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Nur Fliegen ist schlimmer: Flugangst ist weit verbreitet, aber lösbar.

Keine Angst vorm Fliegen

Über 50.000 Flüge starten Tag für Tag auf der ganzen Welt. In vielen von ihnen sitzen Passagiere, die die Freiheit über den Wolken kein bisschen genießen können, sondern die von der ersten bis zur letzten Minute Angst haben.

Flugangst in Zahlen

Laut einer Studie des Deutschen Flugangst-Zentrums gibt es drei Gruppen Betroffener:

68,3 Prozent sind mindestens einmal im Leben geflogen, die Flugangst trat plötzlich und unerwartet auf.

22,9 Prozent nennen als Auslöser ihrer Flugangst eine subjektiv negative Erfahrung (z.B. heftige Turbulenzen, Notlandung).

8,8 Prozent sind hingegen noch nie geflogen und haben Angst vor dem ersten Mal.

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Die besten Tipps gegen Flugangst

Für sie gibt es jetzt ein Buch, mit dem es an Bord stressfreier werden soll – geschrieben von einer Psychologin und einem Flugkapitän. 
„Fliegen Sie doch einfach mal … entspannt!“ heißt das Buch, das Dr. Laura Del Fabro-Güntsch und Cpt. Fabio Cassan geschrieben haben. Die Wissenschaftlerin leitet seit 13 Jahren Flugangstseminare bei Lufthansa und Air Dolomiti (Erfolgsquote 94 Prozent), der Pilot kann über 13.000 Flugstunden vorweisen und ist Dozent bei Flugangstseminaren. Das Buch der beiden Experten ist kein trockener Ratgeber mit klugen Tipps, die in der Luft wenig helfen, sondern es geht auch um die Faszination des Fliegens. Ein Buch mit vielen Fragen und Antworten, aber ohne erhobenen Zeigefinger.

Wie schaffen es die Piloten, sich bei all den Knöpfen und Instrumenten im Cockpit zurechtzufinden?

Training, Training und nochmals Training. Die verschiedenen Abläufe und Handgriffe werden immer wieder mit Flugsimulatoren geprobt, die alle nur denkbaren Szenarien darstellen können. Darüber hinaus gibt es eine Checkliste, eine Auflistung aller auszuführenden Kontrollen, die sorgfältig Punkt für Punkt durchgegangen wird.

Warum vibriert das Flugzeug während des Starts?

Die Startleistung der Motoren wird auf Grundlage verschiedener Parameter berechnet, wie z.B. dem Gewicht des Flugzeugs. Sie liegt in der Regel unterhalb der möglichen Höchstleistung; deshalb gibt es immer eine Sicherheitsreserve. Oft vibriert das Flugzeug auch aufgrund der Beschaffenheit der Piste oder weil Kunststoffverkleidungen an Sitzen oder Ablagen im Flugzeug vorhanden sind, die vibrieren können, oder aber das verstaute Geschirr klappert.

Nach dem Start wird zunächst das Fahrwerk eingefahren. Wenn die Motorleistung auf einer Höhe von etwa 500 Metern gedrosselt wird, ist das ein Zeichen dafür, dass das Flugzeug von der Startphase in den etwas weniger steilen Steigflug übergegangen ist.

Ist Kurvenfliegen gefährlich?

Nein. Ein Flugzeug, das eine Kurve fliegt, muss eine Schräglage einnehmen. Diese Richtungsänderungen verlaufen in der Regel fließend und angenehm. Sie können manchmal vielleicht etwas störend wirken, doch sind sie nicht gefährlich.

Kann ein Flugzeug weiterfliegen, wenn ein Motor ausfällt?

Ja, das ist möglich. Ein zweimotoriges Flugzeug ist auch mit nur einem Motor voll flugfähig. Da aber aus Prinzip die Motoren immer doppelt vorhanden und einsatzbereit sein sollen, würden die Piloten auf dem nächsten verfügbaren Flughafen landen.

Können Turbulenzen gefährlich werden?

Nein, das können sie nicht. Es gibt aber auch die sogenannten „clear air“-Turbulenzen, die außerhalb von Wolken entstehen. Da die Piloten sie nicht erkennen können, ist es auch etwas schwieriger, ihnen auszuweichen. Sie können unangenehm sein, aber das Flugzeug ist so konstruiert, dass sie keine wirkliche Gefahr darstellen. Meistens hilft es, wenn die Piloten eine andere Höhe oder Route wählen.

Warum werden die Motorengeräusche leiser, wenn der Landeanflug beginnt?

Da Verkehrsflugzeuge gute Segeleigenschaften besitzen, muss schon in einiger Entfernung vom Zielflughafen die Motorleistung gedrosselt werden, damit das Flugzeug während des Sinkfluges nicht schneller wird. Um den Anflug den Gegebenheiten des übrigen Flugverkehrs anzupassen, muss die Leistung der Motoren immer wieder von den Piloten angepasst werden. Auch der Sinkflug findet – wie der Start – meist in mehreren Etappen statt.

Warum hört es sich nach dem Aufsetzen auf der Landebahn manchmal so an, als würden die Motoren wieder auf Höchstleistung gefahren? Müsste nicht gebremst werden?

Wird die Richtung des Luftstroms der Triebwerke nach dem Aufsetzen umgekehrt, werden die Triebwerke also auf negativen Schub gefahren, kann man die Motoren als zusätzliche Bremse nutzen.

Wie viele Flüge macht eine Maschine pro Tag?

Bei Kurzstreckenflügen können es bis zu acht oder neun Flüge sein. Auf langen Strecken, von Kontinent zu Kontinent, manchmal nur einer. Für jeden Flug muss Treibstoff getankt, die Kabine gesäubert und die Verpflegung an Bord genommen werden.

V.P.

DAS BUCH

„Fliegen Sie doch einfach mal … entspannt“ von Fabio Cassan und Laura Del Fabro-Güntsch, aus dem die Fragen und Antworten im Text stammen, kann im Internet unter http://de.spazioitalia.com zum Preis von 19 Euro bestellt werden.

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