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Gegen den Wind: Dennoch eignet sich kaum ein Fortbewegungsmittel besser um die Inselwelt von Dänemark zu erkunden als das Rad.

Gegen den Wind

Inselhopping in der dänischen Südsee

Kaum ein Fortbewegungsmittel eignet sich besser, um die Inselwelt von Dänemark zu erkunden. Nur mit einer Tücke haben Radler zu kämpfen, die man dort eigentlich gar nicht erwarten würde.

Weite Felder, Windräder am Horizont, eine frische Brise vom Meer - das ist Dänemark. Aber wer mit dem Rad unterwegs ist, spürt noch etwas anderes, und zwar in den Beinen: Steigungen. Dänemark ist streckenweise ein stetiges Auf und Ab, scheinbar endlos reiht sich ein Hügel an den nächsten. Wer die ganze natürliche Vielfalt der dänischen Südsee mit dem Drahtesel hautnah erleben will, dem sei Insel-Hopping empfohlen. Mit einer Kombination aus Fahrrad und Fähre lässt sich in gut einer Woche die Inselwelt von Als über Ærø, Langeland und Lolland bis nach Falster und Møn erkunden.

Ærø bietet das vielleicht schönste Ambiente: An der Ostseite der kleinen Insel entlang führt der Ostseeradweg von Søby nach Marstall. Immer wieder müssen sich Radurlauber die Hügel hinaufkämpfen - wohl dem, der wenig Gepäck dabei hat.

Einen Halt in Ærøskøbing sollten sich die Radreisenden unbedingt gönnen. Dieses Städtchen ist aus der Zeit gefallen: Kopfsteinpflasterwege führen durch den Ort mit kleinen, oft unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhäuschen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Selbst Supermarkt und Post verstecken sich hinter gepflegten Fassaden.

Bevor auf Lolland endlich Fahren im Flachland angesagt ist, wartet auf dem Weg von Ærø dorthin noch das stetige Auf und Ab von Langeland. Hier geht es durch einsame Wälder und vorbei an zahlreichen historischen Hünengräbern.

Die Fährfahrt von Spodsbjerg nach Tars auf Lolland dauert rund 45 Minuten. Dort gelandet, kommen die Besucher an den Spuren der Familie Reventlow kaum vorbei. Mehr als 200 Jahre besaßen die Reventlows Güter auf Lolland. In Pederstrup befand sich der Herrensitz der Familie, das heutige Reventlow-Museum.

Falster und Møn tragen ihren Teil dazu bei, in der dänischen Südsee in kurzer Zeit die vielfältigsten Landschaften durchradeln zu können. Vom Touristenort Marielyst bis nach Stubbekøbing auf Falster beispielsweise führt der Radweg durch waldiges Gebiet immer am Meer entlang. Die Eichen, Buchen und Eschen wachsen bis an die Hänge. Menschen sind kaum unterwegs, Autos wirken wie Fremdkörper.

Møn ist mit einer Minifähre nach Bogø und von dort radelnd über eine Sundbrücke zu erreichen. Es beherbergt eines der schönsten Naturdenkmäler Dänemarks: Møn's Klint. Über 100 Meter hoch ragen weiße Kreidefelsen an der Ostseite der Insel in den Himmel.

Wer von der Idylle, der Ruhe und der Radelei die Nase voll hat, erreicht nach einer Kurzetappe das südliche Seeland und nimmt von verschiedenen Städten aus den Zug nach Kopenhagen. Wenn dort nach anderthalb Stunden die Waggontüren aufgehen, explodiert das Leben um einen herum. Die fehlenden Menschen auf den Inseln, hier scheinen sie alle versammelt.

Von Petra Reinken, dpa

DÄNISCHE SÜDSEE PER RAD

ANREISE: Die Tour kann in Flensburg beginnen (Regionalbahn, ab Hamburg etwa zwei Stunden). Am Wasser entlang geht es bald über eine kleine Holzbrücke nach Dänemark.

STRECKE: Der Weg über die Inseln der dänischen Südsee ist zwischen 300 bis 400 Kilometer lang. Wer will, kann die dänischen Etappen des Ostseeradweges fahren, die Inselwelt bietet aber eine Fülle an Möglichkeiten, von der Hauptroute abzuweichen. Es wechseln sich hügelige Landschaften (besonders auf Als und Ærø) mit flachen Ebenen (zum Beispiel auf Lolland) ab.

WOHNEN: Auf allen Inseln gibt es Campingplätze, die man in einer Tagesetappe anfahren kann. Oft sind sie mit Hütten ausgestattet.

MEHR INFOS: www.bikeandsea-denmark.com/

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