+
Du bist nicht allein: Im Flieger ist es eng, und gutes, rücksichtsvolles Benehmen deshalb zwingend notwendig.

Guten Flug!

Der Flugzeug-Knigge: Gutes Benehmen an Bord

Dass über den Wolken die Freiheit wohl grenzenlos ist, wissen wir spätestens, seit Reinhard Mey davon sang. Doch die Freiheit im Flieger hat schnell ihre Grenzen. Gutes Benehmen ist an Bord besonders gefragt.

Das Online-Portal Tripadvisor hat gerade 1000 Passagiere befragt, was sie im Flieger am meisten stört. Neben quasselnden Sitznachbarn sind das vor allem Vordermänner, die ständig ihre Rückenlehne verstellen, Kinder, die gegen die Rückenlehne treten, und Eltern, die ihren Nachwuchs nicht unter Kontrolle haben. Bei einer Umfrage, die die Airline Easyjet unter Deutschen durchführte, die letztes Jahr mindestens einmal geflogen sind, kristallisierten sich schlechte Gerüche als der größte Störfaktor beim Fliegen heraus. Was man im Umgang mit Mitreisenden beachten sollte:

1. Rücksicht beim Einsteigen 

Beim Einsteigen Mitreisenden den Vortritt lassen. Denn eins ist sicher: Auch durch Drängeln und Schubsen hebt das Flugzeug nicht eher ab.

2. Hallo Nachbar!

Begrüßen Sie Ihren Sitznachbarn. Das gehört zum guten Ton, denn schließlich verbringen Sie den gesamten Flug Seite an Seite.

3. Seine Hilfe anbieten

Bieten Sie anderen an, ihnen beim Verstauen des Gepäcks zu helfen.

4. Lautstärke regeln

Denken Sie daran: Kopfhörer sind nicht schalldicht, und der Nachbar hat vielleicht nicht denselben Musikgeschmack wie Sie. Deshalb: Die Lautstärke nicht bis zum Anschlag aufdrehen. Und: Sollte Ihr Sitznachbar schnarchen, weisen Sie ihn höflich darauf hin. Er wird es Ihnen danken und die anderen Passagiere auch.

5. Anteilnahme bei Angst

Ein Lächeln, eine besorgte Nachfrage oder ein aufmunterndes Wort für den Sitznachbarn mit Flugangst – es sind Kleinigkeiten, die den Flug angenehmer und leichter machen.

6. Den Rücken frei halten

Die Rückenlehne in Ruhe halten. Schließlich bewegt sich das Tablett des Hintermanns immer mit. Und zappelige Kinder, die gegen die Rückenlehne des Vordermanns treten, zur Raison bringen.

7. Keine Dampfplaudereien

Langweilen Sie andere Fluggäste nicht mit Themen, die eigentlich nur Sie interessieren. Ein Monolog über die Geschichte der Fußballbundesliga könnte Ihre Sitznachbarin nicht interessieren.

8. Anfassen verboten

Wer sich bemerkbar machen möchte, sollte das Kabinenpersonal nicht an der Uniform ziehen. Besser: Den Passagierrufknopf nutzen.

9. Die Luft reinhalten

Gerüchen kann man an Bord nicht entfliehen. Vermeiden Sie aufdringliche Parfüms oder Körpergeruch.

10. Abstand halten

Sicherheitsabstand sollte nicht nur auf der Straße, sondern auch über den Wolken eingehalten werden. Dem Sitznachbarn nicht zu dicht auf die Pelle rücken.

Neben der Kanzlerin

Jeder zweite deutsche Fluggast wünscht sich laut der Umfrage von Easyjet Kanzlerin Angela Merkel einmal als Sitznachbarin im Flieger, Schauspieler Christoph Waltz rangiert unter den männlichen Wunschnachbarn an erster Stelle.

„Am Rock ziehen geht gar nicht“

Lea Papadopoulos (43) ist seit vier Jahren Stewardess bei Easyjet. Ihre Stammstrecken sind Paris, Mailand, Madrid und Barcelona. Wir sprachen mit ihr über ihre Erfahrungen als Flugbegleiterin.

Frau Papadopoulos, suchen Passagiere die Nähe anderer Fluggäste oder bleiben sie eher auf Distanz?

Überwiegend kommen Unterhaltungen zwischen Passagieren zustande, die offensichtlich den gleichen Reisezweck haben – z. B. Geschäftsleute, erkennbar an ihrem Anzug, Städtereisende, die in ihren Reiseführern blättern, oder junge Leute, die allein unterwegs sind.

Sollte man seinen Sitznachbarn begrüßen?

Natürlich. Es gehört zum guten Ton, seinen Sitznachbarn kurz zu begrüßen. Es genügt schon ein kurzes „Hallo“, um die Atmosphäre aufzulockern.

Wem gehört die Armlehne?

In Reihen mit drei Sitzen gibt es für gewöhnlich vier Armlehnen. Das heißt einer der Passagiere kann zwei nutzen. Wer diesen Komfort in Anspruch nehmen darf, darüber sollten sich die Sitznachbarn verständigen. Zum Streit um die Armlehne ist es während meiner Flüge bislang noch nicht gekommen. Normalerweise versucht jeder Fluggast, Berührungen mit dem Sitznachbarn zu vermeiden und einen natürlichen Abstand gegenüber Fremden zu wahren.

Was mache ich, wenn der Passagier neben mir zuviel Platz einnimmt?

Sie können ihn freundlich darauf hinweisen, dass Sie sich eingeengt fühlen. Ist der Platz zwischen Ihnen beiden frei könnten Sie vorschlagen, den Platz gemeinsam zu nutzen, um etwa Pullover oder Zeitschriften darauf abzulegen.

Was sind absolute No-Gos – gegenüber Flugbegleitern und anderen Passagieren?

Mich persönlich würde ein Sitznachbar stören, der laut ist. Auch Drängeln oder Schubsen gehört sich nicht. Ein absolutes No-Go ist es, die Kabinen-Crew während des Getränke- und Speisenservices an der Uniform zu ziehen, um sich bemerkbar zu machen. Leider kommt das oft vor. Ich weise dann freundlich auf den Passagierrufknopf über dem Sitz hin.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Naturpark Harz trägt bis 2021 Qualitätssiegel

Naturparke gibt es viele in Deutschland. Doch nicht immer wird mit ihnen nachhaltig umgegangen. Ein Qualitätssiegel bestätigt, dass Tourismus und Naturschutz vereint …
Naturpark Harz trägt bis 2021 Qualitätssiegel

Neue Kreuzfahrtziele in Deutschland, Europa und Asien

Deutschland boomt: Immer mehr Routen für Flusskreuzfahrten werden hierzulande angeboten. Aber auch europaweit locken Urlaubsangebote auf einem Schiff. Und wer sich Asien …
Neue Kreuzfahrtziele in Deutschland, Europa und Asien

Skiverbundkarten können sich für Vielfahrer lohnen

Die Skigebiete im Allgäu, Kitzbühel und Wallis bieten Touristen besondere Karten an. In der Wintersaison 2016/17 gibt es Verbundkarten. Allerdings sollten Interessenten …
Skiverbundkarten können sich für Vielfahrer lohnen

Cluburlaub auf der Fernstrecke

Die deutschen Clubmarken - allen voran die Tui-Gruppe - eröffnen künftig verstärkt Anlagen auf der Fernstrecke. Das Konzept von Robinson & Co. wird sich dadurch ändern, …
Cluburlaub auf der Fernstrecke

Kommentare