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In Mitteleuropa wird am Montag eine totale Mondfinsternis zu sehen sein. Der Erdtrabant wird aber nicht ganz finster - er zeigt sich als "Blutmond". Foto: Stefan Schwager/ Sternwarte Riesa

Schauspiel für Nachteulen - Mondfinsternis in Mitteleuropa

Der Mond taucht in den Schatten der Erde, dabei scheint er rötlich. Wer das Naturschauspiel beobachten möchte, darf es sich im Bett nicht zu gemütlich machen: Frühmorgens muss man raus aus den Federn.

Berlin (dpa/tmn) - In der Nacht zum 28. September lässt sich in Deutschland ein besonderes Naturereignis beobachten: Eine totale Mondfinsternis färbt den Mond dann rötlich. Allerdings gilt es dafür, es früh aus dem Bett zu schaffen - denn die Totalität beginnt gegen 4.10 Uhr, erklärt Monika Staesche von der Wilhelm-Foerster-Sternwarte in Berlin. Gegen 5.20 Uhr endet die Totalität wieder.

In diesem Zeitraum steht der Mond etwa in südwestlicher bis westlicher Richtung - dorthin sollte man also möglichst freie Sicht haben. Denn der Mond steht zum Höhepunkt der totalen Finsternis gegen 5.00 Uhr relativ tief, erklärt die Expertin.

Beobachtet werden kann die Mondfinsternis in Deutschland praktisch überall gleich gut. Gut ist aber, sich dafür einen möglichst dunklen Ort zu suchen, erklärt Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst (DWD). In den Städten ist die Lichtverschmutzung höher als auf dem Land. Die Partikel in der Stadtluft sorgen für eine Gegenstrahlung, die Mondfinsternis ist dann schlechter sichtbar. Wer großes Interesse an dem Naturschauspiel hat, sollte sich deshalb überlegen, ob sich nicht eine Fahrt zumindest an den Stadtrand lohnt, empfiehlt Lux.

Wichtig ist dann aber noch das Wetter. Spielt es nicht mit, nutzt das frühe Aufstehen und die Fahrt ins Dunkle auch nichts. Am besten informieren sich Interessierte deshalb kurz vor der Finsternis noch einmal über die aktuelle Wetterprognose, sagt Staesche.

Bei einer Mondfinsternis taucht der Vollmond in den Schatten der Erde ein und wird so vom Sonnenlicht abgeschnitten. Die letzte totale Mondfinsternis gab es 2011 in Deutschland - allerdings spielte damals das Wetter nicht mit, erzählt Staesche. Eine besondere Ausrüstung wie etwa bei einer Sonnenfinsternis brauchen Beobachter bei einer Mondfinsternis nicht.

Für die Fotoausrüstung gilt: Eine Digitalkamera mit einem großen Zoomfaktor reicht schon aus. Der Photoindustrie-Verband empfiehlt eine System- oder Spiegelreflexkamera mit einem Teleobjektiv. "Auch wenn der Mond groß aussieht, muss die Kamera die Distanzen überbrücken. Das kann kein Smartphone und kein kleiner Zoom", sagt Sprecherin Constanze Clauß. Damit die Kontraste der Mondfläche auf den Fotos gut zu sehen sind, rät sie zu einer Gegenlichtblende. Damit werden störende Lichtquellen abgeschirmt.

Wichtig ist das Stativ. Die kleinste Erschütterung kann das komplette Foto unscharf machen. Clauß empfiehlt zudem einen Fernauslöser. "So ist ausgeschlossen, dass die Fotos verwackeln, wenn man auf den Auslöseknopf drückt." Notfalls hilft auch der Selbstauslöser.

Und was ist die beste Belichtungszeit? "Ich würde eine Langzeitbelichtung empfehlen. Und eventuell eine Belichtungsreihe. Der Mond scheint dunkler als bei Vollmond", sagt Prof. Susanne Hüttemeister vom Zeiss Planetarium Bochum. Die Astronomin kann auch den Blutmond-Effekt erklären. "Das liegt daran, dass mehr rotes Licht durch die Erdatmosphäre dringen kann als blaues. Das streut mehr."

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