Bier von außen und innen: In Neuzelle wurde das Hopfenbad erfunden. Foto: Michael Juhran
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Bier von außen und innen: In Neuzelle wurde das Hopfenbad erfunden. Foto: Michael Juhran
Bad Saarow mit seinen Villen lockt Kurgäste aus aller Welt. Foto: Michael Juhran
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Bad Saarow mit seinen Villen lockt Kurgäste aus aller Welt. Foto: Michael Juhran
Die Erfinder des Bierbades: Susanne Taschner-Schmidt und ihr Vater Walter Taschner. Foto: Michael Juhran
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Die Erfinder des Bierbades: Susanne Taschner-Schmidt und ihr Vater Walter Taschner. Foto: Michael Juhran
Größtes Barockdenkmal im Osten Deutschlands: Das Zisterzienserkloster mit der Kirche St. Marien ist eine beliebte Touristenattraktion. Foto: Michael Juhran
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Größtes Barockdenkmal im Osten Deutschlands: Das Zisterzienserkloster mit der Kirche St. Marien ist eine beliebte Touristenattraktion. Foto: Michael Juhran
Auf einer Wanderung durch das Schlaubetal kommt man an ehemaligen Mühlen vorbei, die heute kleine Restaurants beherbergen. Foto: Michael Juhran
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Auf einer Wanderung durch das Schlaubetal kommt man an ehemaligen Mühlen vorbei, die heute kleine Restaurants beherbergen. Foto: Michael Juhran
Darauf ist Geschäftsführer Stefan Fritsche besonders stolz: Diese Flasche Klosterbräu hat der Papst gesegnet. Foto: Michael Juhran
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Darauf ist Geschäftsführer Stefan Fritsche besonders stolz: Diese Flasche Klosterbräu hat der Papst gesegnet. Foto: Michael Juhran
Mit Muskelkraft: In der Region zwischen Bad Saarow und Neuzelle gibt es ein weit verzweigtes Fahrradwegenetz. Foto: Michael Juhran
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Mit Muskelkraft: In der Region zwischen Bad Saarow und Neuzelle gibt es ein weit verzweigtes Fahrradwegenetz. Foto: Michael Juhran

Nicht nur Männersache - Bierbaden in Neuzelle

Warum nicht alte Rezepte aus dem Mittelalter aufgreifen und weiterentwickeln? Das fragte sich eine Physiotherapeutin aus dem brandenburgischen Neuzelle. Sie erfand mit dem Bierbaden einen Wellnesstrend, der nicht nur Männer begeistert.

Neuzelle (dpa/tmn) - Endlich Wellness für Männer: Kein Öl läuft über die Stirn und verklebt die Haare, keine heißen Steine brennen auf der Haut, keine Gurkenscheiben verdunkeln die Sicht. Was in der Wanne sein wohliges Hefearoma ausbreitet, ist vielen bekannt: Bier nach fast 500 Jahre altem Bayerischen Reinheitsgebot.

Fünf Liter lässt Susanne Taschner-Schmidt aus dem Zapfhahn in die einladend anmutende Wanne fließen. So ganz nebenbei zerstreut die Erfinderin des Bierbadens die letzten Gewissensbisse, die einen Bierliebhaber von der "Entweihung" seines Göttertrankes abhalten könnten: "Bedienen sie sich gern jederzeit aus dem Zapfhahn!" Wer würde nun noch zaudern, sich mit Frohlocken in das schäumende Nass zu stürzen?

Schon die ersten Minuten sind ein Erlebnis der besonderen Art: So als räkele man sich in einem überdimensionierten Champagnerkelch, prickeln winzige Kohlendioxidbläschen auf der Haut, steigen auf und zerplatzen an der Oberfläche mit einem zarten Rauschen. Das Hopfenaroma wiegt den Badenden in einen beruhigenden Halbschlaf, während Hefe und Malz die Aufgaben eines natürlichen Peelings übernehmen. So verstreichen 30 Minuten des Wohlgefühls, bei denen man fast die Bedienung des Zapfhahnes vergisst.

"Schon im Mittelalter nutzte man Hopfen als Badezusatz", weiß Taschner-Schmidt als ausgebildete Physiotherapeutin zu berichten und zitiert Hildegard von Bingen, die neben der beruhigenden auch seine antiseptische Wirkung erkannte. "Und im Papyrus Ebers aus dem Jahr 1555 vor unserer Zeitrechnung ist zu lesen, dass Bierbodensatz bereits damals zur Linderung von Hautkrankheiten Verwendung fand." Auch bei mangelndem Appetit und Verdauungsbeschwerden greift man schon lange auf Bier zurück. Selbst der griechische Philosoph Plutarch pries den Gerstensaft: "Bier ist unter den Getränken das nützlichste, unter den Arzneien das angenehmste und unter den Nahrungsmitteln das schmackhafteste."

Stundenlang könnte man der Erfinderin des Bierbadens zuhören, die in Zusammenarbeit mit Apothekern, Physiotherapeuten und einem Braumeister die richtige Mischung des Badebieres entwickelte. 1997 eröffnete sie ihre kleine Bio-Wellnessoase 1997 im Neuzeller "Kummerower Hof".

"Nach der Eröffnung 1997 kamen vorwiegend männliche Gäste zu uns, die das Bad oft als Gaudi planten und dann von seiner Wirkung überrascht wurden", erzählt die Erfinderin. Bald sprach sich das herum, und heute sind in erster Linie Paare Kunden.

Eine ganze Reihe von Wettbewerbern im In- und Ausland versucht inzwischen, ihr Erfolgsrezept zu kopieren, doch Susanne Taschner-Schmidt bleibt hart: "Die Zusammensetzung des Originals ist unser Geheimnis." Und diesen Vorsatz teilt auch der Geschäftsführer der Neuzeller Klosterbrauerei Stefan Fritsche, der das in seiner Brauerei produzierte süffige Badebier inzwischen gar nach Japan, Russland und Südkorea exportiert.

"Kummerower Hof"

Anreise: Neuzelle ist mit der Bahn erreichbar. Es liegt an der Linie des Regionalexpresses RE1, der stündlich zum Beispiel nach Berlin fährt. Bei Anmeldung Abholung am Bahnhof. Mit deem Auto über die A12 oder A13.

Das Bierbad im "Kummerower Hof" kostet für 80 Minuten 46 Euro.

Informationen: Tourismusverband Seenland Oder-Spree, Ulmenstraße 15, 15526 Bad Saarow, Tel.: 033631/86 81 01

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