Abgefahrene Installation beim Burning Man Festival in Nevada: El Pulpo, eine sieben Meter hohe Krake aus Metallabfällen, schwenkt ihre feuerspeienden Arme.
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Abgefahrene Installation: El Pulpo, eine sieben Meter hohe Krake aus Metallabfällen, schwenkt ihre feuerspeienden Arme.

Open-Air-Kult

Kunst in der Wüste: Burning Man Festival

Burning Man ist ein Mix aus Woodstock, Love Parade, Mad Max und Dauerparty. Für das bizarre Kunst-Festival im US-Bundesstaat Nevada wird die Zeltstadt Black Rock City aus dem Wüstenboden gestampft.

Das grüne Schild mit der Aufschrift „Black Rock City“ ist von feinem Wüstensand überzogen. Am Horizont flimmert es bunt im heißen Dunst. Eine Fata Morgana? Tatsächlich ist diese Zeltstadt in der Black-Rock-Wüste im US-Staat Nevada nur eine Woche lang im Jahr zu sehen. Vom 25. August bis zum 1. September lockt das Burning Man Festival in diesem Sommer geschätzte 70 000 „Burner“ an: Künstler, Hippies, Techno-Fans, Pyrotechniker und Neugierige aus aller Welt.

„Das hier ist wie ein fremder Planet, wo dir fremde Leute im Sandsturm zulächeln und du einfach tun und lassen kannst, was du willst“, schwärmt die Münchnerin Birgit Müller. Schon acht Mal pilgerte sie zum Burning Man Festival. „Das ist eine lautstarke Unterbrechung des Alltags“, sagt sie über das verrückte Open-Air-Künstler-Kult-Festival.

Schon die Bühne - ein ausgetrockneter Salzsee mit rissiger Bodenkruste - ist extrem. Wie ein riesiges Hufeisen wächst Black Rock City aus Zelten und Wohnmobilen um die „Playa“ herum an. Der riesige Strand aus Wüstensand ist die Spielwiese für Zehntausende Menschen, Hunderte Kunstinstallationen, Holzwerke und gigantische Art Cars, die ihre Bahnen ziehen. Dazwischen ein Meer von grell geschmückten Fahrrädern, die besten Transportmittel in Black Rock City.

Hitze am Tag, Kälte bei Nacht, plötzliche Staubstürme

Da „schwimmt“ ein Schiff durch den Sand, mit wilden Tänzern an Bord. El Pulpo, eine sieben Meter hohe Krake aus Metallabfällen, schwenkt acht feuerspeiende Arme. Eine knallgelbe riesige Quietsche-Ente stößt laute Discotöne aus. Mitten auf der Playa thront der inzwischen über zwölf Meter hohe Mann aus Holz. Nachts strahlt er Neongrün, denn nach Sonnenuntergang wird die braune Wüste zu einem surrealen Karneval aus Lichtern und Feuer.

Angefangen hatte es 1986 mit einem kleinen Lagerfeuer am Strand von San Francisco. Damals verbrannte Larry Harvey mit einer Handvoll Freunden zur Sommersonnenwende eine Holzfigur, aus Liebeskummer, so die Legende. 1990 zog das Happening in die Wüste von Nevada um.

Die Eintrittskarte für 380 Dollar (rund 280 Euro) muss man sich vorab besorgen. Noch etwas Kleingeld für Blockeis und Getränke im Center Camp Café, ansonsten gibt es in Black Rock City nichts zu kaufen. Frische Waffeln früh um sechs, kalte Cocktails nach Mitternacht, Trommel-Workshops und Massagen: Das Angebot ist grenzenlos, kostenlos, von den Teilnehmern selbst organisiert. „Aber nichts für Zimperliche, die täglich eine Dusche brauchen“, warnt „Burner“-Expertin Birgit Müller. Hitze am Tag, Kälte bei Nacht, plötzliche Staubstürme, für die man Schutzbrillen braucht.

Wenn am Ende „The Man“ und die übrige Holzkunst zu Asche verbrennen und Zehntausende im „Exodus“ aus der Wüste abziehen, bleibt nur eine staubige Fata Morgana zurück.

Von Barbara Munker, dpa

Burning Man Festival (25. August - 1. September)

Reservierungen: Der Vorverkauf hat schon im Januar begonnen. Tickets kosten rund 280 Euro.

Anreise: Von San Francisco und Reno aus gibt es Burner-Express-Busse.

Mehr Infos: Nevada Commission of Tourism, c/o Aviareps Tourism, Josephspitalstraße 15, 80331 München (Tel.: 089/55 25 33 821, www.travelnevada.de). Burning Man (www.burningman.com).

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