Souvenir oder Problem? Die Einreisestempel mancher Länder im Reisepass können bei der Fahrt in andere Staaten hinderlich sein.
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Souvenir oder Problem? Die Einreisestempel mancher Länder im Reisepass können bei der Fahrt in andere Staaten hinderlich sein.

Reise-Tipps

Problematische Stempel im Pass

Stempel im Reisepass sind nostalgische Erinnerungen an unvergessliche Momente, manchmal aber auch Grund für großen Ärger: Wer sich nicht rechtzeitig um Einreisebestimmungen in fremde Länder kümmert oder schon bestimmte Stempel im Reisepass hat, kann Probleme bekommen. Doch es gibt Tricks, wie man das verhindern kann.

Die gute Nachricht vorneweg: Als deutscher Reisender hat man in den meisten Ländern wenig Probleme am Flughafen: In über 140 Staaten weltweit können Deutsche für touristische Aufenthalte ohne Visum einreisen. Für Staaten in der europäischen Union und einige weitere Länder reicht sogar der Personalausweis. Reist man in Länder, die einen Reisepass verlangen, sollte man vorher kontrollieren, wann dieser abläuft. Häufig sind mindestens sechs Monate Gültigkeit vorgeschrieben. Wichtig: Kinder benötigen ein eigenes Ausweisdokument, Einträge mit Reisepass-Stempeln der Eltern sind seit 2012 nicht mehr gültig.

Informationen über Visabestimmungen

Länder mit Visumspflicht haben sehr unterschiedliche Bestimmungen. Manche stellen die Einreiseerlaubnis direkt am Flughafen aus (zum Beispiel die Malediven), bei anderen muss man sie vorab beantragen. Zum Teil läuft das über das Internet (zum Beispiel bei Reisen nach Aus-tralien), zum Teil muss man sich an die Botschaften wenden. Das verlangt beispielsweise China. In vielen Fällen werden zudem Passfotos benötigt. Bei einigen Ländern kann es mehrere Wochen dauern, bis das Visum ausgestellt wird. Deshalb sollte man ausreichend Zeit einplanen.

Das Auswärtige Amt hat auf seiner Internetseite (www.auswaertiges-amt.de) zu allen Ländern Informationen über die genauen Einreisevorschriften zusammen gestellt. Dort erfahren Reisende, ob sie ein Visum benötigen und wie es beantragt werden kann. Wer durch mehrere Länder reist, sollte sich besonders genau informieren. Aktuell haben etwa einige Staaten die Einreisebedingungen für Reisende, die vorher in Ebola-Gebieten waren, verschärft.

Verschärfte Regeln in den USA

Die USA haben nach den Terroranschlägen in Paris strengere Regeln für visafreies Reisen eingeführt, die seit Januar gelten. Bisher reichte für Deutsche bei USA-Reisen eine Online-Registrierung. Jetzt brauchen Reisende aus Deutschland und einer Reihe anderer Staaten, die seit Mai 2011 im Irak, im Iran, im Jemen, im Sudan, in Syrien, Libyen oder Somalia waren – oder die doppelte Staatsbürgerschaft dieser Länder besitzen, ein Visum. Sie müssen einen Antrag stellen, Visa-Gebühren zahlen und bei der Botschaft vorsprechen.

Viel Aufwand, vor allem für Reisende, die regelmäßig geschäftlich unterwegs sind. Allerdings können Ausnahmegenehmigungen ausgestellt werden – zum Beispiel für Personen, die im Auftrag internationaler Organisationen, im Auftrag einer humanitären Organisation oder als Journalist reisen. Auch wer aus geschäftlichen Gründen im Irak oder im Iran war, hat Chancen, doch ohne Visum einreisen zu dürfen. „Ob eine Ausnahmegenehmigung erteilt wird, wird im Einzelfall entschieden“, heißt es von der US-Botschaft.

Regeln bei arabischen Staaten und Israel

Viele arabische Staaten haben ebenfalls Einschränkungen beim Thema Einreise. Hier ist es ein israelischer Stempel, der Probleme machen kann. Iran, Kuwait, Libanon und Syrien sind besonders streng: Reisende mit einem Pass mit israelischem Einreisestempel werden hier abgewiesen. Bei den Ländern Ägypten, Jordanien, Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist nach Kenntnissen des Auswärtigen Amts eine Einreise meist möglich. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann in Israel die Grenzbeamten bitten, den Stempel auf ein gesondertes Blatt Papier zu setzen.

Umgekehrt dürfen Deutsche, die zuvor in arabischen Staaten waren, grundsätzlich nach Israel einreisen. Die Reisenden müssen sich jedoch auf umfangreiche Sicherheitsbefragungen einstellen. Und: „Die Verweigerung der Einreise unmittelbar am Grenzübergang ist jederzeit ohne Angaben von Gründen möglich“, heißt es beim Auswärtigen Amt. Da kann weder ein vorab ausgestelltes Visum noch die deutsche Botschaft helfen.

Ein Zweitpass gegen Reiseprobleme

Eine Möglichkeit, um Probleme am Flughafen zu vermeiden, ist ein zweiter Pass. Beim Kreisverwaltungsreferat in München geht nahezu täglich ein solcher Antrag ein. Doch ein Zweitpass wird nur in Ausnahmefällen bewilligt, erklärt Daniela Schlegel von der Stadt München: „Im Grundsatz gilt, dass jeder nur einen Pass hat.“ Bei dem Antrag muss eine ausführliche, schriftliche Begründung dabei sein. „Es ist dann immer eine Einzelfallprüfung“, so Schlegel. Einen zweiten Pass kann beispielsweise bekommen, wer ansonsten nicht in ein Land einreisen dürfte, oder wer beruflich so viel unterwegs ist, dass ein Pass nicht ausreicht, um rechtzeitig alle nötigen Visa zu bekommen.

So bekommt man einen Zweitpass

In der Regel dauert es zwischen vier und fünf Wochen, bis ein Pass ausgestellt wird – egal ob Erst- oder Zweitpass. Einen Expresspass bekommt man innerhalb von sechs Tagen, er ist aber teurer. Ein normaler Pass kostet 37,50 Euro für Personen unter 24 Jahren und 59 Euro für alle anderen. Ein Pass für Vielreisende mit 48 Seiten ist 22 Euro teurer. Bei einem Expresspass kommen 32 Euro Aufpreis dazu. Für ganz Eilige gibt es einen vorläufigen zweiten Reisepass, der sofort ausgestellt wird. Dieser kostet 26 Euro, ist aber nur ein Jahr gültig. Alle anderen Zweitpässe laufen nach sechs Jahren ab.

Eine Lösung für alle Einreiseprobleme sind die zweiten Pässe allerdings nicht. Reisende, die in die USA fahren, müssen sich vorab im Internet registrieren. „Bei der Online-Bestätigung muss man angeben, wo man war – natürlich wahrheitsgemäß“, sagt ein Sprecher des US-Generalkonsulats. Daran sollte man sich halten – auch wenn das bedeutet: Visumpflicht.

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