Derzeit liegen die Buchungen für die Türkei rund 25 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auch die Küstenorte wie Antalya haben zu kämpfen. Foto: Ministerium für Kultur und Tourismus der Türkei
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Derzeit liegen die Buchungen für die Türkei rund 25 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auch die Küstenorte wie Antalya haben zu kämpfen.

Nach Anschlägen in Istanbul

Flaute in der Türkei: Hoffen auf Last-Minute-Gäste

Die Türkei ist eines der beliebtesten Urlaubsländer, Antalya eine Hochburg für deutsche Touristen. Doch seit dem Anschlag von Istanbul sind viele verunsichert, die Buchungen eingebrochen.

Berlin - Die Türkei zieht wegen des Anschlags in Istanbul derzeit deutlich weniger deutsche Urlauber an als vergangenes Jahr, hofft aber auf ein starkes Last-Minute-Geschäft. Das Land hofft, die Verluste bis Mai aufholen zu können.

"Wir werden keinen extremen Rückgang haben", sagte der Tourismusminister Mahir Ünal auf der Reisemesse ITB (Publikumstage 12. und 13. März). Nach Zahlen des türkischen Kultur- und Tourismusministeriums liegen die Buchungen aus Deutschland derzeit rund 25 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Im vergangenen Jahr war Istanbul mit der Blauen Moschee das beliebtestes Reiseziel in der Türkei. Nach dem Anschlag im Januar in der Stadt laufen die Buchungen aber sehr schleppend.

Auch bei den deutschen Reiseveranstaltern wird die Türkei derzeit noch deutlich schlechter gebucht als im Vorjahr. Thomas Cook hat rund ein Drittel seiner Flugkapazitäten für die Türkei aus dem Markt genommen. DER Touristik spricht von einem zweistelligen prozentualen Buchungsminus. "Trotz eines sehr attraktiven Preisniveaus halten sich insbesondere die Familien mit Kindern mit ihrer Buchungsentscheidung für die Türkei zurück", sagte Michael Kunkel, Portfoliomanager bei ITS und Jahn Reisen. Hauptgrund für die Zurückhaltung bei den Urlaubern ist die Verunsicherung nach dem Anschlag von Istanbul. Im Januar hatte ein Attentäter in der Metropole elf deutsche Touristen getötet. Das wirkt sich auch auf die Buchungen für Badeurlaub an der Küste aus. "In keinem der touristischen Orte in der Türkei gibt es ein Sicherheitsrisiko", betonte Ünal auf der ITB.

Türkei: Noch ist die Saison nicht abgeschrieben

Diese Region der Türkei lockte im vergangenen Jahr 2,9 Millionen Gäste aus dem Ausland an.

Die Veranstalter rechnen fest damit, dass sich in den kommenden Monaten noch viele Urlauber für die Türkei entscheiden. "Die Türkei wird noch aufholen", erklärte die Geschäftsführerin von Öger Tours, Songül Göktas-Rosati. "Wir sind fest davon überzeugt, dass die Türkei wieder zurückkommt", ließ FTI-Manager Ralph Schiller mitteilen. "Das aktuelle Minus wird sich im Laufe des Sommers weiter reduzieren, die Nachfrage wieder anziehen", prognostiziert der Touristikchef von Tui Deutschland, Oliver Dörschuck. Er nennt drei Gründe: die sehr hohe Hotelqualität, die günstigen Preise und die mangelnden Alternativen, weil andere Urlaubsländer in der Hochsaison schnell ausgebucht sein werden. 

Bereits jetzt sind die Preise für Urlaub in der Türkei wegen der verhaltenen Nachfrage gesunken - noch stärker sollten sie das aus Sicht der Touristiker aber nicht. Kein Land wolle als Billigland wahrgenommen werden, sagte Tourismusminister Ünal. Welche Preisabschläge die türkischen Hoteliers noch hinnehmen müssen, um ihre Zimmer zu füllen, wird sich zeigen. 

Die Badeorte - allen voran Antalya - sind sicher: Das sagt zumindest Tourismusminister Mahir Ünal.

Im Jahr 2015 reisten 5,6 Millionen Deutsche in die Türkei - ein Plus von 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Türkei ist laut Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen das drittbeliebteste Auslandsreiseziel nach Spanien und Italien. Besonders junge Deutsche zwischen 14 und 34 Jahren reisen gerne in die Türkei. Deutsche Touristen blieben 2015 im Schnitt 13,7 Tage im Land. Jeder deutsche Gast gab im Schnitt 1163 Euro aus. Beliebtestes Reiseziel in der Türkei für die Gäste aus der ganzen Welt war vergangenes Jahr Istanbul mit 12,4 Millionen Gästen vor Antalya mit 10,8 Millionen Besuchern. An die türkische Ägäis reisten 2,9 Millionen Auslandsgäste.

Sommer, Sonne - und Sicherheit? Viele Urlauber haben Angst

dpa/tmn

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