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Tausende "Liebesschlösser" hängen an der Pont des Arts in Paris.

Zu viel Gefühl an den Brücken

Paris: Angst vor Liebesschlössern wächst

Paris - Liebesschlösser sind Mode, seit 2008 auch in Paris. Doch das Gewicht macht den Brücken über der Seine zu schaffen. Die Behörden haben Angst vor Unfällen, sogar vor tödlichen.

Eine schwere Last liegt auf der Stadt der Liebe. Genauer gesagt, auf den Brücken von Paris - allen voran dem Pont des Arts, jener Brücke, die das Louvre-Museum und das linke Seine-Ufer verbindet.

Tausende "Liebesschlösser" hängen dort am Geländer und bringen die beliebte Fußgängerbrücke zum ächzen. Ein Paar nach dem nächsten schließt ein kleines Vorhängeschloss als Zeichen seiner Liebe an, seit diese Mode 2008 in Paris Einzug gehalten hat. Inzwischen wiegen die Liebesbeweise so schwer, dass manche Behörden Alarm schlagen.

"Das hat verrückte Ausmaße erreicht", beschwert sich der Bürgermeister des Viertels am Pont des Arts, Jean-Pierre Lecoq: "Wenn eines Tages ein Stück Brüstung mit mehreren Kilo Vorhängeschlössern dran einem Touristen auf einem Boot auf den Kopf fällt, könnte ihn das schwer verletzen oder ihn sogar töten." Unter den Brücken von Paris fahren täglich Touristenschiffe mit hunderten Besuchern die Seine auf und ab.

Schwere Last: Stürzt bald die Brücke ein?

Die Schiffsbetreiber sind zwar nicht beunruhigt wegen der Schlösser. "Wir gehen davon aus, dass sie kein Problem für die Schifffahrt sind", sagt Nicolas Bottilagine von einer Bootsfirma. Stadtteil-Bürgermeister Lecoq schlägt dennoch vor, die Schlösser "alle sechs Monate" zu entfernen. So könnten die Liebenden wieder und wieder nach Paris kommen und "wir hätten eine zufriedenstellendere und letztlich weniger gefährliche Lage". In manchen europäischen Städten, in denen die Mode ebenfalls verbreitet ist, werden "Liebesschlösser" regelmäßig abmontiert - oder sie sind gleich ganz verboten.

Die Touristen auf dem Pont des Arts in Paris können das nicht verstehen. Manche von ihnen sind tausende Kilometer weit gereist, um ihre Liebe in der französischen Hauptstadt zu zelebrieren. Die Australierin Naomi Jameson hat gerade ein neues "Liebesschloss" ans Geländer gehängt. "Sie dürfen nicht abgenommen werden, das ist das Symbol der Liebe", sagt sie an der Seite ihres Freundes: "Man sollte eher die Brücke verstärken."

Auch Raj Nair aus Singapur befürchtet, das Entfernen der Schlösser würde "den Mythos zerstören". Und die Modestudentin Mathilde Gouloumes aus Paris spricht gar von "Ketzerei" - Paris sei "die Stadt der Liebe".

Doch auch mancher Tourist sieht ein Problem in dem schweren Behang des Pont des Arts. Wenn das so weitergehe, sagt der Belgier Amand Buytaert, werde die Brücke eines Tages einstürzen. Außerdem seien die Schlösser "keine Garantie, dass die Ehe hält".

Seit kurzem hängen sogar offiziell anmutende Plakate neben den "Liebesschlössern", auf denen mit einer Strafe von 20 Euro gedroht wird. Doch von der Stadtverwaltung wurden die Aushänge nicht angebracht, wie Präfektur und Bürgermeister betonen.

Das Entfernen aller Schlösser stehe überhaupt nicht zur Debatte, heißt es aus dem Pariser Rathaus. "Wir finden das eher sympathisch", versichert ein städtischer Mitarbeiter. Wenn tatsächlich festgestellt werde, dass es irgendwo wegen zu vieler Schlösser gefährlich werde, dann würden ein paar abgenommen. "Wir werden aber keine Brücke ganz von ihren Liebesschlössern befreien."

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Mangels Platzes an der beliebtesten "Liebesschloss"-Brücke von Paris weichen viele Paare inzwischen bereits auf andere Stellen aus. Auf den vielen Brücken von Paris sowie an den Lampen und Geländern an den Ufern der Seine ist schließlich noch genug Platz. Wer aber fest an den Liebesmythos des Pont des Arts glaubt, der lässt sich nicht abhalten: Manche Paare schließen daher ihr "Liebesschloss" einfach an bereits festgemachte Vorhängeschlösser auf dem Pont des Arts an - und verdoppeln damit die Last.

AFP

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