Regionalzüge der französischen Staatsbahn SNCF  
+
Neuer, schöner und leider breiter: Die neuen Regionalzüge der französischen Staatsbahn SNCF sind zu breit für 1300 Bahnsteige.  

50-Mio-Euro-Problem

Frankreich: Neue Züge zu breit für Bahnsteige

Es klingt wie ein Schildbürgerstreich, ist aber Realität und empört Frankreich: Die neuen Regionalzüge der französischen Staatsbahn SNCF sind breiter als die alten. Das macht jetzt große Probleme.

Die neuen Züge sind zu breit für 1300 Bahnsteige, weshalb sie nun mit Millionen-Aufwand umgebaut werden müssen. Die SNCF und das für das Schienennetz zuständige Unternehmen RFF bestätigten am Mittwoch in Paris, dass für 50 Millionen Euro 1300 der 8700 Bahnsteige bis 2016 verändert werden müssten.

Zu wenig Platz für die breiteren Regionalzüge

Die betroffenen Bahnsteige sind entweder zu nah an den Gleisen oder zwischen den Bahnsteigen ist nicht mehr genug Platz für die breiteren Regionalzüge. 300 Bahnsteige wurden bereits umgebaut. Die Arbeiten können laut einem RFF-Sprecher ein Abschleifen von Bahnsteigen oder die Verlegung von Elektrokästen umfassen. Er räumte ein, dass das Problem "etwas spät" erkannt worden sei. Bis Ende 2016 sollen die neuen Regionalzüge im Einsatz sein.

"Dämliche Entscheidung"

Die zuständige sozialistische Umwelt- und Energieministerin Ségolène Royal nannte die Vorgänge "erschreckend" und forderte Aufklärung über die Gründe für "solch dämliche Entscheidungen". Sie versicherte nach einer Kabinettsitzung, dass die Regionen für diese "unglaublichen Fehler" nichts bezahlen werden.

Transport-Staatssekretär Frédéric Cuvillier sprach von einer "abenteuerlichen" Situation. Der Fall zeige die Notwendigkeit einer Bahnreform in Frankreich. Die Reform, die am 16. Juni im Parlament behandelt werden soll, sieht vor, dass SNCF und RFF in ein großes Unternehmen in öffentlicher Hand zusammengelegt werden.

Der Parteichef der Sozialisten, Jean-Christophe Cambadélis, brachte einen Rücktritt der Verantwortlichen bei SNCF und RFF ins Gespräch. Im Sender i-Télé sprach er von einer "haarsträubenden" Geschichte. Im Parlament sollen schon bald die Chefs von SNCF und RFF Rede und Antwort stehen müssen. RFF versicherte, die Umbaukosten würden keine Auswirkungen auf die Fahrschein-Preise oder für die Steuerzahler haben.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Reiseschecks: Nicht mehr überall akzeptiert

Früher waren Reiseschecks ein gängiges Zahlungsmittel im Urlaub. Mittlerweile ist das anders. Urlauber sollten sich daher vorher informieren, in welchen Ländern …
Reiseschecks: Nicht mehr überall akzeptiert

Straßensperrungen: Waldbrände in Kalifornien

Waldbrände in Kalifornien verhindern einige Reise-Routen. Wer derzeit in dem US-Bundesstaat unterwegs ist, sollte sich darauf einstellen, dass es auf verschiedenen …
Straßensperrungen: Waldbrände in Kalifornien

Nur bis 430 Euro: Diese Grenzen gelten beim Zoll

Wer kostbare Gegenstände wie Schmuck oder Elektronik aus dem Urlaub mitbringt, sollte unbedingt auf die Zollgrenzen achten. Hier gibt es je nach Verkehrsweg und …
Nur bis 430 Euro: Diese Grenzen gelten beim Zoll

Ausnahmezustand Türkei: Was das für Urlauber bedeutet

In der Türkei gilt der Ausnahmezustand. Nach dem Putschversuch dürfte die Verunsicherung vieler Touristen nun noch größer werden. Können sie ihren Urlaub kostenlos …
Ausnahmezustand Türkei: Was das für Urlauber bedeutet

Kommentare