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Zwei in ihrem Element: Delfin JoJo und sein Freund, der Meeresbiologe Dean Bernal

JoJo und ich: Eine Delfingeschichte aus der Karibik

Ein Gemälde kann nationales Kulturgut sein... Auf den Turks and Caicos, einem kleinen Inselstaat an der Grenze vom Atlantik zur Karibik, ist ein Delfin zum Kulturgut erklärt worden. Aber bis es so weit kam, das ist eine lange, spannende und herzergreifende Geschichte. Der Meeresbiologe Dean Bernal hat sie in einem Buch erzählt.

Mit Delfinen zu schwimmen, so heißt es, soll glücklich machen. Es soll Depressive heilen und Behinderten helfen, sich im Leben besser zurechtzufinden. Aber was ist mit den Tieren? Macht es auch sie glücklich, als Freizeitobjekt des Menschen ihren Dienst zu tun? Ist Flippers Lachen wirklich echt?

Jojo und Ich - das Buch:

Dean Bernals Buch „JoJo und ich – die Geschichte einer tiefen Freundschaft“ ist im Verlag Integral erschienen. Preis: 18,99 Euro.
ISBN 978-3-7787-9232-2.

Vielleicht macht es glücklicher, Dean Bernals Buch über JoJo, den Delfin, zu lesen. Weil dieses Tier nicht in einem Aqua-Park eingesperrt ist und für Kunststücke und den Dienst am Menschen dressiert wurde. JoJo ist ein wilder, frei lebender Tümmler, der selbst entschieden hat, mit wem er zu tun haben will. Nicht nach Stundenplan. Er bestimmt das Wann und das Wie. Und Tauchlehrer Dean Bernal, den JoJo als Freund auserkoren hat, setzt sich mit allen Mitteln dafür ein, damit das auch so bleiben kann. Dafür, dass JoJo seine Freiheit behält.

JoJos Schicksal und das seiner Artgenossen weltweit ist für den Meeresbiologen Bernal zur Lebensaufgabe geworden. Dafür hat er die Marine Wildlife Foundation gegründet, eine Organisation, die sich dem Schutz der Tiere und ihrer Lebenräume widmet. Und darüber hat er jetzt ein Buch geschrieben: „JoJo und ich. Die Geschichte einer tiefen Freundschaft.“

Wie alles begann: 1981 war Dean Bernal das erste Mal in das Inselparadies in der Karibik gekommen. Das frische Diplom als Meeresbiologe in der Tasche, wollte er dort für einige Zeit als Tauchlehrer jobben. Es wurde eine Lebensaufgabe. Weil ein junger Delfin, der offensichtlich keine Familie mehr hatte, sich diesen Menschen, der die meiste Zeit des Tages mit Flossen an den Füßen durchs Meer pflügt und bis zu fünf Minuten ohne Sauerstoffflasche tauchen kann, als Freund aussuchte.

Dean Barnel sagt heute, diese Freundschaft habe sein Weltbild verändert, seine Sicht der Dinge und der Natur und vor allem seine Sicht für das Wesentliche im Leben.

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JoJo lässt sich nicht dressieren, er interessiert sich für alles, was um ihn herum passiert. „Wer genau hinschaut wird feststellen, dass er viel mehr kann als jeder Delfin im Aquarium“, schreibt Dean Bernal in seinem Buch. JoJo kann zum Beispiel Meeresschneckengehäuse aus der Tiefe hervortauchen oder junge Haie ärgern. Er kann Wasserskifahrer aus dem Konzept bringen, dass sie das Gleichgewicht verlieren. Weshalb ihm Maria, die Chefin der Wasserskischule, den Krieg erklärt. Sie attackiert ihn mit den Brettern, er schnappt sich die Skier, klemmt sie unter die Flosse und verstaut sie auf dem Meeresboden. Das ist für Außenstehende witzig, für Menschen, die vom Tourismus leben, aber ärgerlich. Und für JoJos Freund Dean ein Problem, eines von vielen. JoJo soll eingefangen und abgeschoben werden aus seinem natürlichen Lebensraum, soll den Urlaubern, die immer zahlreicher auf die Inseln kommen, weichen.

Dean setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um das zu verhindern. Und er nimmt den Kampf auf gegen die nahe am Ufer kurvenden Jetskiboote, deren Schrauben Delfine immer wieder schwer verletzen. Er mobilisiert die Bevölkerung gegen Fangnetze, in denen auch JoJo beinahe verendet wäre. Er geht auf Weltreise als Botschafter für die Belange der Meeresbewohner. Und er gewinnt dabei immer mehr prominente Mitstreiter wie Schauspieler Robin Williams und das englische Königshaus. JoJo und Dean – ihre Freundschaft versetzt Berge.

Um es vorwegzunehmen: Die Geschichte von JoJo und seinem Menschen – sie hat ein Happy End. Und auch deshalb macht Dean Bernals Buch glücklich. Viel mehr, als in einem Aquarium hinter einem Delfin herzuschwimmen, der scheinbar dabei lächelt ...

Christine Hinkofer

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