Wandern bei Fernsicht - so wünscht sich der Norwegen-Urlauber seine Ferien. Doch nicht immer ist das Wetter so blendend gut wie auf diesem Foto. Foto: Trøndelag Reiseliv AS/Marius Rua
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Wandern bei Fernsicht - so wünscht sich der Norwegen-Urlauber seine Ferien. Doch nicht immer ist das Wetter so blendend gut wie auf diesem Foto. Foto: Trøndelag Reiseliv AS/Marius Rua
Urlaubsglück bei strahlender Sonne: Mit diesen Reisefotos im Kopf kommt der Urlauber nach Trollheimen zum Wandern. Foto: Trøndelag Reiseliv AS/Marius Rua
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Urlaubsglück bei strahlender Sonne: Mit diesen Reisefotos im Kopf kommt der Urlauber nach Trollheimen zum Wandern. Foto: Trøndelag Reiseliv AS/Marius Rua
Am Ufer des Flusses zieht sich auch im Sommer ein großes Altschneefeld entlang. Wanderer in den Bergen von Trollheimen müssen sich hier auf winterliches Klima einstellen - so ist die Wildnis nunmal. Foto: Philipp Laage
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Am Ufer des Flusses zieht sich auch im Sommer ein großes Altschneefeld entlang. Wanderer in den Bergen von Trollheimen müssen sich hier auf winterliches Klima einstellen - so ist die Wildnis nunmal. Foto: Philipp Laage
Der Weg führt hinab zum Gjevilvatnet-See. Auf dieser Seite des Bergkamms hat der Wanderer endlich etwas Fernsicht. Foto: Philipp Laage
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Der Weg führt hinab zum Gjevilvatnet-See. Auf dieser Seite des Bergkamms hat der Wanderer endlich etwas Fernsicht. Foto: Philipp Laage
Romantisch und einsam steht die Trollheimshytta am Grund des Tales. Gemütlich wird es dort gerade dann, wenn das Wetter draußen eher schlecht ist. Foto: Philipp Laage
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Romantisch und einsam steht die Trollheimshytta am Grund des Tales. Gemütlich wird es dort gerade dann, wenn das Wetter draußen eher schlecht ist. Foto: Philipp Laage
Der erste Anstieg auf dem Weg zur Gjevilvasshytta: Der Blick reicht noch bis zu einem wilden Wasserfall, doch die höheren Berge liegen bereits im Nebel. Foto: Philipp Laage
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Der erste Anstieg auf dem Weg zur Gjevilvasshytta: Der Blick reicht noch bis zu einem wilden Wasserfall, doch die höheren Berge liegen bereits im Nebel. Foto: Philipp Laage
Polare Aussichten: Der Weg zur Gjevilvasshytta führt über eine Hochebene, die eher an die Arktis als an Norwegen im Hochsommer erinnert. Foto: Philipp Laage
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Polare Aussichten: Der Weg zur Gjevilvasshytta führt über eine Hochebene, die eher an die Arktis als an Norwegen im Hochsommer erinnert. Foto: Philipp Laage
Verdiente Belohnung: Am letzten Tag der Wanderung durch die Region Trollheimen zeigen sich in einem weiten Tal mehrere Rentiere. Foto: Philipp Laage
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Verdiente Belohnung: Am letzten Tag der Wanderung durch die Region Trollheimen zeigen sich in einem weiten Tal mehrere Rentiere. Foto: Philipp Laage

Gebirgswanderungen im norwegischen Trollheimen

Norwegen weckt Sehnsüchte bei jedem, der Outdoor-Urlaub und wilde Natur liebt. Die Region Trollheimen ist gut erschlossen und landschaftlich spektakulär - zumindest, wenn das Wetter mitspielt. Und wenn nicht? Eine Suche nach den verborgenen Reizen.

