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Verliebt in Istanbul: Schauspieler Erol Sander in der Rolle des Kommissars Mehmet Özakin mit seiner Filmfrau Idil Üner.

Erol Sander: Mein Istanbul

Er ist in Istanbul geboren, aber seit 36 Jahren in Deutschland zuhause. Als Ermittler in der ARD-Serie „Mordkommission Istanbul“ kehrte Schauspieler Erol Sander jetzt in seine Heimatstadt zurück. Seine Tipps für die schillernde Metropole am Bosporus.

Eine Stadt am Wasser: Istanbul

In seiner Rolle als Ermittler bei der Mordkommission Istanbul ist Erol Sander der beste Türkei-Botschafter, den sich ein Ministerpräsident Erdogan derzeit wohl vorstellen kann. Denn Kommissar Mehmet Özakin, Typ Weltmann, Frauenversteher, Dressman und Gourmet in Personalunion, punktet in einer Krimi-Folge in Sachen Europa-Annäherung des Osmanen-Reichs mehr als alle Politiker zusammen in tausend Reden.

Erol Sander (42) ist selbst in Istanbul geboren, lebt aber seit 1973 in München, wo er BWL und Politikwissenschaften studierte. Während der Dreharbeiten zu „Mordkommission Istanbul“ (am Samstag, 20. November sendet die ARD die dritte Folge der Serie) hat er sich quasi zum zweiten Mal tief und innig verliebt in die schillernde Metropole am Bosporus.

Eine Stadt am Wasser

„Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich aus dem Flugzeugfenster schaue und die vielen Kuppeln der Stadt sehe“, sagt er. „Istanbul ist meine goldene Stadt.“ Seine „Schatzkammer“ nennt er sie liebevoll. Hier gibt er ein paar besondere Tipps, wie man sich ihre schönsten Seiten als Tourist erschließen kann:

Am Hafenkai Karakôy aufs Meer schauen: Hier glitzert das Wasser besonders schön im Sonnenlicht.

Der Bosporus-Dampfer "Pasbahce" verkehrt zwischen der europäischen und der asiatischen Seite Istanbuls.

Mit dem Schiff quer über die Meerenge des Bosporus ins Viertel Kadikôy fahren. In diesem Moment breitet sich die Stadt wie ein goldenes Schmuckstück vor einem aus und man atmet die salzige Luft ein, nichts lenkt an einen an Bord von der Schönheit der Stadt ab – keine drängelnden Menschen, keine schrille Musik und keine brummenden Autos. Am liebsten stehe ich an der Reling des Schiffes. In Kadikôy angekommen, findet man viele Res­taurants, die sehr gute osmanische Küche anbieten.


Die quirlige Einkaufsstraße Istikal Caddesi entlanggehen, die zum berühmten Taksim-Platz führt. Dieser Platz ist der größte Platz Istanbuls, auf dem sich alle Schichten vermischen. Es lohnt sich, rechts und links der Einkaufsstraße in die kleinen Gassen abzubiegen. Dort liegt etwa das westlich geprägte Künstler- und Studentenviertel Beyoglü mit seinen vielen Kneipen, Cafés und Jugendstilhäusern.

Naschen im Inci: Das Inci ist die beste Patisserie Istanbuls. Es ist berühmt für seine Profiteroles (kleine Windbeutel, mit Schokolade übergossen und ofenfrisch serviert). Ein herrlicher Duft!! Überhaupt ist der Gerüchemix in Istanbul der beste Leitfaden für einen Touristen. Ich rate zu „Augen zu und Nase auf“. Ich wette, wer das macht, wird immer gut essen.

Mein Lieblingslokal ist Sultanahmet Koftecisi in der Nähe der Blauen Moschee (Adresse: Divanyolu Caddesi 12). Dort gibt es die besten Köfte (Hackfleischbällchen) Istanbuls.

