Frühling auf die holländische Art: Ein Radlausflug durch Tulpenfelder, die bis zum Horizont reichen.
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Frühling auf die holländische Art: Ein Radlausflug durch Tulpenfelder, die bis zum Horizont reichen.

Keukenhof

Der Weg der Tulpe

Wenn der Keukenhof in diesen Tagen wieder seine Tore für die große Blumenschau öffnet, so ist es diesmal ein absolutes Heimspiel – für Holland und die Tulpe.

Nach Russland, Deutschland, Polen und Großbritannien sind heuer nämlich die Niederländer selbst Partnerland ihrer berühmten Gartenausstellung. Und die ist mehr denn je der Zwiebel gewidmet, die alle Jahre wieder die Frühlingsgefühle weckt.

Holland, die Grachten, das Radl, die Windmühle und die Tulpe – das gehört zusammen wie Bayern, die Isar und der Biergarten. „Tulpen aus Amsterdam“ heißt es ja nicht nur im Schlager. Dabei hat die Blume, die aus der Zwiebel kommt, einen weiten Weg gemacht, bis sie vor 500 Jahren an der Nordseeküste heimisch wurde.

Ursprünglich stammt sie nämlich aus den Bergen Chinas, reiste dann auf den alten Handelsrouten der Seidenstraße bis in die Türkei. Dort war sie, lange bevor sie in den Vasen betuchter Europäer landete, eine ganz große Nummer am Hof der Sultane von Konstantinopel. Die feierten schon Frühlingstulpenfeste, da war der Keukenhof noch der Kräutergarten der Gräfin Jacoba von Bayern.

Die berühmteste Blumenschau der Welt.

Als die Holländer begannen, mit der Welt Handel zu treiben wurde die Tulpenzwiebel bald zum begehrten Spekulationsobjekt der Kaufleute. Der Botaniker Carolus Clusius hatte sie mittlerweile in seine Heimat gebracht. Ein Goldstück. Für seltene Sorten wie die Anvers-Tulpe legten Liebhaber damals bis zu 510 Gulden auf den Tisch, das war im 17. Jahrhundert in etwa das doppelte Jahresgehalt eines Lehrers. Der Gier waren keine Grenzen gesetzt. Sogar Verbrechen geschahen im Namen der Tulpe, wie Alexandre Dumas im Roman „Die Schwarze Tulpe“ beschreibt. Bis heute sind die Königinnen der Nacht oder Black Parrot, wie die dunklen Kelche heißen, die Stars unter den Züchtungen. Moderne Sorten tragen inzwischen auch moderne Namen wie Ronaldo oder Blackjack.

Der historische Garten im Keukenhof gibt Einblick in die Jahrhunderte alte Entwicklung der Blumenzucht in Holland. Hier steht auch die Büste des Botanikers Clusius, der dafür veranwortlich ist, dass Tulpen heute tatsächlich vor allem aus Amsterdam kommen.

ch

Weitere Blumenschauen in Holland

  • 40 Kilometer Blumenparade

50 riesige Floße und 30 geschmückte Wagen nehmen an der Blumenparade teil, die auf einer Strecke von 42 Kilometern zwischen den Städten Nordwijk und Haarlem unterwegs ist. In diesem Jahr findet die Parade am 3. Mai statt. Beginn um 9.30 Uhr in Nordwijk, Ende in Haarlem um 21 Uhr. Gegen 15.30 Uhr ist die Parade am Keukenhof.

  • Blumen unter dem Hammer

Floraholland in Naaldwijk ist das größte Schnittblumen-Auktionshaus der Welt. Wer den florealen Kaufrausch erleben will, muss früh aufstehen: Um sieben Uhr geht’s los.

  • Schwimmender Blumenmarkt

Hollands bekanntester Blumenmarkt befindet sich entlang der Gracht mit dem Namen Singel in Amsterdam. Der schwimmende Markt (die Waren werden auf Kähnen angeboten) wurde erstmals 1862 abgehalten. Geöffnet ist er täglich von 9 bis 17.30 Uhr, am Sonntag von 11 bis 17.30 Uhr.

Der Keukenhof

REISEZIEL Die 32 Hektar große Gartenanlage befindet sich in den Niederlanden zwischen Amsterdam und Den Haag in der Nähe von Lisse. Sieben Millionen Blumenzwiebeln, davon 4,5 Millionen Tulpen, sind im Park eingepflanzt, was den Keukenhof zur größten Blumenzwiebelschau der Welt macht. Geöffnet ist der Keukenhof jeweils nur an acht Wochen im Jahr, heuer vom 20. März bis 18. Mai.

ANREISE Mit dem Auto auf der niederländischen A 1 nach Amsterdam, von dort weiter auf der A 4 Richtung Den Haag, dann Richtung Lisse und Keukenhof. Bequem geht’s auch per Bahn: IC-Verbindung mit Umstieg in Utrecht nach Leiden, ab dort fahren Linienbusse.

ÖFFNUNGSZEITEN täglich von 8 bis 19.30 Uhr. Eintritt 15 Euro, Kinder 7,50 Euro. Täglich kostenlose Führungen auch auf Deutsch, Info an den Eingängen.

ANGEBOT Der Busreisenveranstalter Berr bietet im Mai das Arrangement „Tulpenblüte in Holland“ an, bei dem neben dem Besuch im Keukenhof auch noch der Blumenkorso sowie Amsterdam besucht werden. Inklusive Busanreise sowie drei Übernachtungen mit Frühstück kostet das Package 365 Euro pro Person. Info und Buchung direkt bei Berr Reisen in Bruckmühl, Tel. 08062/ 90 67 70, Internet: www.berr-reisen.com.

WEITERE INFOS Niederländisches Büro für Tourismus, Köln, Internet: www.holland.com, www.niederlande.de, Keukenhof, Lisse, Tel. 0031/252/46 55 55, im Internet: www.keukenhof.nl.

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Christine Hinkofer

Christine Hinkofer

E-Mail:Christine.Hinkofer@tz.de

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