Der Sonnenaufgang am zweiten Tag der Wanderung entschädigt für die Mühen des Vortages. Foto: Jan-Nikolas Picker
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Der Sonnenaufgang am zweiten Tag der Wanderung entschädigt für die Mühen des Vortages. Foto: Jan-Nikolas Picker
Der Überlandverkehr kann manchmal ziemlich anstrengend sein, wenn die ganze Zeit Karaoke auf dem Fernseher abgespielt wird. Foto: Jan-Nikolas Picker
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Der Überlandverkehr kann manchmal ziemlich anstrengend sein, wenn die ganze Zeit Karaoke auf dem Fernseher abgespielt wird. Foto: Jan-Nikolas Picker
Keine Profi-Trekker: Die Wandergruppe aus Europa wird von James angeführt - los geht es im Gänsemarsch. Foto: Jan-Nikolas Picker
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Keine Profi-Trekker: Die Wandergruppe aus Europa wird von James angeführt - los geht es im Gänsemarsch. Foto: Jan-Nikolas Picker
Kleine Bergdörfer schmiegen sich an die einsamen Hänge in der Shan-Region in Myanmar. Foto: Jan-Nikolas Picker
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Kleine Bergdörfer schmiegen sich an die einsamen Hänge in der Shan-Region in Myanmar. Foto: Jan-Nikolas Picker
Dieses Kloster auf dem Weg zum Inle-See bietet Mönchen und Touristen einen Platz zum Schlafen. Foto: Alexander Espig
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Dieses Kloster auf dem Weg zum Inle-See bietet Mönchen und Touristen einen Platz zum Schlafen. Foto: Alexander Espig
Der Inle-See ist berühmt für die Einbein-Fischer, die auf ihren Booten stehend mit einem Fuß das Ruder umschlungen halten und gleichzeitig mit einer Reuse Fische fangen. Foto: Alexander Espig
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Der Inle-See ist berühmt für die Einbein-Fischer, die auf ihren Booten stehend mit einem Fuß das Ruder umschlungen halten und gleichzeitig mit einer Reuse Fische fangen. Foto: Alexander Espig
Dieser Bauer wäscht seinen Wasserbüffel im Fluss. Der stört sich nicht daran, wenn noch Touristen ins kühle Nass steigen und sich dazugesellen. Foto: Alexander Espig
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Dieser Bauer wäscht seinen Wasserbüffel im Fluss. Der stört sich nicht daran, wenn noch Touristen ins kühle Nass steigen und sich dazugesellen. Foto: Alexander Espig
Schwimmende Dörfer und Gärten: Ziel des dreitägigen Trekkingtrips ist Nyaung Shwe am Inle-See. Foto: EPA/Str
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Schwimmende Dörfer und Gärten: Ziel des dreitägigen Trekkingtrips ist Nyaung Shwe am Inle-See. Foto: EPA/Str

In Myanmar bewegt sich was - Wandern durch goldenes Land

Burmesen in Winterklamotten und Einbein-Fischer in schwimmenden Gärten liegen in Myanmars Shan-Staat drei Tage voneinander entfernt - zu Fuß. Ein Trekkingtrip durch das goldene Land der Pagoden.

Kalaw (dpa/tmn) - Kalaw ist sehr beschaulich. Der Ort liegt im Shan-Gebiet, einem der sieben Verwaltungsgebiete in Myanmar, das noch immer für seine Autonomie kämpft. Die Ausflugsmöglichkeiten und die Nähe zum Inle-See mit seinen schwimmenden Gärten haben sich aber unter Touristen herumgesprochen.

Nicht nur die holprigen Straßen machen die etwa neunstündige Anreise aus der einstigen Hauptstadt Rangun anstrengend. Wie so oft in asiatischen Reisebussen werden Touristen und Einheimische durchgängig von Karaoke beschallt. Das Outfit an Start und Ziel unterscheidet sich durch mindestens drei Kleidungsschichten. Es ist kalt hier oben. Den Einheimischen scheint es ähnlich zu ergehen: An den Busbahnhöfen in der Region trifft man auf viele Burmesen in Schal und Handschuhen.

"Der anstrengendere Teil ist mit der Ankunft schon vorbei", sagt der freundliche Besitzer von "Sam's Family Restaurant". "Das Wandern ist dagegen ein Kinderspiel". In dem Restaurant und Trekkingbüro ist der Name Programm. Die ganze Familie ist da. Einer kocht, zwei kümmern sich um die Trekkingorganisation, der Rest gibt dem Nachwuchs Hausaufgabenhilfe. Dazwischen hungrige Reisende.

Es gibt verschiedene Trekking-Angebote, je nach Zeit und Kondition. Die beliebteste Route führt etwa 50 Kilometer von Kalaw nach Nyaung Shwe am Inle-See. Dafür hat man drei Tage Zeit. Statt Hotels und Restaurants gibt es Wildnis und Ruhe.

Die Gruppe, die am nächsten Vormittag am Treffpunkt steht, besteht aus vier Schweizern, zwei Österreichern und zwei Deutschen. "German Season" ist alles, was James dazu einfällt. James ist Ende 50 und der Guide der Tour. Er organisiert Wanderausflüge, seit es die ersten Touristen in das malerische Tal gezogen hat. Dazu kommt Oskar, ein Wegfinder in Ausbildung, der gerade mit der Schule fertig ist. Drei Köche komplettieren das Team, fahren mit Töpfen und frischen Zutaten auf ihren Motorrädern schon mal voraus.

