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Schnäppchen oder Lockangebot?

Stiftung Warentest: Das taugen die 19-Euro-Tickets der Bahn

Berlin - Im Wett­streit mit der Fernbus-Konkurrenz geht die Deutsche Bahn mit den 19-Euro-Tickets in die Preis-Offensive. Stiftung Warentest hat untersucht, was dahinter steckt.

Der „güns­tigste Spar­preis aller Zeiten“ sei zurück, wirbt die Deutsche Bahn. Mit den Aktions-Spar­preisen für 19 Euro können Reisende quer durch Deutsch­land fahren, so lange der Vorrat reicht. Buch­bar sind die Aktions-Tickets mit Zugbindung ab sofort und bis zum 20. März 2016 – online frühestens 91 Tage vor dem Reisetag. Der Preis von 19 Euro gilt für eine einfache Fahrt in der 2. Klasse. Stiftung Warentest hat das Spar-Angebot der Deutschen Bahn unter die Lupe genommen.

19-Euro-Tickets: Fast 90 Prozent Ersparnis sind drin

Zum „Flex­preis“ (früher „Normal­preis“) kostet eine ICE-Fahr­karte von München nach Hamburg stolze 142 Euro. Der Aktions-Spar­preis ermöglicht die Reise für 19 Euro. Das entspricht einer Ersparnis von fast 87 Prozent. Inhaber einer Bahncard 25 zahlen sogar nur 14,25 Euro. Außerdem können die Bahncard-Inhaber von der City-Ticket-Funk­tion profitieren: Vieler­orts dürfen sie für An- und Abfahrt zum Bahnhof Busse und Bahnen gratis nutzen.

Der Nachteil: Nicht für jede Strecke

Im Vergleich zu den üblichen Spar­preisen der DB gibt es einen deutlichen Nachteil: Die Aktions­preise gelten nur in den Fernzügen ICE, IC und EC sowie in DB-Nach­zügen (gegen Aufpreis), nicht aber in Regionalzügen. Das Aktions­angebot gilt also immer nur zwischen zwei Fern­verkehrs­bahnhöfen.

Außerdem gilt das günstige 19-Euro-Ticket nicht für alle ICE-Strecken. Bei mehr als 250 Kilometer Distanz kostet es in der zweiten Klasse 29 Euro, in der ersten Klasse 39 Euro. Von München nach Hamburg ist das 19-Euro-Ticket demnach nicht gültig.

Auf den untersuchten Stre­cken Frank­furt-Berlin, Frank­furt-Stutt­gart und Frank­furt-Düssel­dorf waren die Sparer-Tickets bei früh­zeitigen Buchungs­versuchen für viele ICEs erhältlich.

Frei­tags und sonn­tags weniger Angebote

An welchen Wochen­tagen ist die Reise besonders günstig? Dieser Frage sind die Tester exemplarisch nachgegangen: Sie versuchten, Reisen für die Verbindungen Hamburg-München, Berlin-Hamburg und Leipzig-Stralsund etwa einen Monat vor dem Reisetag zu buchen.

  • Montag bis Mitt­woch: An den Wochen­tagen Montag bis Mitt­woch waren oft für 60-70 Prozent der geprüften Verbindungen 19-Euro-Tickets erhältlich.
  • Freitag und Sonn­tag: Deutlich spärlicher war das Angebot an den beliebten Haupt­reis­etagen: Am Freitag und am Sonn­tag gab es Billigti­ckets nur für weniger als die Hälfte der untersuchten Zugverbindungen.
  • Samstag: Am Samstag erhöht sich die Zahl güns­tiger Fahr­karten, je später man reist.

Tipp: Wenn Sie das Angebot der Bahn nutzen wollen, buchen Sie möglichst früh­zeitig. Die güns­tigen Aktions-Spar­preis-Kontingente sind begrenzt und vor allem an beliebten Reis­etagen schnell vergriffen.

In der Gruppe wird's billiger

Reist mehr als eine Person mit dem Sparpreis eine Strecke über 250 km, so verringert sich der Preis pro Person: Reist man zu zweit, werden - sofern verfügbar - statt zwei mal 29 Euro nur insgesamt 48 Euro fällig. Nur der erste Reisende zahlt die 29 Euro, bis zu vier Mitfahrer zahlen jeweils den Festpreis von 19 Euro - egal wie lang die Strecke ist.

So buchen Sie das Sparer-Ticket der Deutschen Bahn

Die Tester haben dazu den Spar­preisfinder auf der Bahn-Home­page genutzt. Für den gewünschten Reisetag listet er auto­matisch alle erhältlichen Spar­preise auf – die billigsten Preise an erster Stelle. Eine optimale Ausbeute ist allerdings nicht garan­tiert. Nutzt man die Voreinstellung „schnelle Verbindungen bevor­zugen“, kann es passieren, dass einige güns­tige Angebote gar nicht erst auftauchen. Am besten entfernt man diesen Haken bei der Suche. Dann werden auch Züge ange­zeigt, die zwar langsamer, vielleicht aber auch günstiger.

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