Im Basarviertel stöbern: Hier erlebt man das authentische Istanbul. Der Kapali Carsi, der Große Basar, ist ein Paradies für Schnäppchenjäger. Er beherbergt über 4000 Geschäfte und viele Teehäuser in seinen unzähligen, unglaublich lauten und engen Gassen und ist eine kleine Stadt innerhalb der großen, überall liegt der Duft von Curry und Safran in der Luft.

Architektonischer und spiritueller Reichtum: Die Blaue Moschee in Istanbul gehört zum Weltkulturerbe.

Mein Lieblingsplatz ist der Platz vor der Blauen Moschee, denn dort ist alles noch original türkisch und richtig urig. Die Blaue Moschee (eigentlich Sultan-Ahmet-Moschee, nach dem Vorbild der Hagia Sophia erbaut) verdankt ihre Bezeichnung den blauen Wandfliesen, mit denen die Kuppel und einige Mauerteile ausgeschmückt sind. Besonderheit: Kein anderes islamisches Gotteshaus außer die Moschee in Mekka besitzt sechs Minarette. Ein ergreifender Anblick auf die Blaue Moschee eröffnet sich von der Galatabrücke oder dem Goldenen Horn.

Eines der schönsten Wahrzeichen Istanbuls ist der Leanderturm, ein Leuchtturm aus dem 18. Jahrhundert, der vor Istanbul auf einer Insel im Bosporus liegt. An ihm soll das Ende einer großen Kette befestigt worden sein, die bei den Angriffen auf Byzanz über den Bosporus gespannt war. Das andere Ende hing an einem Turm des Mangana-Palastes. Der Turm war Leuchtturm, Quarantänestation, Zollhaus und Alterssitz für Seeleute und Drehort im James-Bond-Film „Die Welt ist nicht genug“ . Heute beherbergt er ein Restaurant.

Unbedingt essen in Istanbul muss man Lokum, ein süßes Konfekt (Grundzutaten: Zucker, Stärkemehl, Pistazien, Mandeln und Nüsse).

Mein Lieblingsspruch über Istanbul: Eine Stadt, die die alten Dinge nicht aus den Augen lässt, aber trotzdem in die Zukunft blickt.

REISE-INFOS ZU ISTANBUL

REISEZIEL Istanbul liegt auf beiden Seiten des Bosporus, der Meerenge zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer, und damit als einzige Metropole der Welt auf zwei Kontinenten, Europa und Asien. Die Stadt hat 12,8 Millionen Einwohner. Zusammen mit dem ungarischen Pécs und Essen im Ruhrgebiet ist Istanbul 2010 europäische Kulturhauptstadt.

ANREISE Ab München z.B. mit Lufthansa (derzeit ca. 400 Euro) oder Sun Express (ca. 140 Euro).

REISEZEIT/KLIMA Die Stadt hat ein mildes, feuchtes Seeklima. Auch im Winter sinken die Temperaturen selten unter fünf Grad. Regenreichste Monate sind November bis Februar.

PAUSCHAL Städtereisen nach Istanbul können bei allen großen Veranstaltern gebucht werden. Bei TUI kostet z.B. eine Woche im Viereinhalb-Sterne Hotel The Marmara Taksim mit Frühstück und Flug ab München ab 499 Euro pro Person im DZ. Das Haus liegt im Herzen der Neustadt, direkt am Taksim-Platz und nahe des Dolmabahce-Palastes.

Eine Woche im Vier-Sterne-Hotel The Marmara Pera kostet mit Frühstück und Flug ab München ab 459 Euro pro Person im DZ (ebenfalls TUI). Das Hotel liegt auf einem Hügel mit großartigem Blick auf den Bosporus und das Goldene Horn.

TV-TERMIN Den dritten Teil von „Mordkommission Istanbul“ mit Erol Sander als Kommissar Mehmet Özakin zeigt die ARD am Samstag, 20. November, um 20.15 Uhr.

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