Jugend Strand
+
Jugend forscht: Im Teenageralter ist Urlaub mit der Familie nicht mehr so spannend, viel lieber verreist der Nachwuchs mit Gleichaltrigen.

Check-Liste für Eltern

Jugend macht Urlaub

Der erste Urlaub ohne Eltern ist spannend. Wir geben Tipps, wie man den Nachwuchs sorgenfrei auf Reisen schickt. Wie junge Leute am liebsten verreisen und was dabei zu beachten ist

Es ist eine spannende Zeit im Familienleben, wenn aus Kindern junge Erwachsene werden. Neben vielen anderen Dingen des Alltags steht auch der gemeinsame Urlaub auf dem Prüfstand. Wenn Eltern ihr Kind dann zum ersten Mal alleine wegfahren lassen, ist dies ein sehr wichtiger Schritt auf dem Weg zur Selbstständigkeit. Urlaubserlebnisse mit Gleichaltrigen ermöglichen dem Kind, selbstbewusster zu werden, sich auszuprobieren, sich auch außerhalb der Familie zurechtzufinden – sie können fürs ganze Leben prägen.

Dass der Nachwuchs immer früher flügge wird, merken auch die Reiseveranstalter: Rund zwölf Milliarden Euro beträgt der Jahresumsatz in Deutschland. Den Markt teilen sich viele kommerzielle Anbieter mit betreuten Jugendreisen, die unter anderem von sozialen Verbänden, Kirchen oder Sportvereinen organisiert werden. Neben den klassischen Urlaubsreisen mit Sonne und Strand gibt es auch beispielsweise Sprachreisen oder soziale Einsätze.

Bereits bei den Informationen und der Buchung unterscheidet sich die Altersgruppe der 14- bis 30-Jährigen deutlich von den Erwachsenen. Rund 80 Prozent von ihnen nutzen ausschließlich das Internet, informieren sich dort in Blogs, bei YouTube und tauschen sich über Communitys und soziale Netzwerke aus. Das Reisebüro oder klassische Pauschal-Veranstalter wie TUI, Thomas Cook oder Dertour kennen sie oft gar nicht.

Auch weil sie in ihren Plänen und ihrem Freizeitverhalten sehr sprunghaft sind, tun sich die Anbieter schwer. Marktforscher können kaum die aktuellen Trends dieser Zielgruppe erkennen. Eine der wenigen gesicherten Erkenntnisse ist, dass die Auswahl der Reise nicht nach dem Ziel erfolgt, sondern nach dem Angebot vor Ort, so die Erkenntnisse der Analyse Jugendreisen 2.0 der RUF-Akademie.

Ab wann der Nachwuchs ohne elterliche Aufsicht verreisen darf, liegt im Ermessen der Erziehungsberechtigten. Bei unter 18-Jährigen müssen die Eltern den Reisevertrag unterschreiben, und wer noch nicht volljährig ist und als Pärchen das Zimmer mit Freund oder Freundin teilen möchte, braucht dafür eine schriftliche Erlaubnis der Eltern.

Die schönsten Partystrände Europas

Die schönsten Partystrände Europas

Sehr beliebt bei jungen Menschen sind Reisen in kleineren unabhängigen Gruppen. Der Vorteil ist, dass in der Clique die Verantwortung aufgeteilt wird und jeder Einzelne unterschiedliche Gesprächs- und Freizeitpartner hat. Allerdings können unterschiedliche Interessen und verantwortungsloses Verhalten Einzelner zu Spannungen führen.

Viele Eltern erlauben darum ihren Kindern erst einmal eine organisierte Reise mit Spezialveranstaltern, denn wenn der Familienurlaub zu langweilig geworden ist und der Nachwuchs lieber mit Gleichaltrigen unterwegs sein will, sind Gruppenreisen ein gutes Angebot.

Damit Eltern den richtigen Veranstalter für ihr Kind finden und Sohn oder Tochter beruhigt verreisen lassen können, hat das Bundesforum Kinder- und Jugendreisen e.V. eine Checkliste erstellt, mit der die wichtigsten Qualitätskriterien überprüft werden können.

Orientierung: Welche weltanschaulichen Auffassungen bzw. Wertorientierungen vertritt der Veranstalter? Welche Aktivitäten ergeben sich ggf. aus dieser Wertorientierung für die Freizeit?

