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Ritter in der Burg: Im Legoland Feriendorf wurde heuer ein neuer Wohnbereich mit 34 Zimmern eingeweiht - nebenan wird bereits eine noch größere Burg gebaut.

Neue Legoland-Ritterburg

Ein Dorf für kleine Knöpfe

Die kleinen bunten Steine haben auch nach Jahrzehnten nichts von ihrer Attraktivität verloren: Kinder lieben Lego. Und sie lieben das Legoland in Günzburg.

Um Familien den Aufenthalt dort angenehmer zu machen – und ihn möglichst auch zu verlängern – wird das Feriendorf ständig erweitert. Neueste Attraktion: die Ritterburg.

Am Anfang waren es 48 Ferienhäuser, ein Dutzend Ritterzelte und ein Campingplatz. Dazu bot das weltweit erste Legoland Feriendorf den Gästen im Jahr 2008 ein Büffet-Restaurant, einen Minigolfplatz, einen künstlichen See und einen bequemen Zugang zum Freizeitpark. Die Welt der kleinen bunten Steine hatte sechs Jahre zuvor eröffnet. Drei Jahre später kamen 24 Häuser im ägyptischen Stil hinzu, ebenso ein Bowling-Center und ein Klettergarten. Seit diesem Sommer steht nun eine mächtige Ritterburg mit 34 Zimmern und 202 Betten auf dem Gelände.

Aktivitäten Im Legoland Feriendorf kostet die Minigolf-Familienkarte für vier Personen 12 Euro, die Hochseilgarten-Familienkarte 55 Euro und beim Bowling zahlt man für eine Stunde ab 16 Euro (plus 2 Euro für Leihschuhe)

Perfekt im Stil der Lego-Modellreihe Castle gestaltet, ist die Unterkunft natürlich solide aus Beton und Holz gebaut. Eingangshalle, Treppenhaus, Gänge und die Zimmer sind mit Motiven und Modellen aus der Welt der kleinen bunten Knöpfe gestaltet – mit diversen liebevollen Überraschungen, ganz so wie im Miniland, wo es überall etwas zu entdecken gibt. In jedem Zimmer steht natürlich auch eine Box mit den bunten Steinen, um dem Spieltrieb auch hier frönen zu können.
Intensiv gebaut wird im Feriendorf auch draußen vor den Toren der Ritterburg: Im kommenden Jahr wird eine zweite Burg eröffnet – drei Stockwerke hoch, mit 68 Zimmern und einem Restaurant mit rund 250 Plätzen. Konsequent wird der Wandel vom Freizeitpark zum Erlebnisland vollzogen, seit diesem Jahr wird dies auch an der neuen Bezeichnung „Legoland Deutschland Resort“ sichtbar.

Erklärtes Ziel: Die Gäste sollen möglichst nicht nur den Park mit den Fahrgeschäften und den Attraktionen aus den kleinen bunten Steinen besuchen, sondern länger als nur einen Tag bleiben. Wer eine Übernachtung – oder besser gleich mehrere – bucht, ist für das Unternehmen planbar. Derzeit bleiben Feriendorfgäste im Schnitt für 2,5 Übernachtungen. Tagesgäste dagegen machen ihren Besuch nur zu oft vom Wetter abhängig.

Ein Dorf für kleine Knöpfe.

Das Konzept des Feriendorfes geht offensichtlich auf, wie die Merlin Entertainments Group, zu der das Legoland gehört, stolz mit Fakten unterlegt. Im Freistaat Bayern stiegen demnach die Übernachtungszahlen von 2011 auf 2012 um 3,3 Prozent, im Landkreis Günzburg, wo das Legoland Resort beheimatet ist, stiegen sie um sieben Prozent. „Der Kuchen wird größer“, lautet das Fazit bei Merlin. Ohne entsprechende Nachfrage würde ein millionenschweres Projekt wie die zweite Ritterburg nicht in Angriff genommen werden.

Andere Übernachtungsbetriebe und touristische Einrichtungen in der Region um Günzburg profitieren also durchaus auch vom Legoland, denn natürlich können und wollen nicht alle im Feriendorf schlafen oder dort zum Essen gehen. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe von Sehenswürdigkeiten in der Umgebung, falls man zwischendurch einen Kontrast zur Welt der bunten Steine braucht. Günzburg, Augsburg, Ulm und das Steiff-Museum in Giengen sind die beliebtesten Ziele im Nahbereich.

Seit diesem Jahr können über den konzerneigenen Reiseveranstalter Legoland Holidays nicht nur Feriendorf-Übernachtungspakete mit Parkeintritt gebucht werden, sondern auf Wunsch auch Leistungen wie die Ausflüge zu Zielen in der Region, bis nach München oder zu den Königsschlössern. Dieses Angebot werde vor allem von ausländischen Gästen gerne wahrgenommen, heißt es beim Legoland.

