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Am 20. Dezember 1015 erwähnte Thietmar, Bischof von Merseburg, im siebten Buch seiner Chronik erstmals die Burg Leipzig.

1.000 Jahre

Leipzig feiert sich dieses Jahr selbst

Leipzig scheinen die Jubiläen nicht auszugehen. Wenn die mit der Stadt verbundenen großen Musiker gerade keinen runden Geburtstag haben, findet sich ein anderer Anlass zu feiern.

Es war die Chronik des Bischofs Tiethmar von Merseburg, die der Sachsen-Metropole Leipzig zu einem runden Geburtstag verhalf. Denn im Jahre 1015 erwähnte er in seiner auf Latein verfassten Chronik „urbe libzi“, was heute als die urkundliche Ersterwähnung der Stadt Leipzig gilt. Zwar hat Leipzig schon einmal zu DDR-Zeiten 1000 Jahre gefeiert, aber das war die Stadtgründung, und nun geht es um die urkundliche Ersterwähnung. Und deshalb darf nochmals gefeiert werden, in der Stadt, die vor allem bei jüngeren Leuten als angesagt gilt und die mittlerweile auch den Beinamen Hypezig hat.

Seit 2009 gibt es in der Messestadt Festjahre. Die herausragendsten dürften der 200. Geburtstag des in Leipzig geborenen Komponisten Richard Wagner, das Doppeljubiläum von Völkerschlacht und Völkerschlachtdenkmal und 2014 der 25. Jahrestag der Montagsdemos und des Mauerfalls gewesen sein. Auch der 200. Geburtstag von Felix Mendelssohn Bartholdy, der zwölf Jahre das Gewandhaus-Orchester leitete, wurde gefeiert.

Nennung der Burg Leipzig ("urbs Libzi")

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) freut sich über den Jubiläumsreigen. „Ich hatte 2006 die Idee, damit für das Tourismus Marketing neu zu punkten“, sagt Jung. Es habe nahe gelegen, einen Jubiläumsreigen zu erfinden, der auch stimmig sei.

Für den OB ist die Rechnung bisher aufgegangen. „2006 hatten wir 1,6 Millionen Übernachtungen. 2014 werden wir wohl die drei Millionen knacken“, sagt er. Für die Leipziger Tourismus und Marketing Gesellschaft jedenfalls ist die Vermarktung des Jubiläums im In- und Ausland nach eigenen Angaben in diesem Jahr das Top-Projekt.

Für 1000 Jahre Leipzig sind 2015 unter anderem ein großes Bürgerfest, ein Festkonzert sowie eine Festwoche 1000 Jahre Leipzig geplant. Das Motto des Jahres ist: „Wir sind die Stadt“. Dabei will die Stadt ihre Traditionen als Bürgerstadt und als Musikstadt herausstellen. Zudem soll eine neue, vierbändige wissenschaftliche Stadtgeschichte veröffentlicht werden. Um das Riesenprogramm mit rund 350 Veranstaltungen zu bewältigen, wurde eigens ein Verein gegründet. Prominente wie Herbert Grönemeyer und Campino von den „Toten Hosen“ haben zugesagt, als Botschafter für Leipzig zu werben.

Der Leipziger Blogger und Autor André Hermann sieht den Rummel um das Jubiläum eher gelassen. „Das ist fürs Stadtmarketing super. Aber im Grunde ist es doch egal, wann die Stadt gegründet wurde. Es fragt sich auch, ob das bei den Leipzigern so ankommt“, sagt Hermann. Er hatte mit seinem Blog unter dem Titel „Hypezig - Bitte bleibt doch in Berlin“ zur Diskussion eingeladen. Damit wollte er den Wirbel, der vor allem in Medien um die Stadt gemacht wurde, kritisch begleiten. Als allerdings Studenten für das Stadtjubiläum eine Werbekampagne mit Motto „Likezig“ entwickelten, stellte er seinen Blog ein.

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dpa

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