Mit einem Regenschirm am Strand.
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Mit dem Schirm an den Strand: Wechselhaftes Wetter und Regen gehört gerade für viele Urlauber dazu.

Regen statt Sonne

Fällt Ihr Urlaub auch gerade ins Wasser?

In Italien, Kroatien und Teilen Frankreichs war der Sommer 2014 auch mal besser.  Das wechselhafte zum Teil sehr stürmische Wetter macht einigen Urlaubsregionen zu schaffen.

Sonnengarantie ist etwas anderes als das, was Urlauber zurzeit in Teilen des Südens oder in den Alpen erleben. Zum Beispiel in Italien: Europas Gesamtwetterlage bringt immer wieder Regen und Gewitter in die Berge Norditaliens bis hin zur Adria und zur Riviera. Auch in Kroatien und Teilen Frankreichs gibt es Probleme, Mitte Juli gab es auch Bilder von einem Sturm im spanischen San Sebastian. Die Lage in einzelnen Ländern:

ITALIEN

Während manche in Südtirol schon von einem Sommer sprechen, der keiner sei, lassen sich prominente Liebhaber der italienischen Bergregion nicht von ihrem traditionellen Besuch abhalten. So kam Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Sulden, wie lokale Medien berichteten, etwas später traf Italiens Staatschef Giorgio Napolitano in Sexten ein.

Einige Berghütten in Südtirol klagen jedoch. „Die erst Ende Juni begonnene Saison läuft doch sehr langsam“, sagt eine Wirtin, manche Hütte bleibe tagelang ohne Gäste. „Singing In The Rain“ gehe im Kino, aber nicht in der bei Deutschen beliebten Opern-Arena von Verona, hielt diese Woche die Turiner Zeitung „La Stampa“ fest. Veronas Bürgermeister plane deshalb, nach dem Sommer einen Wettbewerb auszurufen, um einen „Maxi-Schirm“ für die Arena bauen zu lassen. Denn Verdis Tenöre können schlecht im Regen glänzen. Alle in Italiens Tourismus-Branche hoffen darauf, im August und September noch Boden gutzumachen. Das Wetter jedenfalls muss mitmachen, soll die Saison nicht ins Wasser fallen.

KROATIEN

Unwetter verhageln die Tourismus-Saison in Kroatien. Auf der Halbinsel Istrien in der nördlichen Adria, der wichtigsten Urlaubsregion des Landes, werden weniger ausländische Gäste im zweistelligen Prozent-Bereich gemeldet. Finanzminister Boris Lalovac kündigte einen Nachtragshaushalt an, weil die Saison so schlecht läuft. In dem EU-Land ist der Tourismus mit rund 15 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der wichtigste Wirtschaftszweig. Allein im Juli suchten fünf für diese Jahreszeit unüblich schwere Unwetter die Küste heim. Erst diese Woche hieß es an weiten Abschnitten der mehr als 1000 Kilometer langen Küste wieder „Land unter“.

Schlechtes Wetter macht der Urlaubsbranche in Kroatien besonders zu schaffen, weil es für die Gäste - darunter rund zwei Millionen Deutsche - kaum alternative Unterhaltung gibt. Selbst der stellvertretende Tourismusminister Zelimir Kramaric räumte erneut ein, das Land hänge nach wie vor einseitig am Konzept „Sonne und Meer“. Problem: Viele Gäste aus Österreich oder Süddeutschland, die mit dem Auto kommen und auf Campingplätzen übernachten, brechen bei schlechtem Wetter vorzeitig rasch ihren Urlaub ab.

FRANKREICH

Der französische Sommer Jahrgang 2014 ist immer wieder für einen Umschwung gut. Die ersten sechs Monate waren laut Wetterdienst „bemerkenswert warm“. Das erste Halbjahr gilt nach 2007 als das zweitwärmste seit 1900. Den Auftakt der Sommerferien vermiesten dann aber vielerorts kühles Wetter und Regen. Seitdem wechseln in manchen Teilen des Landes Hochsommer und Herbsttemperaturen mit grauen Wolken einander ab. Im Baskenland im Südwesten Frankreichs gab es nach heftigen Stürmen in einigen Kommunen Katastrophenalarm. In einer Nacht fiel mancherorts die Regenmenge eines Monats. Beim Theaterfestival in Avignon in der Provence fielen mehrere Vorstellungen ins Wasser. Im Süden der Region Ardèche starben zwei Menschen bei einem Mini-Tornado. Etwa 30 Wohnmobile auf einem Campingplatz wurden zerstört. Im Umkreis von gut drei Kilometern blieb kaum ein Baum stehen. Ein Polizist: „Sowas habe ich noch nie gesehen.“

SPANIEN UND PORTUGAL

Auf der Iberischen Halbinsel gab es bislang mit Regen kaum Probleme, stattdessen viel Sonne und Hitze (mancherorts bis zu 40 Grad). Zwar regnete es im Juni und Juli auch ein paar Tage im Baskenland - etwa in San Sebastian -, dann später auch in Katalonien, doch Klagen des Tourismussektors gab es zunächst keine.

GRIECHENLAND

In fast allen Regionen herrscht strahlender Sonnenschein mit leichten Winden. Der Sommer war bislang ein typischer Mittelmeersommer mit viel Sonnenschein und nur wenigen Niederschlägen. Zudem gab es bislang keine schlimme Hitzewelle.

ZYPERN

Der Sommer verlief bislang ohne Wetterkapriolen. Zurzeit herrschen an den Küsten Temperaturen um die 30 Grad. Im Inselinneren steigen die Temperaturen um die Mittagszeit auf 40 Grad.

ÖSTERREICH

In der Alpenrepublik herrscht bislang ein „wechselhafter Sommer“, wie es von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien heißt. Gewitter wechselten sich mit trockenen Phasen ab. In Wien und Umgebung sowie in Salzburg war es eher warm und sonnig, in Tirol und Vorarlberg regnete es dagegen im Juli überdurchschnittlich viel. Tourismusverbände und Hoteliers in der Region äußerten sich dennoch zufrieden. Das Geschäft laufe trotz dieses Wetters sehr gut, sagte eine Sprecherin des Tourismusverbands Ötztal in Tirol. Zumindest im Mai und Juni gab es außerdem so viele Übernachtungen wie nie zuvor in diesen Monaten: 16,72 Millionen.

Die fünf größten Urlaubsflops

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Von Hanns-Jochen Kaffsack und Thomas Brey, dpa

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