Haft- und Prügelstrafe für Graffiti-Sprayer
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Ins Gefängnis müssen zwei Leipziger, weil sie in Singapur einen U-Bahn-Wagon mit Graffiti verziert haben.

Kuriose Gesetze

Harte Strafen: Wo Sie im Urlaub aufpassen müssen

In Singapur drohen zwei Graffiti-Sprayern Stockhiebe. Das Land ist für seine drakonischen Strafen bekannt. Wir verraten Ihnen wo Sie keine Röcke tragen oder Sex im Auto haben sollten.

Die beiden Leipziger Graffiti-Sprayer, die am Donnerstag in Singapur zu einer Prügelstrafe und neun Monaten Haft verurteilt worden sind, haben vielleicht gewusst, was ihnen droht, wenn sie erwischt werden. Wer ins Ausland fährt, sollte allerdings die Gesetz kennen. Der kleine, reiche asiatische Stadtstaat Singapur rühmt sich mit einer der niedrigsten Kriminalitätsraten der Welt. Das führt die Regierung unter anderem auf ihre drakonischen Strafen zurück: von Geldbußen über lange Haftstrafen sowie Stockschläge und Hinrichtung. Sowohl Verbrechen als auch Vergehen, die anderswo mit Geldbußen geahndet würden, werden rigoros verfolgt.

Kaugummi verkaufen, Pornografie, nackt in der eigenen Wohnung herumlaufen - all das ist verboten und wird geahndet. In öffentlichen Toiletten nicht abzuziehen, zog auch lange eine Geldstrafe nach sich. Inzwischen haben alle Toiletten automatische Wasserspülungen.

Todesstrafe bei Drogenbesitz

Besonders streng ist die Justiz in Singapur bei Rauschgiftdelikten. Auf Drogenhandel oder -schmuggel steht schon bei kleinen Mengen zwingend die Todesstrafe, bei Kokain etwa ab 30 Gramm. 1994 wurde ein 59-jähriger Niederländer als erster westlicher Ausländer trotz internationaler Gnadenappelle wegen Heroinbesitzes hingerichtet. Er hatte 4,3 Kilogramm der Droge im Koffer. 2005 wurde einem 25 Jahre alten Australier wegen Rauschgiftschmuggels mit dem Tode bestraft. Damals halfen selbst die Einwände von Papst Benedikt XVI. und dessen Vorgänger Johannes Paul II. nichts. Auch einer 23-jährigen Deutschen drohte 2002 die Todesstrafe. Wegen guter Führung kam sie aber nach drei Jahren Haft frei.

Peitschenhiebe für Alkohol

Aber auch in anderen Ländern gibt es kuriose Vorschriften, die mit harten Strafen oder hohen Bußgeldern verfolgt werden. Kettenraucher sollten beispielsweise das Königsreich Bhutan in Südasien meiden. Dort wird nämlich öffentliches Rauchen mit einer Strafe von rund 200 Euro gesühnt. Verkauft man Glimmstängel, droht Gefängnis. Das Mitbringen eigener Zigaretten ist zwar erlaubt, bei der Einreise wird jedoch eine hundertprozentige Einführsteuer fällig.

Wer auf Partyurlaub steht, sollte Saudi-Arabien von seiner Liste der Wunschreiseziele streichen. Dort gibt es Peitschenhiebe, wenn man betrunken in der Öffentlichkeit herumläuft. In Touristenregionen ist Alkoholkonsum im Gegensatz zum Rest des Landes sogar erlaubt - aber bitte hinter verschlossenen Türen!

Gefängnis für Nacktbaden

  • In Kenia kann FKK-Baden direkt ins Kittchen führen. "Oben ohne" Autofahren ist zum Beispiel in Thailand nicht gern gesehen. Auch wer ohne Unterwäsche seine Unterkunft verlässt, riskiert eine Strafe. Auf der Antilleninsel Grenada sind Badehosen nur am Strand erlaubt. Beim Einkaufen sind ist ein seriöseres Beinkleid erwünscht. Wer sich nicht daranhält, muss bis zu 200 Euro zahlen.
  • Das Urlaubsland Türkei ist bei viele Deutschen sehr beliebt. Das kann sich allerdings schnell ändern. Immer wieder wandern Touristen ins Gefängnis, weil sie am Strand gesammelte Steine mit in die Heimat nehmen wollten. Grund: Werden Steine von den Kontrollbehörden als antik eingestuft, gibt's Ärger. Für antike Souvenirs braucht es nämlich ordnungsgemäße Papiere.
  • In England sollten Reisende ihr Gepäck lieber nicht einfach unbedacht stehen lassen. Aufgrund der Terrorgefahr steht das unter Strafe.
  • In Italien haben es traditionsbewusste Schotten schwer. Dort besteht tatsächlich ein Gesetz, das Männern untersagt, einen Rock zu tragen.
  • Während in Italien der Männerrock verboten ist, herrscht für Frauen im US-Staat Arizona dagegen Rockpflicht. In Tucson sind Hosen für das weibliche Geschlecht tabu.

Was Sex angeht, schrillen bei Amerikanern die Alarmglocken recht schnell. Touristen sollten sich am besten nicht in ihrem Mietwagen vergnügen, denn Sex im Auto ist zum Beispiel in Coeur d‘Alene (Idaho) strafbar. Wer beim Liebesspiel erwischt wird, hat theoretisch aber noch drei Minuten Zeit für den Höhepunkt. Denn, Polizisten müssen vor einer möglichen Festnahme hupen und dann drei Minuten warten.

In Kentucky dürfen Frauen nur in einem Badeanzug auf die Straße, wenn sie weniger als 42 Kilo oder mehr als 92 Kilo auf die Waage bringen. Ist die Frau bewaffnet, spielt das Gewicht aber keine Rolle mehr.

mas/dpa

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