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Redakteur Klaus Heydenreich mit Familie in Salzburg. Dass der Städtetrip mit Kindern wie am Schnürchen klappte, lag natürlich auch an dem lustigen Ensemble des Marionettentheaters.

Mozartstadt

Salzburg mit Kindern - klappt am Schnürchen

Eine Städtetour mit Kindern kann ein riskantes Unternehmen sein. Weil Architektur, Geschichte und Kultur halt nicht immer mit dem zusammenpassen, was die kleinen Reisebegleiter...

...so auf der Wunschliste haben. Wirklich nicht? Unser Autor Klaus Heydenreich hat’s mit seiner Frau Susanne und den Kindern Oskar (7) und Marlene (4) auf dem Rückweg vom Skiurlaub in der Mozartstadt ausprobiert. Sein Fazit: Salzburg mit Kindern – das klappt doch wie am Schnürchen!

Der Mensch wächst ja an seinen Aufgaben. Also dann los: Bitte finden Sie mitten in Salzburg eine uralte Walfischrippe und einen vertrockneten Hai! Gar nicht so leicht, aber es gibt eben wirklich ziemlich kuriose Dinge zu entdecken, wenn einem die Mozartstadt nur auf die richtige Art und Weise präsentiert wird. Das gilt für jeden Touristen – aber natürlich vor allem für Besucher, die bei deutlich unter 1,50 Meter Körpergröße angesiedelt sind: bei Kindern. Deswegen haben wir eine spezielle Familien- und Kindertour durch Salzburg gebucht. Mit Hai-Garantie – aber dazu später mehr.

Redakteur Klaus Heydenreich mit Familie in Salzburg. Dass der Städtetrip mit Kindern wie am Schnürchen klappte, lag natürlich auch an dem lustigen Ensemble des Marionettentheaters.

Dass wir unseren Nachwuchs für die Mozartstadt begeistern konnten hat auch mit einer Vorabendserie namens „Little Amadeus“ zu tun. Bevor es aber um das kleine Musikgenie geht, stehen wir jetzt erst mal im Mirabellgarten, wo uns Führerin Michaela Muhr erklärt, was die Skulpturen genau darstellen, nämlich zumeist griechische Helden und Göttinnen. Wir stellen fest: Wenn ein Herkules Augiasställe ausmistet und siebenköpfige Schlangen bekämpft, hört auch ein Siebenjähriger gebannt zu. „Echt, und was macht die nackige Frau da hinten?“, fragt er noch, dann flitzt er weiter, steingewordene Helden suchen. Wir Eltern lassen uns derweil noch ein paar Einzelheiten zum barocken Kleinod an Rande der Salzach erzählen, dann schwenkt der Blick unserer Kinder weiter: „Da hinten, die Burg, cool, da müssen wir hin. Schnell!“

Natürlich steht auch ein Besuch auf der Festung Hohensalzburg auf dem Programm, aber erst als krönender Abschluss. Auf dem Weg dorthin wird vieles entdeckt und erklärt, unter anderem mit Hilfe eines Jutesacks. Das ist unorthodox, hält aber Marlene und Oskar super bei der Stange. Im Sackerl sind kleine Utensilien wie eine 1,50 Meter lange Schnur, ein Spielzeug-Stier, eine Flöte und vieles mehr. Vor Mozarts Geburtshaus zum Beispiel sollen die Kleinen erraten, was es mit der Schnur auf sich hat – als wir sie am Papa anhalten, macht es klick: „Was, so klein war der Mozart?“, staunen die Kinder. „Und auch gar nicht mal so hübsch“, erfahren wir zudem. Denn die Bildnisse des kleinen Musikgenies sind allesamt geschönt.

Oskar und Marlene mit Mama Susanne (m.) im Marionettentheater.

Mit der Kinder-Städtetour lockt Salzburg zusehends neue Gäste. Die Besucherstruktur hat sich gewandelt, neben den traditionellen Festspielgästen kommen nun auch verstärkt Familien. Das Ziel der meisten Gäste: Getreidegasse und einmal drumherum. Es ist halt einfach sehr schön, im historischen Viertel rund um Dom und Universität herumzuspazieren. Ein Kaffee hier, eine Burenhaut da, ein Abstecher auf die Burg, dazwischen Naschwerk, all das gehört auch diesmal dazu. Aber eben mit den Zusatzinfos unserer Führerin zu original Mozartkugeln (Silberpapier vom Konditor Fürst, dem Erfinder) und den echten Salzburger Mozartkugeln (alle anderen) oder eben der Festung (sie wurde nie eingenommen, was Ritterfan Oskar schwer begeistert).