Diese Besucher kommen vor allem aus dem an Deutschland grenzenden Ausland, insbesondere aus Österreich, der Schweiz und den Benelux-Staaten. Und vermehrt aus den osteuropäischen Nachbarländern, wie auf den Parkplätzen ein Blick auf die Nummernschilder bestätigt, wo eine ganze Reihe Autos mit tschechischen, ungarischen und polnischen Kennzeichen zu finden sind. Aber auch etliche Nummernschilder aus Bayern sind zu entdecken – offenbar wollen auch diese Familien den Besuch in aller Ruhe genießen, denn für jede gebuchte Übernachtung im Resort gibt es an zwei Tagen hintereinander freien Eintritt fürs Legoland.

Dieser Bonus wird allerdings durch das kostenpflichtige Freizeitangebot im Feriendorf wieder relativiert, das bei intensiver Nutzung von Bowling, Minigolf und dem Hochseilgarten in der Summe doch ganz schön ins Geld gehen kann. Natürlich kann man auch im Legoland eine Menge Geld ausgeben, und es gibt wohl kein Kind, das am Abend durchs Drehkreuz geht und nicht eine große gelbe Plastiktüte trägt, in der die kleinen bunten Steine in den Kartonpackungen klappern.

Wer sich nun bei all den vielen Plastikteilen, künstlichen Erlebniswelten und dem vom Vergnügungskonzern in die gewünschten Bahnen gelenkten Zeitvertreib Sorgen um die Kreativität des Nachwuchses macht, dem sei gesagt, dass bei unserem Besuch im Feriendorf morgens, mittags und abends eine ganze Reihe Kinder im Sand des Sees gebuddelt haben, die Spielplätze bevölkerten und auch die Winther-Teststrecke mit den vielen zwei-, drei- und vierrädrigen, pädagogisch und ergonomisch korrekten Gefährten zum Selbsttreten fast ständig belegt war. Man muss die Kinder nur lassen.

Volker Pfau

Die Reise-Infos zum Legoland in Günzburg

REISZIEL Das Legoland Deutschland in Günzburg wurde am 17. Mai 2002 eröffnet. Das Gelände ist rund 140 Hektar groß, der Freizeitpark umfasst etwa 14 Hektar, das Feriendorf knapp 11 Hektar. Derzeit hat der Park acht Themenwelten mit über 50 einzelnen Attraktionen (u.a. Fahrgeschäfte, 4-D-Kino, Shows, Workshops). Über 55 Millionen Legosteine sind hier verbaut. Zielgruppe sind Familien mit Kindern zwischen drei und zwölf Jahren.

ANREISE Mit dem Auto von München auf der A 8 bis Ausfahrt Günzburg; Entfernung von München rund 110 Kilometer. Vom Bahnhof Günzburg fahren Shuttlebusse ins Legoland; mit DB-Ticket zum Reiseziel Günzburg-Legoland bzw. dem Bayernticket ist der Bus kostenlos. Der Fernbus München-Stuttgart-Express hält auch im Legoland. Die Rückfahrkarte von München mit Eintritt Legoland kostet ab 39 Euro. Info und Buchung: BBS-Reisen, Tel. 082 21/200 04 00, www.muenchen-stuttgart-express.de.

EINTRITT Die Tageskarte kostet für Kinder (3 bis 11 Jahre) 35 Euro, für Erwachsene (ab 12 Jahre) 39,50 Euro. Online sind im Vorverkauf günstige Karten buchbar (z.B. Familien-Tageskarte für 5 Personen ab 88,80 Euro).

GEÖFFNET Das Legoland öffnet bis einschließlich 3. November 2013 täglich um 10 Uhr und schließt je nach Saisonzeit um 18 oder 19 Uhr. Die Saison 2014 startet am 5. April 2014.

ANGEBOTE Übernachtungen im Feriendorf kosten für vier Personen (2 Erwachsene, 2 Kinder) im Standardzimmer im Ferienhaus ab 321 Euro, in der Ritterburg ab 411 Euro (jeweils inklusive Frühstück und Parkeintritt für zwei Tage), im Ritterzelt auf dem Campingplatz ab 168 Euro (ohne Frühstück, mit Parkeintritt an zwei Tagen).

INFO Legoland Gästeservice, Tel. 018 06/70 07 57 01 (20 Cent pro Anruf), www.legoland.de.

Sieger bei Familien

Bei einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Service Value wurde das Legoland Günzburg zum familienfreundlichsten Unternehmen in Deutschland gekürt. Die 34.591 Befragten setzten den Freizeitpark unter 327 Unternehmen aus 35 Branchen auf den ersten Platz. Info: www.servicevalue.de/familie.

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