Die Piloten der Lufthansa setzen ihren Streik fort. Am Mittwoch sind davon Kurz- und Mittelstrecken betroffen. Foto: Frank Rumpenhorst
+
Die Piloten der Lufthansa setzen ihren Streik fort. Am Mittwoch sind davon Kurz- und Mittelstrecken betroffen.

Wie Sie trotz Streik ans Ziel kommen

Lufthansa-Streik: Diese Rechte haben Reisende

Hannover - Die Lufthansa-Piloten haben ihren zweiten Streiktag begonnen. Betroffen sind Verbindungen auf Kurz- und Mittelstrecken. Diese Rechte haben Fluggäste bei Verspätungen und Ausfällen.

Update vom 6. November 2015: Ab Freitag, 14 Uhr, treten die Flugbegleiter der Lufthansa in den Ausstand. Alle Infos zum Lufthansa-Streik finden Sie in unserem News-Ticker.

Fällt ein Flug wegen eines Streiks aus, muss die Airline schnellstmöglich eine Ersatzbeförderung organisieren. Außerdem ist sie verpflichtet, am Flughafen gestrandete Passagiere bei längeren Verspätungen mit Essen und Getränken zu versorgen.

Seit Mitternacht konzentrieren die Piloten der Lufthansa ihren Streik auf Kurz- und Mittelstrecken. Zuvor hatten sie ihre Arbeitsniederlegung noch auf die weniger zahlreichen Fernflüge beschränkt. Zehntausende Passagiere müssen während des bis Mitternacht (24.00 Uhr) dauernden Streiks mit einem Sonderflugplan vorliebnehmen. Was Kunden und Passagiere jetzt wissen müssen:

Wann und wo wird gestreikt?

Der am Dienstag (8. September) von 8.00 bis 24.00 Uhr angesetzte Streik hatte Auswirkungen auf Langstrecken-Flüge ab Deutschland, definitiv gestrichen wurden 84 Flüge. 90 von 174 geplanten Flügen sollten jedoch stattfinden, teilte Lufthansa mit. Am Mittwoch (9. September) wird dagegen zwischen 00.01 und 23.59 Uhr die Kurz- und Mittelstrecke bestreikt. Von den 1350 Flügen sollen mehr als 500 fliegen, kündigte Lufthansa an. Flüge von Germanwings, Swiss und Austrian Airlines seien nicht betroffen. Allerdings werden bei Lufthansa auch auf der Langstrecke wieder 52 Flüge ausfallen, weil sie noch nicht am richtigen Standort sind und noch nicht wieder regulär eingesetzt werden können.

Für Dienstag gibt es einen Sonderflugplan, an dem Ersatzplan für Mittwoch wird derzeit gearbeitet. So viele Passagiere wie möglich sollen auf andere Fluggesellschaften umgebucht werden. Auf der Lufthansa-Webseite finden Passagiere Informationen, eine Liste mit den gestrichenen Flügen und eine Flugstatus-Abfrage. Darüber hinaus steht die Hotline 069/86 799 799 zur Verfügung.

So kommen sie trotz Streik auf Umwegen ans Ziel

Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat grundsätzlich die Verpflichtung, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Sie müssen ihre Passagiere schnellstmöglich ans gewünschte Ziel bringen. Verschiebt sich der Flug durch den Streik nur um wenige Stunden, kann es reichen, zu warten, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird. Dauert es länger, müssen die Airline und die Reisveranstalter die Kunden - sofern das möglich ist - mit der Bahn oder Bussen zum geplanten Ziel transportieren oder auf andere Flüge umbuchen.

Ab der fünften Verspätungsstunde hat der Fluggast das Recht, sein Flugticket zurückzugeben und sich die Kosten erstatten zu lassen. Damit ist die Airline jedoch aus allen Pflichten entlassen. Die Lufthansa bietet bei dem aktuellen Streik Umbuchungen sowohl auf andere Airlines als auch auf andere Flugtermine an - diese sind sowohl online als auch telefonisch oder am Flughafen möglich.

Welche Bedingungen gelten bei der Umbuchung?

Das Ticket für einen Flug am 8. September muss vor dem 7. September 2015 ausgestellt worden sein, und das neue Reisedatum muss am oder vor dem 8. Dezember 2015 liegen. Außerdem dürfen sich Abflugs- und Ankunftsort gegenüber dem ursprünglichen Ticket nicht ändern.

Gestrandet am Flughafen

Der Veranstalter oder die Fluggesellschaft muss gestrandete Kunden betreuen. Die Leistungen gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung sind unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist oder nicht. Passagiere haben Anspruch auf Essen und Getränke, meist erhalten sie dafür Gutscheine. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter die Übernachtung in einem Hotel übernehmen.

Recht auf Entschädigung?

Normalerweise steht Reisenden bei einem Flugausfall oder massiven Verspätungen laut der EU-Fluggastrechteverordnung eine Ausgleichszahlung zu. Das gilt jedoch nach derzeitiger Rechtsprechung nicht, wenn höhere Gewalt vorliegt. Und das ist laut Bundesgerichtshof bei Streiks der Fall. Eine Ausnahme: Der Passagier kann nachweisen, dass die Fluggesellschaft nicht alles getan hat, um die Streikfolgen abzumildern.

Besonderheit Pauschalreisen

Bei einer Pauschalreise ist die Rechtslage etwas anders. Hier stellt sich nur die Frage, ob der Veranstalter seine Leistungspflichten erfüllt hat. Die Gründe, warum dagegen verstoßen wird, spielen keine Rolle. Sitzen Reisende zum Beispiel zwei Tage am Flughafen fest, statt am Strand zu liegen, können sie den Reisepreis entsprechend mindern. Handelt es sich um eine Kurzreise, können sie sogar von der Reise kostenlos zurücktreten und den Reisepreis zurückfordern. Schadenersatz wegen vertaner Urlaubszeit gibt es jedoch nicht.

Flugstatus-Abfrage

Lufthansa-Informationen zum Streik

Liste der gestrichenen Flüge

dpa

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ausnahmezustand Türkei: Was das für Urlauber bedeutet

In der Türkei gilt der Ausnahmezustand. Nach dem Putschversuch dürfte die Verunsicherung vieler Touristen nun noch größer werden. Können sie ihren Urlaub kostenlos …
Ausnahmezustand Türkei: Was das für Urlauber bedeutet

Muskau: Waldeisenbahn bekommt neue Strecke

Die historische Waldeisenbahn Muskau rollt künftig auf einer neuen Strecke. Die Gleise liegen, die ersten Probefahrten stehen an. Eisenbahnfans müssen sich aber noch …
Muskau: Waldeisenbahn bekommt neue Strecke

Wasserkuppe in Hessen: Ein Berg für Flug- und Freizeitspaß

Es gibt Berge, die laden nicht gerade zum Verweilen ein. Anders die Wasserkuppe: Hessen höchster Berg in der Rhön strotzt vor lauter Freizeitmöglichkeiten. Besonders …
Wasserkuppe in Hessen: Ein Berg für Flug- und Freizeitspaß

Reiseschecks: Nicht mehr überall akzeptiert

Früher waren Reiseschecks ein gängiges Zahlungsmittel im Urlaub. Mittlerweile ist das anders. Urlauber sollten sich daher vorher informieren, in welchen Ländern …
Reiseschecks: Nicht mehr überall akzeptiert

Kommentare