Auf eben dieser Festung Hohensalzburg sind wir am Ende unseres Stadtrundgangs angekommen, etwa zweieinhalb Stunden haben wir dafür gebraucht. Für uns war das die ideale Dauer, schließlich sollen die Kinder abends nicht beim Essen am Tisch einschlafen. Das tun sie tatsächlich nicht – aber etwa 15 Sekunden nach dem Zudecken im Hotelbett. Sie sehen zufrieden aus – und irgendwie ein bisschen größer. Sie wissen schon, man wächst mit seinen Aufgaben? So wie Marlene. Mindestens einen Zentimeter größer war sie vor Stolz, als sie als Erste Hai und Walfischrippe (übrigens das Gastgeschenk einer venezianischen Handelsdelegation) entdeckt hatte. Wo sie ihn gefunden hat? Schauen Sie mal in einem der Durchhäuser der Getreidegasse nach oben – an welcher Stelle genau, das müssen Sie schon selbst herausfinden. Vielleicht helfen Ihnen ja Ihre Kinder...

Klaus Heydenreich

Die Reise-Infos zu Salzburg

WOHNEN Unser Tipp für Familien: Das Star Inn Gablerbräu ist ein idealer Standort für einen Stadtausflug. Auf der rechten Salzachseite gelegen bietet es moderne Zimmer mit zum Teil tollem Ausblick. In der Früh gibt es ein Büffet, zudem sind etliche Restaurants in direkter Umgebung. Ein Viererzimmer gibt es für 139 Euro, zudem bietet das Hotel eine Best-Preis-Garantie und Frühbucherrabatte.Im Internet unter: www.starinnhotels.com/star-inn-hotel-premium-salzburg-gablerbraeu.

MARIONETTEN Das große Theater mit den kleinen Darstellern finden Sie in der Schwarzgasse 24 unweit der Salzach. Auf dem Spielplan stehen derzeit die „Zauberflöte“, „Alice im Wunderland“ oder „Schneewittchen“. Alle Infos im Internet unter www.marionetten.at

SALZBURG CARD Mit dieser Kulturkarte fahren Sie am Besten. Sie bietet freien Eintritt in alle Museen der Stadt sowie diverse andere Vergünstigungen. Je nach Gültigkeitsdauer (24, 48 oder 72 Stunden) kostet sie für Erwachsene zwischen 23 und 36 Euro und für Kinder (6 bis 15 Jahre) 11,50 bis 18 Euro.

STADTFÜHRUNGEN Es gibt tägliche Stadtführungen, die auch für Kinder geeignet sind: Diese starten zwischen 11.30 Uhr und 14 Uhr am Mozartplatz, am Mirabellplatz und am Platzl am Ende der Linzer Gasse, sind kurzweilig gestaltet und mit einer Dauer von ein bis zwei Stunden auch für Kinder interessant. Alles dazu und weitere Tipps gibt’s auf der informativen Webseite der Stadt: www.salzburg.info oder unter www.salzburgguides.at. Besonders empfehlenswert sind die Kinderführungen von Michaela Muhr (www.salzburg-experience.at), Cornelia Thöni (www.bestofsalzburg.org) und Astrid Zehentmayer (www.salzburgforyou.at).

BUCHTIPPS Der Stadtplan „Stadtforscher unterwegs in Salzburg“ mit dem Comic-Helden Little Amadeus ist eine abwechslungsreiche Rätselrallye durch die Mozartstadt. Das Mal- und Spielbuch „Entdecke Salzburg. Der Löwe Leo zeigt dir die Stadt“ bietet jede Menge Rätsel, Aufgaben und Mitmachspiele, womit der Stadtspaziergang zum kurzweiligen Vergnügen wird. Beide sind erhältlich in den Tourist-Informationen der Stadt und online unter www.salzburg.info/familien.

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