Die Sonne scheint, es riecht nach Pinien, und nur wenige andere Menschen sind unterwegs. Es geht gemächlich voran. Gerade am Anfang geht es einige Male bergauf, doch James beruhigt: "Kalaw liegt auf 1350 Metern, unser Ziel auf 900. Es geht also mehr runter als rauf."

Das erste Ziel ist ein kleines Kloster. Die ersten Blasenpflaster sind zu verkleben. Je nach Jahreszeit blühen die unterschiedlichsten Nutzpflanzen auf den Feldern, die man unterwegs durchstreift.

Bergpanoramen wechseln sich mit kleinen Dörfern ab, aus denen einem immer wieder Kinder entgegenlaufen und fröhlich "Mingalaba!" rufen - "Hallo!" Fast als wüssten sie, um welche Uhrzeit die Trekker jeden Tag vorbeikommen. Die Mütter sortieren die Ernte und schauen ihren Sprösslingen hinterher. Elektronik und Strom sind in der Gegend noch nicht angekommen. Die Dorfbewohner sind nicht mit Auto und Motorroller unterwegs, sondern mit Fahrrädern und Ochsenkarren.

Am frühen Nachmittag ist das Nachtlager erreicht. Ein kleines Dorf, in dem die Gruppe nicht der einzige Gast ist. Für das Aufnehmen von Wanderern erhalten die Familien ein wenig Geld. Um den Schweiß und Staub des Tages abwaschen zu können, muss erst Wasser aus dem Dorfbrunnen geholt werden. Statt Duschbrause gibt es Eimer. Eiskalt, aber nach so einem Tag genau das Richtige.

Es riecht nach frischen, exotischen Gewürzen, als das Abendessen zubereitet wird. In jedem Haus leben mehrere Generationen unter einem Dach. Es gibt Erdnusscurry, Brot und Avocados. Und natürlich Reis. Zubereitet an der offenen Feuerstelle. Es schmeckt köstlich.

Der nächste Tag beginnt mit dem ersten Hahnenschrei. Kalt kann es hier nachts werden, fast alle haben gefroren. Warme Kleidung ist nicht nur im Reisebus ein Muss. Doch der Sonnenaufgang hinter den Bergen mit nebelverhangenen Tälern entschädigt dafür. Das Tagesziel kann in weiter Ferne als weißer Punkt mit goldenem Dach ausgemacht werden - die zum Kloster gehörende Pagode. Überall in dem Land ragen goldene Tempel aus der Landschaft. Myanmar ist bekannt für seine Pagoden.

Der Weg führt durch Felder, die von Bauern bestellt werden und durch menschenleere Wildnis. Gegen Mittag ist eine Badestelle erreicht. Ein kleiner Fluss, der durch das Tal mäandert. Doch die Wandergruppe ist nicht allein vor Ort. Ein Hirte badet seinen Wasserbüffel. Platz ist aber genug, schnell sind alle im kühlen Nass. Den Büffel stört es wenig. Nachdem er sich gesuhlt hat, wird er sauber geschrubbt. Auch die Österreicher trauen sich, helfen mit und sorgen für Gelächter.

Je näher das Kloster kommt, desto mehr Menschen sind auf den Wegen. "Heute Nacht ist Vollmond", erklärt James. "Die Bewohner kehren dann in die Kloster ein, um Opfergaben zu bringen."

Am Nachmittag ist das Kloster am Fuße des Berges erreicht. Es ist ein Ort für Waisen, über 30 Kinder leben hier. Nach einem ausgiebigem Fußballspiel - Mönche gegen Touristen - werden die Opfergaben der Bewohner umliegender Dörfer entgegengenommen. Zum Schluss wird gemeinsam gebetet, gesungen und gegessen.

Die erneut kalte Nacht endet um 4.30 Uhr. Gestärkt macht sich die Gruppe nach dem Frühstück in Richtung Inle-See auf. Zwischen Pinienwäldern und Reisterrassen wechselt sich die Landschaft ab. Nach einigen Stunden ist der See erreicht. Das Finale der Tour. Ein Boot bringt die erschöpfte Truppe über den großen Inle Lake nach Nyaung Shwe, vorbei an schwimmenden Dörfern und Einbein-Fischern.

James hat nun erstmal Urlaub, in seinem Alter kann er nicht mehr so oft Wandern gehen. Er nimmt den Bus zurück nach Kalaw. Handschuhe und Schal hat er im Gepäck.

Anreise: Direktflüge aus Europa gibt es nicht. Die einfachste Anreise erfolgt nach Rangun oder Mandalay mit Umsteigen in Bangkok.

Einreise: Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Myanmar ein Visum, das bei der Botschaft des Landes in Berlin beantragt werden kann.

Reisezeit: Das Klima in Myanmar ist tropisch. Die Trockenzeit dauert von Oktober bis Mai. Hauptreisezeit ist November bis Februar.

Geld: Ein Euro entspricht etwa 1380 Myanmarischen Kyat (Stand: November 2015).

Informationen: Botschaft der Republik Union Myanmar, Thielallee 19, 14195 Berlin, Tel.: 030/206 15 70, E-Mail: info@botschaft-myanmar.de.

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