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Sauna für Körper und Seele.

Höhepunkt beim Saunabesuch

Radolfzell/Wien - Der Höhepunkt eines Saunabesuchs: Wasser aus der Schöpfkelle prallt zischend auf die heißen Steine, es dampft. Hier gibt‘s Experten-Tipps für den Aufguss beim Saunabesuch. 

Mit einem Aufguss wird dem Hitze-Kälte-Reiz des Saunagangs die Krone aufgesetzt: Das Wasser vom Aufguss kondensiert und kühler, feuchter Film legt sich auf die Haut.

Der Körper reagiert: “Das Schwitzen wird dadurch blockiert, von innen heizt man sich noch mehr auf“, erläutert Ulrike Novotny, Medizinerin und Saunaexpertin aus Radolfzell am Bodensee.

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Schwitzen mit Stil - Sauna Knigge

Durch die schlagartig höhere Luftfeuchtigkeit beim Aufguss wird der Kreislauf noch mehr gefordert als ohnehin schon beim Saunieren. Die Gefäße erweitern sich stärker und die Haut wird noch mehr durchblutet.

Wer sich in der Sauna beim Aufguss unwohl oder schwindlig fühlt, Luftnot bekommt, sollte unbedingt hinausgehen - auch wenn manche hartgesottene Saunagänger das als Fauxpas empfinden. Rücksichtnahme auf andere zulasten der eigenen Gesundheit sei grundsätzlich falsch. Empfindliche Menschen verzichten im Zweifelsfall lieber ganz auf den Aufguss. Der positive gesundheitliche Effekt läßt sich auch ohne Aufguss erzielen, solange das Wechselspiel zwischen kalt und warm richtig eingehalten wird.

15 Minuten sind genug

Manchem stockt sogar in diesem Moment der Atem. Sie sprechen dann von einem “Gluthauch“, der durch die Sauna weht, erklärt Novotny. Verstärken lässt sich dieser Effekt, indem der Saunameister oder ein Gast die heiße Luft mit einem Handtuch, Fächer, Birkenzweig oder Palmwedel fächelt. Dadurch werde die Wasserdampfschicht von der Haut weggerissen und die Wärme unmittelbar spürbar, erläutert der Deutsche Sauna-Bund in Bielefeld. Doch auch das Wedeln ist kein Muss. Der Aufguss sollte immer am Ende des Saunadurchgangs liegen, alles andere belastet den Körper unnötig.

Der Sauna-Bund rät außerdem, sich nicht länger als 15 Minuten im Saunaraum aufzuhalten. Und keinesfalls darf zu viel Wasser aufgegossen werden. Die heute empfehlenswerte Menge liege bei 20 bis 30 Gramm Wasser je Kubikmeter Rauminhalt, früher seien es sogar nur 10 bis 15 Gramm gewesen.

 Da das für Laien je nach Größe des Saunaraums schwer abzuschätzen ist, bietet sich laut Medizinerin Novotny an, nicht mehr als zwei bis drei Kellen auf die Steine zu schöpfen. Außerdem sollte nicht alles auf einmal aufgegossen werden - besser sind zwei bis drei Portionen.

 Alternativ können Eiswürfel auf die heißen Steine gelegt werden: “Hier verdunstet das Wasser gleichmäßiger, weil das Eis ja erst schmelzen muss.“ Meist ist dem Wasser ein Duftstoff zugesetzt. “Nur Wasser und Dampf riecht manchmal nur so naja“, sagt die Medizinerin.

Eine Besucherbefragung des Sauna-Bundes scheint diesen negativen Eindruck zu bestätigen: Demnach mögen nur 3 Prozent der Saunagäste den reinen Wasseraufguss, 81 Prozent wünschen dagegen die Zugabe eines Duftstoffes. Weitere 12 Prozent schätzen überhaupt keinen Aufguss.

Aufguss mit Aromaöl

Ganz wichtig beim Thema Duft: Das Aufgusswasser darf nur mit wenigen Tropfen Aromaöl versetzt werden - nicht mehr als zwei bis fünf pro Kübel. Denn Öl ist leicht entflammbar und kann bei unsachgemäßer Anwendung zu schweren Verbrennungen führen - zum Beispiel, wenn es unverdünnt auf die heißen Steine gerät. In gewerblichen Saunen ist es daher in der Regel allein der Saunameister, der die Aufgüsse machen darf.

Privaten Saunabesitzern empfiehlt Kropf, das Ölfläschchen wegen der Brandgefahr erst gar nicht mit in die Saunakabine zu nehmen. Die Tropfen kommen am besten immer außerhalb der Sauna ins Wasser. Die Dosierung sollte immer auf der Flasche vermerkt sein. Außerdem muss die Qualität stimmen, damit keine gesundheitlich bedenklichen Stoffe zum Einsatz kommen. Zu erkennen sind solche Produkte zum Beispiel an dem blauen, tropfenförmigen Qualitätszeichen für Sauna-Aufgusskonzentrate und Duftstoffe, das der Sauna-Bund vor einigen Jahren entwickelt hat. Die Düfte können das Entspannungserlebnis befördern und das Wohlbefinden anregen. Typischerweise werden Zitrusdüfte wie Mandarine oder Zitrone verwendet. Geht es außerdem darum, eine positive Wirkung auf die Atemwege zu entfalten, bieten sich Düfte wie Latschenkiefer, Menthol oder Eukalyptus an.

dpa

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