Unberührt wie das Paradies: Die Strände auf Phuket bieten dem Urlauber heute wieder Natur pur. Aber die Meinung darüber ist geteilt.
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Unberührt wie das Paradies: Die Strände auf Phuket bieten dem Urlauber heute wieder Natur pur. Aber die Meinung darüber ist geteilt.

Urlaubsparadies Thailand

Phuket: Zurück zur Natur

Es ist der Weg zurück zu den touristischen Anfängen, als Thailands Strände noch unberührt waren, ohne Liegen, Sonnenschirme und Jetski-Buden.

Die neue Militärregierung hat die paradiesischen Zustände per Befehl zurückgeholt. Was Einheimische, Reiseveranstalter und Urlauber dazu sagen:

Phuket gehört zu den beliebtesten Ferien-Destinationen der Deutschen im Winterhalbjahr. Kunststück, die Insel im Süden von Thailand hat dann Temperaturen weit über die 30 Grad, kaum Regen – vor allem aber: traumhafte Strände. Mit azurblauem Meer, feinem, weißen Sand und tropischen Palmen, die sich bei leichter Brise über dem Strand wiegen. Alles von der Natur geschaffen, Postkarten-Idylle pur. Urlaubsherz, was willst Du mehr?

Traumstrand

Einiges, dachten sich die Einheimischen, und statteten ihre Strände in den letzten Jahren mit menschgemachten Annehmlichkeiten wie Liegestühle, Sonnenschirme, Strandbars, Massagebetten sowie Jetski-, Bananaboat- und Paraglinding-Verleihbuden aus.

Ramadama auf Thailändisch: Im Auftrag der Regierung wurden Möbilierung und Buden von den Stränden Phukets entfernt.

Die neue Militärregierung in Thailand hat jetzt gründlich aufgeräumt. Mit einem beispiellosen Clean-up an Phukets Stränden. In den letzten Jahren sei der Strand extrem überfüllt gewesen mit Verkäufern und Dienstleistern, teilte das thailändische Fremdenverkehrsamt, die Tourism Authority of Thailand, mit, und ließ durch den National Council for Peace and Order (NCPO) sukzessive sämtliche Sonnenschirme, Liegen und Massage-Anbieter von den Stränden entfernen. So könne nun jeder wieder das Badeparadies in seinem ursprünglichen Zustand genießen.

Nicht jedermanns Sache, viele Urlauber haben sich an den Luxus von weichen Strandbetten und Schatten spendenden Schirmen unter der stechenden Sonne gewöhnt. „Aber die Hoteliers werden bereits teilweise kreativ und geben ihren Gästen nun Strandmatten oder Sitzgelegenheiten mit an den Strand“ sagt Mahpar Azarpira, Thailand-Expertin bei TUI. Der Reiseveranstalter habe seine Kunden bereits informiert und die Ausschreibungen angepasst. „Die Reaktionen sind geteilt“ sagt Azarpira. „Die einen finden es gut, es gibt aber auch Urlauber, die das nicht so toll finden.“ Auf das Buchungsverhalten hätten die Räumungsaktionen keine Auswirkungen, „weder im positiven, noch im negativen Sinn. Phuket ist stabil.“ Trotzdem sei es nach Meinung des Reiseriesen wünschenswert, „wenn es künftig wieder eine geordnete Bewirtschaftung der Strände gäbe.“

"Mai pen rai" -  halb so wild

Münchner Michael Osswald.

Das sieht auch der Münchner Michael Osswald (52) so, der in Vietnam lebt und auf Phuket eine Ferienwohnung besitzt. „Mit kommt das ein bisschen so vor wie Phuket reloaded. Wenn das illegale Anbieter waren, die vertrieben wurden, dann könnte man ja einen Neuanfang machen und begrenzt und geordnet Lizenzen vergeben. Den Besucher interessiert nur das Serviceangebot“, sagt Osswald. Ohne Liegen und Schirme bei der starken Hitze sei ein Strandaufenthalt trotz des landschaftlichen Reizes der unberührten Strände problematisch. „Und Phuket lebt sehr stark vom Tourismus“ sagt Osswald, und gibt zu bedenken: „Andere Destinationen in Südostasien sind im Wettbewerb.“

Mahpar Azarpira, Thailand-Expertin der TUI.

Das Ramadama auf Phuket ist eine Art Pilotprojekt, weitere Strände im gesamten Land sollen demnächst folgen. Und das betrifft alle Urlauber. „Auch im Luxus-Segment waren die Strände in Thailand nie in Hotelbesitz, sondern immer öffentlich, Liegestühle und Schirme von Hotels dürfen per Gesetz nur auf dem jeweiligen Hotelgrundstück aufgestellt werden“ sagt Inga Schwer, Pressesprecherin der DER Touristik. Einen Hinweis, dass die Strände in Thailand öffentlich sind, habe man bei Meier’s Weltreisen schon immer im Katalog. „Bei Hotels, wo zum Beispiel ein Beach Club ausgeschrieben war, der gegebenenfalls nicht mehr existiert, wurden unsere Kunden informiert.“

Michael Osswald ist optimistisch, dass irgendwann auch wieder die Strände zumindest begrenzt bewirtschaftet werden. „Man muss Geduld haben, Dinge brauchen in Thailand ihre Zeit“, meint der Unternehmer, „hier sagt man dazu: Mai pen rai. Das heißt so viel wie: halb so wild.“ Und es gibt auch Stimmen, die froh sind über den neu geschaffenen, paradiesischen Zustand. Ein australischer Urlauber sagte gegenüber einem Reporter des Phuket Observer: „Es ist so unglaublich schön, ich fühle mich, als sei die Zeit 30 Jahre zurückgedreht.“

Tom

Die Expertin

„Die Hoteliers geben ihren Gästen nun Matten und Sitzgelegenheiten für den Strand mit.“ Mahpar Azarpira, Thailand-Expertin der TUI.

Der Gast

„Unberührte Strände sind landschaftlich reizvoll, aber bei der Hitze ist ein Aufenthalt ohne Sonnenschirm schwer zu ertragen.“ Michael Osswald aus München

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