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Einsamkeit in der Großstadt: Autor Pascal Mercier sah in der Verfilmung seines Romans (auf dem Foto eine Szene mit Hauptdarsteller Jeremy Irons) „Bilder von großer Schönheit und poetischer Kraft“.

„Nachtzug nach Lissabon“

Liebeserklärung an eine Stadt

Diese Woche startete „Nachtzug nach Lissabon“ in den deutschen Kinos, der Film nach dem gleichnamigen Erfolgsroman von Pascal Mercier.

Es ist eine leise, melancholische Liebesgeschichte, eine Suche nach dem Sinn des Lebens. Und es ist auch eine Hommage an Lissabon, die Stadt, die mehr ist als einfach nur die Metropole Portugals.

Nun sind Autoren über die Verfilmung ihrer Werke am Ende oft nicht wirklich glücklich. Dieser ist es schon. „In Bilder von großer Schönheit und poetischer Kraft nimmt die Geschichte den Zuschauer mit ins ferne Portugal und in eine ferne Zeit“, kommentiert Schriftsteller Pascal Mercier das, was Regisseur Billie August aus seinem Roman gemacht hat. Als der Film zu Ende war und das Licht anging, habe er sich gefragt: „Wann kann ich ihn das nächste Mal sehen?“

Zu sehen ist „Nachtzug nach Lissabon“, die Geschichte eines alternden Schweizer Gymnasiallehrers, der sich in Portugal auf die Suche nach einer jungen Frau, einem Poeten und letztendlich nach dem Sinn seines Lebens macht, seit Donnerstag in den Kinos. Man kann der Titelfigur, dem Altsprachengenie Raimund Gregorius (gespielt von Oscar-Preisträger Jeremy Irons) aber auch in Lissabon selbst zu den Schauplätzen der Handlung folgen.

Der Veranstalter Itravel hat dazu eine spezielle Reise mit themenbezogener Stadtbesichtigung aufgelegt. Diese führt vom Palácio de Santa Catarina, der im Film das Haus der Familie Prado darstellt, zur Rua Augusta, wo sich der Herrenausstatter befindet, in dem sich Professor Gregorius einen Anzug kauft. Die Fahrt mit der Fähre vom Cais do Sodré nach Cacilhas steht ebenso auf dem Programm wie ein Stop am Bahnhof Sta. Apolonia, wo eine weitere Szene des Films spielt. Und wer möchte, besucht abends die Nobel-Discothek „Silk“ mit tollem Blick auf die Stadt. Sie ist im Film das Restaurant, in dem Raimund mit der schönen Mariana (Martina Gedeck) speist.

Zum Arrangement für 349 Euro pro Person gehört außerdem die Übernachtung im York Hotel, einem ehemaligen Kloster, und die Lisboa Card zur kostenfreien Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel sowie dem unentgeltlichen Eintritt zu 25 Museen und Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wer will, kann natürlich auch mit dem Nachtzug nach Lissabon reisen – ist zwar umständlich, aber authentisch.

Christine Hinkofer

DIE REISE-INFOS ZU LISSABON

REISEZIEL Lissabon, die Hauptstadt Portugals, liegt im Südwesten der Iberischen Halbinsel, an der Flussmündung des Tejo in den Atlantik.

ANREISE Täglich von München mit Lufthansa, Air Berlin oder TAP; ab ca. 300 Euro. Die Bahn-Anreise dauert mit dreimaligem Umsteigen sehr lange (z.B. ab München um 14.28 Uhr, an Lissabon um 7.30 Uhr am übernächsten Tag).

York Hotel Lissabon

ARRANGEMENT Die Reise mit Stadtführung zu den Schauplätzen des Films „Nachtzug nach Lissabon“ kann über Itravel gebucht werden und kostet mit zwei Übernachtungen im York Hotel (Foto) und Lisboa Card zur freien Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Eintritt in 25 Museen 349 Euro. Tel. 0221/29218600, www.itravel.de.

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