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Es wird wieder gestreikt - vier Tage lang ab Donnerstagnacht, 2.00 Uhr. Foto: Tobias Hase

Rekordstreik bei der Bahn - Schnell Alternativen suchen

Frankfurt (dpa/tmn) - Für Bahnkunden in Deutschland kommt es knüppeldick: Vier Tage lang sollen Fern-, Regional- und S-Bahn-Züge ab Donnerstag still stehen. Im Güterverkehr geht der Streik sogar schon früher los. Wer Alternativen zur Bahn sucht, sollte sich beeilen.

Auf die Kunden der Deutschen Bahn kommt der längste Streik in der Geschichte des Unternehmens zu. Von Donnerstag (6. November) um 2.00 Uhr an wollen die Lokführer im Personenverkehr bundesweit für vier Tage die Arbeit niederlegen. Betroffen sind Fern- und Regionalzüge sowie die S-Bahnen der Deutschen Bahn. Im Güterverkehr beginnt der Ausstand schon am Mittwochnachmittag um 15.00 Uhr. Das Ende des Streiks ist für Montag, 10. November, um 4.00 Uhr geplant. Das teilte die Gewerkschaft in Frankfurt mit. Wer eine wichtige Reise vorhat, sollte sich jetzt zügig um Alternativen zur Zugfahrt kümmern:

Mietwagen:

Mietwagen lassen sich unkompliziert online reservieren, zum Beispiel auf billiger-mietwagen.de. Bei einer Buchung über Internetportale ist in der Regel eine Stornierung 24 Stunden vor Mietbeginn möglich - falls es am Reisetag doch nicht zum Streik kommen sollte, erläutert Falk Murko von der Stiftung Warentest. "Sie gehen damit kein großes Risiko ein." Wird gestreikt, stehe der Mietwagen aber dem Kunden zu. "Wenn Sie die Bestätigung bekommen haben, müssen Sie das Auto auch bekommen." Beim letzten Bahnstreik waren viele Reisende auf Mietwagen ausgewichen. Daher kam es zum Teil zu Engpässen.

Fernbusse:

Die Fernbusanbieter rechnen mit einer stärkeren Nachfrage durch den Bahnstreik. Meinfernbus hat beim jüngsten Streik 100 zusätzliche Fahrten organisiert. Auch dieses Mal wolle man flexibel reagieren, erklärt das Unternehmen. Bei Flixbus steht man "in den Startlöchern", um bei Bedarf mehr Fahrzeuge zu organisieren. Deinbus.de überlegt, auf stark frequentierten Strecken ebenfalls zusätzliche Busse einzusetzen - und spekuliert auf "goldene Streiktage".

Bei Fernbus-Tickets müssen Reisende die unterschiedlichen Konditionen für Umbuchungen und Stornierungen im Blick haben. Beim Marktführer Meinfernbus ist beides bis 15 Minuten vor Abfahrt möglich. Wer gar nicht fahren möchte, erhält einen 12 Monate gültigen Gutschein oder den Fahrpreis zurück, allerdings mit einem Storno-Abschlag von 15 Euro. Tickets von Flixbus lassen sich nur bis zu 24 Stunden vor Abfahrt zurückgeben. Die Stornokosten liegen ebenfalls bei 15 Euro. Wer sich für einen Gutschein entscheidet, zahlt 3 Euro Gebühren.

Bei BerlinLinienBus sind Stornierungen nicht später als drei Werktage vor Reiseantritt möglich - allerdings sind sie kostenlos. Tickets würden aber auch kurzfristiger umgebucht oder storniert, sagte eine Sprecherin. Es gibt entweder den Fahrpreis zurück oder einen Gutschein. Für bestimmte Spezialangebote gebe es nur die Gutschein-Variante. Tickets zum Aktionspreis und für internationale Verbindungen lassen sich nicht stornieren.

Bei Deinbus.de sind Stornierungen bis zu 24 Stunden vor Abfahrt möglich, das kostet 3 Euro Gebühr. Wer kurzfristiger das Ticket zurückgibt, bekommt das Geld nur zurück, wenn die Fahrt bereits ausgebucht war. ADAC Postbus bietet Umbuchungen (5 Euro) und Stornierungen (10 Euro) bis zu 12 Stunden vor Fahrbeginn an.

Geld zurück:

Bahnreisende bekommen einen Teil ihres Ticketpreises erstattet, wenn sich ihr Zug wegen eines Streiks bei der Deutschen Bahn um mehr als 60 Minuten verspätet. Die Bahn kann in diesem Fall keine höhere Gewalt geltend machen. Das entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) im September 2013 (Rechtssache C-509/11). Ab 60 Minuten Verspätung erhalten Bahnkunden 25 Prozent des Reisepreises zurück, ab 120 Minuten sind es sogar 50 Prozent.

billiger-mietwagen.de

Meinfernbus

Flixbus

BerlinLinienBus

Deinbus

ADAC Postbus

Webseite der Bahn

Meinfernbus: 0180/5 15 99 15 (0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz)

Flixbus: 01807/123 99 123 (30 Sekunden kostenfrei, danach 0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz)

Deinbus.de: 069/17 53 73 200

ADAC Postbus: 0228/97 27 27 97

Berlin Linien Bus: 030/338 448 0

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