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Pfälzerwald: Campingplätze, wie dieser am Clausensee, sind mitten im Grünen.

Burgen und Badeseen

Mit dem Camper durch den Pfälzerwald

Der Pfälzerwald bietet Natur pur. Fast zu schade, um die Nacht in einem Hotel zu verbringen. So nahe wie auf den zahlreichen Campingplätzen kommt man dem Grün kaum.

Der Regen prasselt auf das Dach des Wohnmobils. Durch die offene Tür zieht kühle Luft herein. Ansonsten herrscht Stille auf dem Campingplatz „Sägmühle“ im Pfälzerwald. In der Luft jagen die Fledermäuse. Glühwürmchen ziehen vorbei. Eine Nacht im Pfälzerwald ist ein besonderes Naturerlebnis. Man schläft hier im größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands - 180.000 Hektar ist es groß. Nimmt man noch die angrenzenden französischen Nordvogesen hinzu, befindet man sich sogar im größten Waldgebiet Westeuropas. Die Landschaft ist geprägt von roten Sandsteinfelsen, Badeseen und über 100 Burgen.

Eine kleine Wanderung führt am nächsten Tag ins Herz des Pfälzerwaldes. Ausgangspunkt ist der Luftkurort Trippstadt, nahe des Campingplatzes. Es geht vorbei am roten Barockschloss Trippstadt und der Burg Wilenstein, einer der ältesten pfälzischen Wehranlagen. Moosbegrünte Steine weisen den Weg in die Karlstalschlucht. Kleine Holzbrücken führen hier über den sprudelnden Bach, das Sonnenlicht fällt spärlich durch die Zweige. Wer möchte, kann hier tagelang unterwegs sein. Der Waldpfad ist 142 Kilometer lang.

Das Abendlager wird an diesem Tag in Hornbach aufgeschlagen. Das Herzstück der Stadt ist ein Benediktinerkloster, das im Jahre 742 gegründet wurde. Hier führt auch der Jakobspilgerweg vorbei. Viele Pilger kehren in der „Klosterschänke“ ein, in der es Pfälzer Wurstsalat und Schaumsuppe gibt. Nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt liegt der Wohnmobil-Stellplatz Hornbach, der zu den schönsten der Region gehört.

In Baumkronen übernachten

Wer mehr über die Natur lernen möchte, sollte das Biosphärenhaus Pfälzerwald/Nordvogesen besuchen. Hier ist es möglich, direkt durch die Baumkronen zu spazieren. Der Baumwipfelpfad ist 270 Meter lang und bis zu 18 Meter hoch. Man kann inmitten der Baumkronen sogar übernachten. Oder man errichtet sein Lager einfach auf dem anliegenden Wohnmobilstellplatz und nimmt an einer Nachtexkursion zu Eulen und Fledermäusen teil.

Nächstes Ziel ist das kleine Städtchen Hauenstein. Einst mühten die Menschen sich ab, um hier zu überleben. „Der Sandboden hat nicht viel hergegeben“, sagt Jacques Noll vom Tourismusbüro Hauenstein. Erst mit der Schuhproduktion, die ab 1886 einsetzte, ging es hier aufwärts. „Hauenstein wurde vom Walddorf zum Schuhdorf.“ Heute erinnert ein Schuhmuseum an diese Zeit. 3500 Paare Schuhe aus zwei Jahrtausenden können die Besucher hier besichtigen. Für Camper steht ein Stellplatz bereit. Touristen können eine gläserne Schuhfabrik und das wohl größte Schuhoutlet Deutschlands besuchen.

Oder man besucht die Burg Berwartstein. Dort wartet schon Burgführer Stefan Amrell auf die Gäste. Sein Arbeitsplatz wurde 1152 erstmals urkundlich erwähnt. Damals erlebte die Pfalz eine Blüte. „Sie war das Zentrum der kaiserlichen Macht.“ 1893 begann ein Privatmann, sie wieder aufzubauen - mitsamt der Waffenkammer und einer Burgküche. Heute gibt es Fackelführungen, Rittermahle und Führungen. Amrell steigt die Stufen der Burg noch weiter hinauf. Ganz oben angekommen, öffnet er eine schwere Holztür. Und plötzlich kann man den Blick ganz weit schweifen lassen: Über das Elsass, das Wasgau und die sanften Hügel des Pfälzerwaldes.

Von Merle Schmalenbach, dpa

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