Knie-Freiheitskampf mit Folgen 

Rückenlehnen-Streit zwingt Flugzeuge zur Landung

Miami - Wegen eines Streits um die Rückenlehne und mangelnde Beinfreiheit hat in den USA zum zweiten Mal binnen weniger Tage ein Flugzeug eine ungewollte Zwischenlandung einlegen müssen.

Auf dem Flug von Miami nach Paris erregte sich ein 61-jähriger Franzose über die zurückgeklappte Rückenlehne seines Vordermanns, wie die US-Justiz am Donnerstag mitteilte. Als ein Flugbegleiter den Mann beruhigen wollte, regte dieser sich nur noch mehr auf - und packte schließlich den Flugbegleiter am Arm.

Ein Sicherheitsbeamter an Bord der American-Airlines-Maschine überwältigte den Franzosen und legte ihm Handschellen an. Der Pilot drehte derweil ab und landete in Boston. Dort wurde der in Paris lebende Passagier von Polizisten abgeführt und auf eigenes Verlangen in ein Krankenhaus gebracht. Gegen den Mann wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Behinderung eines Crew-Mitglieds eingeleitet, wie der Sprecher des Staatsanwalts von Boston sagte. Ihm drohen sechs Monate Haft und eine Geldstrafe von 500 Dollar (380 Euro).

Erst am Sonntag hatte eine Maschine der US-Fluggesellschaft United Airlines außerplanmäßig in Chicago landen müssen, nachdem ein Streit um eine Rückenlehne eskaliert war. Auf dem Flug von Newark nach Denver hatte ein Passagier die Rückenlehne vor ihm mit einem sogenannten Knee Defender (Knieverteidiger) blockiert. Er weigerte sich die Vorrichtung abzunehmen, als die Stewardess ihn dazu aufforderte. Schließlich schüttete ihm die vor ihm sitzende Passagierin ein Glas Wasser ins Gesicht.

Der Knee Defender verhindert, dass der Vordermann seine Rückenlehne nach hinten verstellen kann. Er besteht aus zwei Manschetten, die am eigenen Tisch befestigt werden, und kostet umgerechnet 17 Euro. Die meisten US-Fluggesellschaften - auch United Airlines - untersagen seine Verwendung an Bord ihrer Maschinen.

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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