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Ein Städtetrip ist der Reise-Klassiker im Herbst. Wir zeigen Ihnen, wie man die Metropolen Europas besonders authentisch erleben kann, mit dem dafür typischen Fahrzeug. Kapitel 1: Mit der Ente durch Paris.

Eine Städtetour mit französischem Flair

Mit der Ente durch Paris

Paris - Ein Städtetrip ist der Reise-Klassiker im Herbst. Wir zeigen Ihnen, wie man die Metropolen Europas besonders authentisch erleben kann, mit dem dafür typischen Fahrzeug. Kapitel 1: Mit der Ente durch Paris.

Nachmittags, am Invalidendom

Eine froschgrüne Ente, Baujahr 1981, kommt mit quietschenden Reifen vor dem Invalidendom zum Stehen. Das Verdeck ist offen. Eine junge Frau mit Baskenmütze und Streifenshirt springt heraus. Trüge sie noch ein Baguette unterm Arm – das Franzosen-Klischee wäre perfekt! Ein bisschen Klischee bucht man eben dazu bei „Vier Räder unter einem Regenschirm“. So heißt das Angebot des jungen Franzosen Florent Dargnies, der Paris-Rundfahrten im 2CV anbietet.

„Na, wie war’s beim Kaiser“, fragt die Enten-Fahrerin, die sich als Teresa vorstellt. Sie verstaut die Reisetasche im Minikofferraum und den Gast auf der Rückbank. Dann fädelt sie sich und das Entlein ein in den trubeligen Pariser Nachmittagsverkehr. Es geht vorbei an Seine, Louvre und Champs-Élysées.

„Wir fahren jetzt an einigen Plätzen vorbei, die mit Napoleon zu tun haben“, erklärt Teresa, während sie den Kupplungsknüppel der Ente einklinkt. „Der hat in Paris mehr umgemodelt als sonst ein Herrscher.“ Das Dach ist aufgeklappt. Die Fenster offen. Wir lassen Pariser Luft rein. Die Ente rattert über Kopfsteinpflaster und an den aus unserer Perspektive noch riesiger wirkenden Stadtbussen vorbei. Mehr bodennahe Eindrücke von der meistbesuchten Stadt der Welt sind nicht möglich.

Von der Oper geht es in Richtung Place Vendôme. Die napoleonische Siegessäule erinnert an die Triumphe des selbstgekrönten Kaisers. Die Ampel schaltet auf Rot. Wir halten. Fußgänger hören kurz zu reden auf, schauen, knipsen mit dem Handy, bestaunen die zierlichen Reifen, die kugelrunden Lampen der Ente. Hah, man muss kein Maserati-Fahrer sein um im Verkehr Eindruck zu schinden.

Einmal kreuz und quer durch die schönste Stadt der Welt! Unsere Fahrerin sprudelt vor Euphorie und Wissen, erzählt von den Landschlösschen um Paris, Fontainebleau natürlich auch. Napoleon nannte diesen Ort „die wahre Ruhestätte der Könige“. Im Schloss finden sich viele Erinnerungsstücke der kaiserlichen Familie. Das Schloss samt seinem 130 Hektar großen Park sind Unesco-Weltkulturerbe.

Nach einer Weile mit Teresa weiß der Beifahrer vieles über Frankreichs berühmtesten Feldherrn und das Rosenfaible seiner Gattin. Währenddessen zieht Paris an einem vorbei. Es werden Erinnerungen an alte Paris-Filme wach. Die Straßen duften süßlich. Der Pariser Himmel leuchtet blau.

Der Höhepunkt der eineinhalbstündigen Ententour: die Fahrt auf der achtspurigen Pracht-Avenue Champs-Élysées hinauf bis zum Triumphbogen. Wir drehen eine Runde um den Kreisel. „Der Arc de Triomphe“, sagt Teresa, „ist Pflichtprogramm.“ Immerhin ist er mit fast 50 Metern Höhe der größte Triumphbogen der Welt. „Augenblick bitte, ich muss mich konzentrieren. Wenn es am Triumphbogen knallt, zahlen nämlich immer beide Beteiligten.“ Dann setzt Teresa zum letzten Mal den Blinker. Die Spritztour endet am Gare de l’Est.

