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Das Ronaldo-Museum liegt unterhalb des Casinos am westlichen Stadtrand von Funchal in der Rua Princesa Dona Amelia N 10. Es ist täglich außer Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt fünf Euro, Kinder bis neun Jahre haben freien Eintritt.

Madeira

Kicken mit dem Fußballgott Ronaldo

Am 5. Februar 1985, vor fast 30 Jahren wurde Cristiano Ronaldo auf Madeira geboren. Die Insel hat ihrem berühmtesten Sohn ein Museum gewidmet.

Es ist gar nicht so spektakulär, wie man sich das beim teuersten Spieler aller Zeiten vorstellen würde. Und es ist gar nicht so leicht zu finden, wie Reporterin Christine Hinkofer feststellte, die dem Fußballgott zusammen mit dem Hansi vom SV Putzbrunn einen Besuch abstattete. Auf der Blumeninsel im Atlantik steht immer noch Sisi an erster Stelle. Beim Hansi übrigens auch.

Er ist Weltklasse. Ein Rekordspieler, der die Trophäen und Auszeichnungen sammelt wie andere die verschwitzten Trikots der Gegner. Für 94 Millionen Euro ist Ronaldo 2009 von Manchester United zu Real Madrid gewechselt, seinerzeit der teuerste Transfer der Fußballgeschichte, heutiger Marktwert wohl 120 Millionen Euro. Die Summen muss man sich erst mal vorstellen. Cristiano Ronaldos Landsleute auf Madeira ziehen gerne den Vergleich mit ihrem legendären Reid’s Hotel heran: Für das Geld könnte man in der Luxussuite der historischen Nobelherberge, die nach dem berühmtesten Gast Winston Churchill benannt wurde, 112 Jahre wohnen.

Ronaldo im Blick: Im Museum gibt es den Star als lebensgroße Figur und überlebensgroß auf Plakatwänden.

Ronaldo residiert mit seinem Devotionalientempel in Madeiras Hauptstadt Funchal, ziemlich genau zwischen dem Reid’s, Sisi und dem Meer. 500 Meter etwa sind es von der Bronzestatue der österreichischen Kaiserin im Casinopark bis hinunter zum Museum des portugiesischen Starkickers. Selbst einheimische Fans tun sich schwer, das Gebäude neben einem Friseur (unisex) und gegenüber einem neuen Appartementhaus-Komplex (vier Sterne) zu finden. Die Hinweistafel mit Ronaldos Konterfei und der Aufschrift „CR7“ oben an der Hauptstraße ist kaum größer als die Ampel, neben der sie montiert ist, und sie leuchtet weniger auffällig.

Der Weg in den Tempel des Fußballgotts ist steinig, weil, wie so viele Wege auf Madeira, mit schwarzen Lavakieseln von der Küste gepflastert. Dann die Eingangstür, Tickets gibts bei einer hübschen Blondine am Tresen. Fünf Euro Eintritt, das ist happig für einen Ausstellungsraum, der nicht größer ist als der Gemischtwarenladen daheim um die Ecke. Aber Urlaubern wie dem Hans Albrecht (51) aus Grasbrunn ist der Besuch bei Ronaldo das schon mal wert. Denn wenn er ihn auch „a bissl sehr arrogant“ findet – „spielerisch ist er halt Weltklasse.“ Der Hansi, von Beruf Steuerberater, der jahrelang die Fußballjugend daheim trainiert hat, gibt ganz unumwunden zu: „Den jungen Ronaldo, den hätt’ ich schon mal gern in meiner Mannschaft ghabt.“

Hier und jetzt hat er die einmalige Gelegenheit, sich mit ihm auf dem Fußballfeld zu treffen. Man kann den smarten Starkicker im Museum nämlich nicht nur auf überlebensgroßen Fotos bewundern, seinen Werdegang vom kleinen Kicker beim Fußballclub Andorinha bis zum teuersten Spieler der Welt, den goldenen Fußballschuh, viele andere Trophäen und die Fanpost aus aller Herren (und vor allem Frauen) Länder dazu. Man kann im interaktiven Videospiel auch mit Ronaldo in spielerische Kommunikation treten.

Die paar Sekunden, die der Computer ihn auf das Spielfeld beamt, nutzt der Hansi, der beim SV Putzbrunn sechs Jahre in der Abwehr und im Mittelfeld gespielt hat, geschickt aus, um Ronaldo einmal so richtig nach allen Regeln der Kunst abzuledern. „Sauber gefoult“, sagt anerkennend die Karin, seine Frau, die als Floristin eigentlich eher der Blumen wegen nach Madeira gekommen ist, und drückt blitzschnell auf den Auslöser. Hansi vs. Ronaldo – das ist der Volltreffer fürs Fotoalbum.

Spielen mit Ronaldo

Spielen mit Ronaldo

Dann aber müssen die Karin und der Hansi rauf zur Sisi, von der sie beide ganz große Fans sind. Der Hansi nimmt Madeiras berühmtesten Winterflüchtling ganz fest in den Arm und die Karin, ganz Blumenfrau, überlegt allen Ernstes, ob sie ihr nicht ein Kranzerl binden und aufs bronzene Haupthaar setzen soll. Was ist ein Fußballgott, bitteschön, gegen eine Kaiserin ...

Christine Hinkofer

Die Reise-Infos zu Madeira

REISEZIEL Funchal ist die Hauptstadt und wirtschaftliches Zentrum von Madeira und liegt in einer Bucht im Südosten der Atlantikinsel. Fast die Hälfte der 280 000 Insulaner leben in Funchal.

ANREISE Flüge mehrmals wöchentlich, z.B. mit Condor von München. Ab ca. 100 Euro oneway. Im Reisebüro oder unter www.condor.com. Flugzeit zirka vier Stunden. Transfer vom Flughafen in die Stadt eine halbe Stunde.

REISEZEIT/KLIMA Madeira gehört mit seinem ganzjährig gemäßigtem Klima wie die Kanaren zu den klassischen Winterzielen auf der Mittelstrecke. Auch in den Wintermonaten hat es tagsüber um die 18 Grad, in den Bergen ist es dann allerdings oft kühler und regnerisch.

MUSEUM Das Ronaldo-Museum liegt unterhalb des Casinos am westlichen Stadtrand von Funchal in der Rua Princesa Dona Amelia N 10. Es ist täglich außer Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt fünf Euro, Kinder bis neun Jahre haben freien Eintritt.

WEITERE INFOS über Madeira Tourismus, www.madeiraislands.travel.

Christine Hinkofer

Christine Hinkofer

E-Mail:Christine.Hinkofer@tz.de

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