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Ohne Planung geht es im Urlaub nicht. Vor allem, wenn es ums Geld geht – da müssen Reisende richtig ausgestattet sein.

Plastikgeld oder Bares?

Kartenspiele für den Urlaub

Kaum jemand wird es machen wie Karel Gott, der davon träumte, einmal um die ganze Welt zu reisen, die Taschen voller Geld. Heute ist Plastik angesagt. Aber ganz ohne Bares...

geht es dann doch nicht. Wir verraten, wie man überall flüssig bleibt und trotzdem sicher reist.

Ohne Planung geht es im Urlaub nicht. Vor allem, wenn es ums Geld geht – da müssen Reisende richtig ausgestattet sein. „Grundsätzlich gilt: Setzen Sie nicht auf ein Zahlungsmittel“, rät Niklaas Haskamp von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Für einen Wochenendurlaub im Euro-Ausland mag es noch ausreichen, sich zum Beispiel nur auf Bargeld zu verlassen.“ Aber schon bei einem einwöchigen Aufenthalt jenseits der EU-Grenzen sollten Reisende zwischen mehreren Optionen wählen können.

Das empfiehlt auch Julia Topar vom Bundesverband deutscher Banken. Bei Bargeld hält sie sich an die Faustregel: „So wenig wie möglich, so viel wie nötig.“ Gerade wenn man keine organisierte Reise antrete, benötige man bei der Ankunft im Urlaubsland unter Umständen Geld für ein Taxi oder für Trinkgeld. 100 bis 200 Euro reichen meist gut für die ersten Tage. Danach könnten Urlauber ihre Girocard einsetzen, um bargeldlos zu bezahlen und am Automaten Bargeld abheben zu können, und sich damit das Umtauschen sparen.

Überall dort, wo Reisende das auf ihrer Karte abgebildete Logo (Maestro oder V-Pay) sehen, können sie mit ihrer Girocard und der persönlichen Geheimzahl bargeldlos zahlen. Je nach Karte ist das weltweit an etwa neun Millionen elektronischen Kassen von Hotels, Tankstellen, Geschäften und Restaurants möglich. Wichtig zu wissen: Karten mit V-Pay-Logo können nur innerhalb der EU benutzt werden.

Vor einer Reise ins Ausland sollten Kunden zudem Rücksprache mit ihrer Bank halten. Denn nicht immer sind die Girocards für Zahlungen im Ausland auch tatsächlich freigeschaltet. „Zur Sicherheit für ihre Kunden setzen manche Banken das Abhebelimit für das Ausland auf null fest“, sagt Topar. Was auf der einen Seite Schutz bedeuten soll für den Fall, dass die Karten in falsche Hände geraten, könne den Kunden, der das nicht wisse, auf dem falschen Fuß erwischen – er stehe dann möglicherweise ohne Zahlungsmittel da. Trifft dies für das eigene Urlaubsland zu, sollte man bei seiner Bank ein Budget für das Reiseziel freischalten lassen.

Niklaas Haskamp rät auch deshalb, sich nicht allein auf die Bankkundenkarte zu verlassen. „Kreditkarten können im Ausland sehr praktisch sein: Man kann mit ihnen am Automaten Geld abheben und außerdem in vielen Geschäften und Restaurants bezahlen.“ Nach Zahlen des Bundesverbandes deutscher Banken gibt es weltweit mehr als 30 Millionen Stellen, die Kreditkartenzahlung akzeptieren, und rund 1,7 Millionen Geldautomaten.

„Welche Kosten beim Zahlen oder Geldabheben entstehen, können die Kunden bei ihren Banken erfragen“, sagt Topar. Grundsätzlich fallen aber für die Nutzung von Kreditkarten im Ausland höhere Kosten an als für den Einsatz anderer Bankkundenkarten. Einzelne Bankinstitute würden aber auch Kreditkarten anbieten, mit denen man kostenlos Geld im Ausland abheben könne. Um die verschiedenen Zahlungen am Ende der Reise nachvollziehen zu können, sollten alle Belege aufbewahrt werden.

Anders als beim Bezahlen ist für das Abheben mit der Kreditkarte meist der PIN-Code nötig. Urlauber sollten überdies neben der Geheimnummer auch die Kartensperrnummern für Bank- und Kreditkarten parat zu haben. Und anders als bei den Karten-PIN kann man die entsprechenden Kartensperrnummern beispielsweise schon vorab im Mobiltelefon speichern.

Im Notfall helfen sogenannte Blitzüberweisungen mit Transferdiensten, schnell an Geld zu kommen. Reisende benötigen dafür einen Ausweis und Angaben desjenigen, der das Geld überweist. Allerdings sind diese Transfers sehr teuer. Um gar nicht erst in diese Situation zu kommen, sollten Bank- und Kreditkarte nie zusammen aufbewahrt werden.

Nicole Tepasse

INFOS & SERVICE

GIROCARD: Die ehemalige EC-Karte hat heute ein Maestro- oder V-Pay-Zeichen. In Euro-Ländern ist Bezahlen gebührenfrei, im Rest der Welt wird meist ein Prozent des Umsatzes fällig. Für Bargeldabhebung am Automaten werden meist ein Prozent des Betrags berechnet.

KREDITKARTE: Bargeld abheben kostet in Euro-Ländern meist zwei bis drei Prozent des Betrags, im Rest der Welt noch zusätzlich ein bis zwei Prozent Ausladseinsatzentgelt. Im Euro-Raum ist Bezahlen gebührenfrei, ansonsten werden oft ein Prozent des Umsatzes in Rechnung gestellt.

PREPAID-KREDITKARTE: Die Gebühren für die Nutzung dieser Karte, die für den Urlaub mit einer beliebigen Summe aufgeladen wird, entsprechen denen der Kreditkarte. Infos dazu unter www.card scout.de.

POSTBANK SPARCARD: Mit dieser Karte sind zehn Abhebungen pro Jahr an Visa-/Plus-Automaten außerhalb Deutschlands gratis möglich, Bezahlen kann man mit dieser Karte nicht.

SPERREN Bei Verlust sollte die Karte so schnell wie möglich gesperrt werden, um Missbrauch zu verhindern.

Aus dem Ausland können Bankkarten unter der zentralen Nummer 0049/11 61 16 oder 00 49/18 05/0210 21 gesperrt werden.

Für Kreditkarten sind die Sperrnummern bei der Bank zu erfahren, die die Karte ausgestellt hat. Der Bankenverband bietet die App „Reise + Geld“ an, die einen Click-to-Call-Notruf zu den verschiedenen Sperrnummern bietet.

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