. "Büffel kommen gern zu solchen matschigen Stellen", erklärt Bosco. "Dort kühlen sie sich ab, außerdem hält der Matsch die Fliegen fern." Ganz in der Nähe stehen ein paar Defassa-Wasserböcke, eine afrikanische Antilopen-Art, die vor allem südlich der Sahara heimisch ist. "Sie verströmen einen ziemlichen Gestank, wenn sie attackiert werden", sagt der Guide.

Der 25-Jährige ist einer von 24 freiberuflichen Fremdenführern aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Er hat sich in einem harten Auswahlverfahren gegen 200 Mitbewerber für einen der wenigen Ausbildungsplätze durchgesetzt. Wilderer seien ein großes Problem gewesen, das inzwischen eingedämmt sei, erzählt er.

Je weiter es nach Norden geht, desto lichter wird die Vegetation. Die Gegend wandelt sich zu einer savannenartigen Graslandschaft mit trapezförmigen Akazien-Bäumen. Dort zeigen sich die Topi-Antilopen mit rotbraunem Körper, braunschwarzen Hinterbacken und kurzen geriffelten Hörnern. Das weiße Fell an den Beinen sieht aus, als würden die Tiere Kniestrümpfe tragen.

Nach zwei Stunden Fahrt entlang der Westgrenze des Parks ist auf 1825 Metern der höchste Punkt erreicht: Mutumba Hills. Dort gibt es ein paar Feuerstellen, ein Toiletten- und ein Wetterschutzhäuschen. In der Nähe ist außerdem für Notfälle eine Park-Ranger-Station. "Hier oben campen gern europäische Besucher", erzählt Bosco. "Es ist kühl, es geht immer ein Wind, es gibt keine Moskitos, und man ist morgens schnell bei den Tieren in der Kilala-Ebene".

Auf dem Weg hinab sind nicht nur Impala-Antilopen, sondern auch Oribis zu sehen - kleine, scheue, rehbraune Gazellen. Und dann sind sie endlich da: unzählige Zebras mit Streifen, so individuell wie ein menschlicher Fingerabdruck. Sie stehen im Gebüsch, unter Bäumen oder mitten im Weg, in Gruppen, allein, paarweise, grazil und durch kaum etwas aus der Ruhe zu bringen.

Vorbei an Kandelaber-Kakteen und buschigen Bäumen geht es in die große offene Steppe, ins Grasland. In der Ferne sind Giraffen zu sehen. Sie waren nicht immer heimisch im Akagera-Park. "1986 kamen sechs Masai-Giraffen als Geschenk aus Süd-Kenia her", sagt Bosco. "Es war ein Experiment, um zu sehen, ob sie auch hier zurechtkommen." Das scheint geglückt: Heute leben schon 70 Tiere im Akagera.

Dann geht es wieder in Richtung Süden des Parks. Noch mehr Antilopen, Gazellen und Warzenschweine sind zu sehen, dazu Mungos, Schwalben, Perlhühner, Vögel mit grün-bläulich glänzendem Gefieder und rötlichen Flügeln, gelbe und weiße Schmetterlinge, einige Grünmeerkatzen. Zum echten Wildlife-Glück an diesem Tag fehlt bis zum Schluss noch der Elefant. Kurz vor der Rückkehr zur "Akagera Game Lodge" macht Vincent noch einen kleinen Abstecher runter zum See. Da stehen zwei Bullen in freier Wildbahn. Erst jetzt bin ich wirklich in Afrika gewesen, denkt der Besucher aus Europa.

Informationen zum Akagera-Nationalpark (eng.)

Anreise: Zum Beispiel mit Brussels Airlines über Brüssel oder Turkish Airlines über Istanbul nach Kigali, dann weiter per Mietwagen zum Parkeingang bei Kabarondo.

Reisezeit: Das Klima in Ruanda ist mit selten mehr als 30 Grad das ganze Jahr relativ angenehm. Die lange Trockenzeit dauert von Mitte Juni bis Ende September, die kurze von Mitte Dezember bis Ende Januar.

Einreise: Deutsche Staatsangehörige brauchen ein Visum. Das gibt es für 30 US-Dollar (rund 24 Euro) bei der Einreise oder bei der ruandischen Botschaft in Berlin. Es gilt für 90 Tage.

Eintritt und Aufenthalt: Der Aufenthalt im Park kostet pro Tag 30 US-Dollar. Wer ein Allrad-Fahrzeug mit Fahrer mietet, zahlt rund 230 Dollar pro Tag - plus 30 Dollar für die Ranger-Begleitung. Ohne Allrad-Wagen ist nur ein kleiner Teil des Parks gut befahrbar.

Informationen: Visitor Center, Tel. +250 786/18 28 71, E-Mail: akagera@african-parks.org

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