So schön ist es am Steinhuder Meer in Steinhude (Niedersachsen).
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DAK-Urlaubsreport

Wer nicht abschalten kann, erholt sich nicht

Erst im Arbeitsstress und dann plötzlich Urlaub? Nicht jeder kommt mit so einem Wechsel klar und erholt sich nach Plan, wie eine aktuelle Umfrage unter zurückgekehrten Urlaubern zeigt.

Nicht abschalten können - das ist es, was laut einer neuen Umfrage den Deutschen am häufigsten den Urlaub vermiest. 38 Prozent derjenigen, die sich in diesem Sommer nicht gut erholt haben, nannten dafür diesen Grund, wie das Meinungsforschungsinstitut Forsa für den am Freitag veröffentlichten DAK-Urlaubsreport 2015 ermittelte. Weitere Ursachen für ausgebliebene Erholung waren der repräsentativen Studie zufolge Stress mit Familie oder Freunden (23 Prozent) schlechtes Wetter (13) und Krankheiten (11). Auch wer über Handy oder Internet erreichbar sein musste (9) oder sich über den Ferienort ärgerte (6), hatte keine rechte Freude am Urlaub.

Die große Mehrheit gab allerdings an, sie habe sich gut (39) oder sehr gut (46) erholt. Nur zehn Prozent bewerteten ihre Erholung mit „weniger gut“, vier Prozent erklärten, sie hätten sich überhaupt nicht erholt. Schwierigkeiten, den Urlaub zu genießen, haben offenbar vor allem die 30- bis 44-Jährigen. Von ihnen erholten sich zwölf Prozent weniger gut, acht Prozent überhaupt nicht. Da die berufliche Herausforderung in dieser Lebensphase oft besonders groß sei, falle hier auch die Entspannung im Urlaub schwer, erklärte der DAK-Gesundheitsexperte Ralf Kremer. „Wer ständig auf sein Smartphone schaut, kann den Blick aufs Meer oder die Berge nicht genießen.“

Diensthandy ausschalten 

Allerdings geht es hierbei nicht unbedingt um das private Mobiltelefon. „Wenn es möglich ist, sollte man im Urlaub das Diensthandy aus lassen“, rät York Scheller, Diplom-Psychologe bei der Techniker Krankenkasse. Der allgemeine Verzicht auf Handy oder Internet kommt im Ergebnis der Umfrage erst auf Platz sieben der Erholungsfaktoren (30 Prozent). Viel wichtiger waren Sonne und Natur (77), Zeit mit der Familie (65) oder der Wegfall der Arbeitsbelastung (59).

Das Internet wird auch in der Freizeit immer wichtiger - das zeigt auch der erst am Donnerstag in Berlin vorgestellte Freizeit-Monitor. Im Ranking der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen kommt das Internet auf Platz vier - und hat der Studie zufolge nun zum ersten Mal das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften überholt (Platz fünf). Von den jungen Leuten zwischen 14 und 24 Jahren sind inzwischen 99 Prozent regelmäßig online. Nur Fernsehen (97), Radiohören (90) und Telefonate von zu Hause (89) sind noch beliebter, ergab die Studie der Stiftung für Zukunftsfragen.

Erholung braucht Zeit

Wer sich in den Ferien gut erholt hat, weil Dienst-Handy und -Mails keines Blickes gewürdigt wurden, kann am ersten Arbeitstag eine böse Überraschung erleben: „Wenn am Tag nach dem Urlaub viele Termine, liegen gebliebene Arbeit und eine Flut von E-Mails im Büro auf einen warten, steht man gleich wieder unter Druck und die Erholung ist dahin“, sagt Scheller. Erholung brauche Zeit, auch nach dem Urlaub. Darum sei es besser, möglichst in der Mitte der Woche wieder einzusteigen, wenn das Wochenende schon nah ist.

Vorsicht vor Überstunden im Job

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) warnte vor übertriebenem Einsatz am Arbeitsplatz. Eine längere Pause biete Gelegenheit, besonnen in den Job zurückzukehren. „Wer zu schnell und zu viel arbeitet, macht leicht Fehler und gefährdet seine Gesundheit“, meinte Diplom-Psychologin Sabine Gregersen von der BGW.

Die Flops: Das nervt im Urlaub

dpa

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