Typisch Bayerisch: In Regensburg wurde jahrelang Schnupftabak hergestellt.
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Typisch Bayerisch: In Regensburg wurde jahrelang Schnupftabak hergestellt.

Knöpfe oder Meerrettich

Die skurrilsten Museen in Bayern

Museumsbesuche müssen nicht langweilig sein. In Bayern gibt es eine Reihe skurriler Ausstellungen, die sich teils mit sehr handfesten Dingen beschäftigen - und manchmal mit wenig greifbaren.

Von außen sieht die Gebäudefront in der malerischen Regensburger Innenstadt nicht anders aus als die benachbarten Patrizierhäuser: wuchtig, in zartem Gelb gestrichen. Drinnen: moderne Wohnungen. Und die Überreste des einst größten Arbeitgebers in der Domstadt an der Donau. Wenn Stadtführerin Marielle Kößler die gut gesicherten Räume in der Gesandtenstraße aufschließt, schlägt dem Besucher gleich ein markanter Geruch entgegen. Leicht süßlich, streng, aber nicht unangenehm: Tabak.

Museum für alle Sinne: Noch immer wabert das Aroma von Schnupftabak durch die Räume mit den hohen Stuckdecken.

Noch immer wabert das Aroma durch die Räume mit den hohen Stuckdecken - die Verarbeitung der Herba Nicotiana hat dafür gesorgt, dass die großen Fenster in dem alten Gebäude fast blind sind und die Decken an manchen Stellen dunkelbraun. Bis vor wenigen Jahren wurde hier, mitten im Zentrum der Domstadt, Schnupftabak hergestellt. Die Fabrik der Brüder Bernard beschäftigte mehr als 300 Mitarbeiter.

Nur rund 70 Kilometer von Regensburg entfernt liegt Amberg - dort widmet sich das kuriose Museum im Klösterl am Eichenforst keiner streng riechenden Materie, sondern der Luft. Im Jahr 2006 hat der Oberpfälzer Künstler Wilhelm Koch an einem verwinkelten Platz in der historischen Altstadt das Luftmuseum eröffnet, „passenderweise in einem Gebäude, dessen Hausname „Engelsburg“ ist“, sagt er.

650 Quadratmeter Platz sind darin für Ausstellungen zum Thema Luft - und die kommt in den verschiedensten Exponaten vor. In Gummireifen und in Maschinen, in einer Plastiktütenorgel und in zahlreichen Sonderschauen.

Der Jeans widmet sich das Levi-Strauss-Museum im oberfränkischen Buttenheim. Dort, in der Nähe von Bamberg, wurde der Erfinder der Nietenhosen geboren. Heute erinnert im Geburtshaus ein Museum an den bekannten Sohn der kleinen Stadt.

Wie in der Werkstatt von Meister Eder fühlt man sich bei einem Besuch des Pumuckl-Museums in Ohlstadt.

In Augsburg steht das Museum „Die Kiste“ - dort sind Kater Mikesch, Urmel, Jim Knopf, Lukas der Lokomotivführer, Kalle Wirsch, die Katze mit Hut und zahlreiche andere Stars der Augsburger Puppenkiste zu bewundern. Wie in der Werkstatt von Meister Eder fühlt man sich bei einem Besuch des Pumuckl-Museums in Ohlstadt. Der Gründer Armin Krattenmacher hat dem frechen Kobold ein neues Zuhause gegeben und ihm eine Werkstatt eingerichtet, die fast so aussieht wie die Kulisse des Fernseh-Meister-Eders.

Klöppelmuseum

Auf der Burg Abenberg befasst sich das Klöppelmuseum mit der mühevollen Handarbeit. Die Exponate reichen von Metallspitzen in Gold und Silber bis zu handgeklöppelten Kleidungsstücken. Im Knopfmuseum in Bärnau gibt es allerlei Kuriositäten: Knöpfe aus vier Jahrhunderten und verschiedensten Materialien, Maschinen und Geräte zur Knopfherstellung, der größte und der kleinste Perlmutterknopf der Welt sowie ein Knopfpaar, dessen Kleidung aus fast 20 000 Knöpfen besteht. In Creglingen an der Romantischen Straße, zwischen Bad Mergentheim und Rothenburg ob der Tauber, können sich Handarbeitsbegeisterte im Fingerhutmuseum umschauen - dem weltweit einzigen seiner Art.

Weit über die Landesgrenzen ist Bayern für seine deftige Küche bekannt - also dürfen in der Kuriositätenkammer der Museen auch solche mit kulinarischen Inhalten nicht fehlen: etwa das Pfefferminzmuseum in Eichenau, das Meerrettichmuseum in Baiersdorf oder das Kartoffelmuseum in München.

Von Verena Wolff, dpa

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