Rechte stärken

EU will mehr Rechte für Pauschalreisende

Brüssel - Neue EU-Regeln sollen Urlauber demnächst vor bösen Überraschungen schützen. Doch für deutsche Reisende könnte das nicht nur Vorteile bringen.

Urlauber sollen künftig mehr Rechte bei Pauschalreisen haben. Darauf haben sich die EU-Staaten am Donnerstag in Brüssel geeinigt. Diejenigen, die verschiedene Bausteine ihrer Reise selber im Internet buchen, würden demnach besser geschützt. Deutsche Pauschalreisende hingegen könnten im Detail sogar schlechter dastehen. Noch ist aber nichts beschlossen: Die EU-Staaten müssen sich noch mit dem Parlament einigen.

Die Regeln sehen vor, dass Preise nach Vertragsschluss nur noch in bestimmten Fällen klettern dürfen - zum Beispiel, wenn Steuern, Flughafengebühren oder Treibstoffkosten steigen. Bei nachträglichen Preiserhöhungen von mehr als acht Prozent hätten Kunden dann ein Recht auf ein vergleichbares Angebot oder Rückerstattung.

Urlauber bei Insolvenz der Reisegesellschaft bisher nicht ausreichend geschützt

Der Knackpunkt: Deutsche Urlauber können derzeit schon bei Preiserhöhungen von mehr als fünf Prozent die Buchung stornieren. Deutschland müsste das Reiserecht entsprechend ändern. Mit den neuen Regeln stünden Reisende hierzulande also schlechter da als vorher.

Verbesserungen sollen die neuen Regeln aber für Kunden bringen, die verschiedene Bausteine ihrer Reise selber im Internet buchen. Sie sollen künftig vor einer Insolvenz des Reiseanbieters geschützt werden. Dies betrifft Urlauber, die sich zum Beispiel ein Paket aus Flug und Hotelaufenthalt im Internet zusammenstellen.

Bislang sind diese Urlauber nicht hinreichend geschützt, wenn ihre Fluggesellschaft zum Beispiel Insolvenz anmelden muss. Auch wenn der Hotelier am Urlaubsort pleitegeht, sieht es düster aus. Künftig sollen solche Reisende einen Rechtsanspruch auf einen Rückflug bekommen, wenn der Reiseanbieter pleitegeht.

Wichtig für deutsche Verbraucher ist außerdem: Es soll auch weiterhin ein Recht auf Rücktritt von Reisen geben, die bei Kaffeefahrten verkauft wurden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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