Claudia Schuh

Motoren und Metropolen

Mit der Ente durch Paris

Verschiedene Themen möglich: „Paris der Impressionisten“, „Paris bei Nacht“ oder „Pariser Gärten“. Preis: ab 60 Euro pro Person (bei drei Personen pro 2CV, bei einer Person 180 Euro). Dauer: eineinhalb Stunden oder länger. Täglich außer Montag. Die Fahrer sprechen neben Französisch auch Englisch, manchmal sogar Deutsch. Infos: Tel. 0033/6/67322668, www.4roues-sous-1parapluie.com.

Mit dem Trabi durch Berlin

Trabi-Safaris gibt es in Berlin auf verschiedenen Routen, die Wild East Tour und die Berlin Classic-Strecke führen durch den ehemaligen West- und Ostteil der Stadt. Beide Touren starten und enden am Gendarmenmarkt. Neben Fahrten für eine Person gibt es für Gruppen Fahrten im Konvoi mit bis zu acht Trabis. Neben Trabi Lotti stehen die Ausführungen Horst, Erich und Hans oder ein Stretchtrabi bereit. Auf Wunsch sind auch Nachtfahrten (20 bis 24 Uhr) buchbar. Ansonsten täglich zwischen 10 und 18 Uhr. Preise für 70-minütigen Fahrten: 34 Euro pro Person bei vier Personen, 44 Euro bei zwei Personen im Trabi. Info und Buchung: Tel. 030/27592273, www.trabi-safari.de.

Auf der Vespa durch Rom

Mit dem Kultroller auf selbstgeführter Sightseeing-Tour. Audio-Guide/Kopfhörer: Spanisch, Englisch, Französisch, Italienisch. Dauer: drei Stunden. Preis: ab 110 Euro pro Person. Treffpunkt: Via Cavour 80 in Rom. Infos: telefonisch unter 030/54445944 oder unter www.getyourguide.de.

Mit dem Oldtimer durch Prag

Durch das historische Prag mit einem historischen Auto: Bei den Fahrzeugen handelt es sich um restaurierte Originale der tschechischen Marke Praga. Dauer: eine Stunde, Preis: 108 Euro bei ein bis drei Personen (inklusive Stadtführer; erklärt auf Deutsch). Treffpunkt: Rytiská Straße. Abholung vom Hotel auf Anfrage. Buchung über Prag Tourist: Tel. 00420/603-979163 oder per Mail unter pragtourist@email.cz, www.pragtourist.cz. Mehr Infos: http://www.pragtourist.cz/products/oldtimerfahrt-prag.

Mit der Nostalgie-Tram durch Zürich

Auf einer zweistündigen Stadt-Rundfahrt in der Oldtimer-Tram können Touristen die schönsten Ecken der Stadt entdecken. Nächste Termine: 25. September, 9., 23. Oktober, 6., 20. November, 4., 18. Dezember. Immer 11 bis 13 Uhr sowie 15 bis 17 Uhr. Die Fahrt dauert zwei Stunden. Treffpunkt: Usteristrasse, vor McDonald’s. Tickets sind vor der Fahrt direkt beim Tourguide zu lösen. Die Platzzahl ist auf 30 beschränkt. Reservieren kann man jeweils bis Freitag, 16 Uhr, unter Tel. 0041/44-434 44 34. CHF 29 (24 Euro) inklusive Tourguide, Dokumentation und eine Spezialität der Confiserie Sprüngli. Kinder bis 12 Jahre zahlen 16 Euro. www.vbz.netcetera.ch.

Im Black Taxi durch Belfast

Auf einer Black Taxi Tour sind die Taxifahrer gleichzeitig erfahrene Stadtführer und weihen die Gäste in die zeitweise dramatische Geschichte der nordirischen Hauptstadt ein. Die Ausführungen des Fahrers sind geprägt von persönlichen Erfahrungen und schildern Anekdoten aus dem alltäglichen Leben in Belfast zu Zeiten der religiösen und politischen Unruhen. Die informative Tour bringt einen zu zahlreichen berühmten propagandistischen Wandmalereien sowie zur Peace Line, einer fünf Kilometer langen Mauer, die in Westbelfast bis heute die Gebiete der Falls Road (Wohngebiet katholischer Nordiren) von der Shankill Road (protestantisches Wohngebiet) trennt. Treffpunkt: King St., Belfast. Infos unter Tel. 0044-28-903 15 777, www.taxitrax.com; Preis: 30 Pfund, ca. 38 Euro, pro Taxi, Dauer: 90 Minuten. Weitere Anbieter: www.belfastcabtours.com oder www.belfasttours.com.

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