Trondheim (dpa/tmn) - "Das könnte der höchste Punkt sein", sagt die Reisebegleiterin. Sie kneift die Augen zusammen und sucht im Nebel nach einer Markierung, gar einem Gipfelkreuz? Zuversicht, dann Enttäuschung: Es ist nicht der höchste Punkt. Der Pfad führt weiter bergan und verschwindet im Nebel.

Bei der Planung der Tour durch die beliebte Wanderregion Trollheimen in Mittelnorwegen blieben die Augen immer wieder auf Fotos von sonnenbeschienenen Gipfeln hängen, im Hintergrund: kleine Seen, weite Graslandschaften, karge Hügel. Die Postkartenidylle norwegischer Wildnis. Hier und heute führt der Weg seit drei Stunden wie durch schmutzige Watte. Immer wieder quert der Gebirgspfad größere Altschneefelder. Sonne? Fernsicht? Nicht ein einziges Mal.

Etwa sechs Stunden sind angesetzt für die südlichste der drei Routen von der Jøldalshytta zur Trollheimshytta. Der Weg führt aus dem Tal auf einen Gebirgskamm, folgt diesem und verläuft dann steil hinab in ein bewaldetes Hochtal. Landschaftlich traumhaft - eigentlich. Nun herrscht Nebel. Immerhin regnet es nicht. Oder geht die Feuchtigkeit in der Luft schon als Nieselregen durch?

Mit Erreichen der Hütte sind die Schuhe und Kleider jedenfalls ziemlich nass. Doch die Heimeligkeit der Herberge fühlt sich dadurch umso wohliger an. Schuhe in den Trockenraum, gleich in den Speisesaal: Das Abendessen wird pünktlich um 19.00 Uhr serviert, es gibt frischen Lachs.

Zweiter Versuch am folgenden Tag. Doch das trübe Grau beim Blick aus dem Hüttenfenster verrät es gleich: Mit Fernsicht ist auch heute eher nicht zu rechnen. Von der Trollheimshytta geht es in - laut Wegweiser - acht Stunden bis zur Gjevilvasshytta. Der Pfad hoch ins Gebirge steigt anfangs steil an, dann folgt ein langes Wegstück über ebenes Gelände. Und dort glaubt sich der Wanderer endgültig in polaren Gefilden - wohlgemerkt im Sommer. Hier oben liegt noch viel mehr Altschnee, halb zugeschneite Seen schimmern in arktischem Blau, ansonsten Steinwüste. Die Stimmung hier oben ist beeindruckend.

Der Anstieg auf den höchsten Sattel des Gebirgskamms ist noch einmal ziemlich steil. Und dann, jenseits des Höhenzugs, hängen die Wolken plötzlich höher am Himmel, zwar immer noch grau und schwer, aber endlich erlauben sie eine Aussicht. Der Blick fällt über die grünlich-gelbe Ebene. Was sind das dort für Tiere in der Ferne? Schafe? Kühe? Rentiere! Eine ganze Herde mit mehreren Jungtieren grast in der Einsamkeit des Hochtals. Ob die Sonne nun scheint oder nicht, ist mit einem Mal vollkommen egal.

Reiseziel: Die Berglandschaft von Trollheimen liegt etwa 100 Kilometer südwestlich von Trondheim. Sie ist touristisch sehr gut erschlossen, das Wegnetz bestens markiert.

Anreise: Mit Norwegian ab Berlin nonstop oder mit anderen Airlines über Oslo nach Trondheim. Mit der Bahn weiter bis Oppdal und von dort mit dem Bus zu einem der Wanderparkplätze. Eine bequemere Alternative ist ein Mietwagen ab Trondheim.

Übernachtung: Die Berghütten in Trollheimen sind geräumig und verfügen über mehrere Schlafräume. Eine Übernachtung mit Frühstück, Lunchpaket und Abendessen kostet umgerechnet um die 120 Euro.

Informationen: Norwegisches Fremdenverkehrsamt/Innovation Norway, Caffamacherreihe 5, 20355 Hamburg, Tel.: 040 22 94 15 0, E-Mail: germany@innovationnorway.no, www.visitnorway.de.

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