Weltweites Klimaranking

CO2-Bilanz: Nur eine Airline besser als Tuifly

Hannover - Unter den 180 größten Fluggesellschaften der Welt hat die Charter-Airline Tuifly nach einem Klimaranking die zweitbeste Bilanz bei den CO2-Emissionen pro Passagier und Kilometer.

Die CO2-Emissionen in der Weltluftfahrt sind einem Klimaindex zufolge im vergangenen Jahr erneut stark gestiegen. Im Durchschnitt haben die Fluggesellschaften ihre CO2-Emissionen pro Passagier und Kilometer danach zwar um ein Prozent gesenkt. Da der Passagierluftverkehr jedoch zeitgleich um 6 Prozent zugenommen hat, sind die Emissionen um 5 Prozent gestiegen, wie die Organisation Atmosfair berichtete, die am Montag ihren jüngsten Airline-Klimaindex vorstellte.

„Die Luftfahrtindustrie lag damit über den weltweiten CO2-Wachstumsraten von jährlich etwa drei Prozent und wie andere Industrien nicht auf einem Pfad, der mit dem CO2-Klimaziel verträglich ist“, kritisiert die in Berlin ansässige Organisation.

Unter bestimmten Bedingungen wäre Tui sogar die Nummer 1

Unter den untersuchten 180 größten Fluggesellschaften der Welt schneidet die deutsche Charter-Airline Tuifly aus Hannover in der Gesamtwertung als zweitbeste ab. Nur die junge tunesische Regionalfluggesellschaft Tunisair Express war besser. Die besten Werte in dem Index erreichen Airlines, die moderne und auch für die beflogenen Strecken geeignete Flugzeuge einsetzen, die viele Passagiere darin unterbringen und auch in Kabine und Frachtraum stets voll ausgelastet fliegen.

„Wenn man nur Airlines mit einer Zahl von mindestens einer Million beförderter Passagiere pro Jahr zugrunde legen würde, wäre Tuifly sogar die weltweite Nummer eins“, sagte atmosfair-Geschäftsführer Dietrich Brockhagen am Montag. Nach der Wertung liegt unter den ersten zehn Airlines mit der besten CO2-Bilanz ein weiterer deutscher Ferienflieger auf Rang sechs: der Condor-Flugdienst.

Lufthansa nur auf Platz 67

Beste deutsche Linienfluggesellschaft ist Air Berlin auf Platz 12 - die Lufthansa folgt abgeschlagen auf Position 67. Als Begründung heißt es, die Lufthansa habe trotz einer Modernisierung ihrer Luftflotte gegenüber dem Vorjahr eine sinkende Auslastung bei der Fracht- und Passagierbeförderung verbucht, was sich negativ auswirkte.

Die Organisation betont, dass die Unterschiede zwischen den Fluggesellschaften erheblich sein können. Brockhagen: „Der Treibstoffverbrauch pro Passagier und Kilometer kann auf derselben Strecke bei einer Fluggesellschaft mehr als doppelt so hoch sein wie derjenige einer anderen Fluggesellschaft.“ Der Index zeige aber auch, dass es für ein klimafreundlicheres Fliegen unerheblich ist, ob die Airlines aus Industrie- oder Entwicklungsländern kämen. Die Statistiker von Atmosfair stützen sich ausschließlich auf Daten internationaler Organisationen und Datendienste der Luftfahrtbranche, nicht jedoch auf direkte Angaben der Fluggesellschaften.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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