Angebot: Welche Leistungen sind mit dem Teilnehmerpreis beglichen? Sind die Allgemeinen Geschäftsbedingungen vollständig enthalten? Kann ich sie problemlos einsehen?

Buchung: Wie groß ist der Aufwand zum Buchen der Reise? Gibt es Aussagen zum Erreichen der Mindestteilnehmerzahl und damit zum tatsächlichen Stattfinden der Reise? Erhält man sofort eine Bestätigung? Wird ein Sicherungsschein ausgehändigt?

Versicherung: Welche Versicherung schließt der Veranstalter für die Reiseteilnehmer ab bzw. welche Absicherungen sind im Reisepreis enthalten?

Informationen: Wird nach der Buchung eine weitere Beratung angeboten? Entspricht die Reise den Erwartungen des Kindes/Jugendlichen?

Anreise: Wie erfolgt der Transport? Wird die gesamte Anreise durch einen Mitarbeiter des Veranstalters betreut? Wie organisiert der Veranstalter, dass die Beförderung zum Ferienort Teil des Reiseerlebnisses ist?

Unterkunft: Wie groß sind die Mehrbettzimmer? Welche Räume sind zur Freizeitgestaltung vorhanden?

Verpflegung: Inwieweit können Wünsche der Reiseteilnehmer bei der Verpflegung berücksichtigt werden?

Betreuung: Wer sind die Betreuer? Wie ist das Betreuerteam ausgebildet und zusammengesetzt? Welchen Betreuungsschlüssel gibt es? Sind die Betreuer auch für Themen wie sexuelle Gewalt und Ausbeutung sensibilisiert worden?

Kontakt: Sind Mitarbeiter des Veranstalters auch außerhalb normaler Büroöffnungszeiten erreichbar?

Erreichbarkeit: Gibt es eine Beratungs- oder Informationshotline während der Reisezeit? Ist E-Mail-Kontakt möglich? Gibt es feste Zeiten, an denen Eltern immer jemanden erreichen können?

Programm: Gibt es ein Programm? Welche Möglichkeiten haben die Reiseteilnehmer, das Programm mitzubestimmen?

Wertsachen: Gibt es Möglichkeiten der Taschengeldverwaltung und der Aufbewahrung von Wertgegenständen?

Abreise: Wie gewährleistet der Veranstalter die sichere Rückkehr in den Verantwortungsbereich der Eltern?

Nacharbeit: Werden Nachtreffen organisiert? Werden die Ferienfreizeiten mit den Teilnehmern ausgewertet? Wie fließen Wünsche und Anmerkungen der Teilnehmer in die Planung des nächsten Jahres ein?

Volker Pfau

Information

Das Bundesforum Kinder- und Jugendreisen wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Das Bundesforum überprüft auch Veranstalter und verleiht ihnen – wenn die Kriterien erfüllt werden – das Siegel Qualitätsmanagement Kinder- und Jugendreisen. Weitere Informationen im Internet unter www.bundesforum.de.

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Urlaub im eigenen Land: Bayern liebstes Urlaubsziel der Deutschen

Deutschland wird als Reiseziel immer beliebter. Zwei von drei Deutschen machen Urlaub im eigenen Land. Das beliebteste Bundesland mit Abstand: Der Freistaat Bayern.
Urlaub im eigenen Land: Bayern liebstes Urlaubsziel der Deutschen

Ich packe meinen Rucksack: Checkliste für Wanderungen

Wanderungen können wunderbar entschleunigen. Wer seinen Rucksack packt, um in die Berge zu ziehen, sollte allerdings nicht nur an Entspannung denken, sondern auch an ein …
Ich packe meinen Rucksack: Checkliste für Wanderungen

Airline-News: Internet und neue Flugziele

In Lufthansa-Maschinen kann man künftig surfen. Wow Air fliegt nach New York. Und Condor nimmt Malta, Porto Santo, Samos und Volos ins Visier.
Airline-News: Internet und neue Flugziele

Mallorca: Touristensteuer ist in Kraft

Mallorca erwartet dieses Jahr eine Rekord-Saison. Im Sommer wird der Ballermann wie nie zuvor aus allen Nähten platzen. Nun ist auch die umstrittene Touristensteuer in …
Mallorca: Touristensteuer ist in Kraft

Kommentare