+
Blogger Steve Hänisch wurde in Argentinien schon einmal überfallen.

Experten-Tipps

Überfallen im Ausland: Wie man möglichst glimpflich davonkommt

Auf Reisen läuft längst nicht alles glatt. Neben verpassten Bussen, Fähren oder Flügen kann es noch dicker kommen: In einigen Ländern ist etwa das Risiko, überfallen zu werden, höher.

Auf Reisen kann allerlei schiefgehen. Manchmal passieren eben auch unschöne Dinge im Urlaub - man wird zum Beispiel überfallen. In einigen Ländern ist die Kriminalitätsrate einfach höher, ein paar Sicherheitsvorkehrungen sind deshalb angebracht.

Mit allzu großer Sorge sollte man die Reise aber dennoch nicht antreten: "Wenn man mit Angst verreist, kann das nicht gutgehen", sagt Steve Hänisch, der den Blog www.back-packer.org/de betreibt. Er selbst wurde einmal in Argentinien überfallen. Weil er einige Tipps beherzigte, erbeuteten die Diebe aber nicht allzu viel.

Wichtiges im Safe verstauen:

Alles Wichtige kommt direkt nach Ankunft im Hotel in den Safe - oder im Hostel ins Schließfach. "Reisepass und Kreditkarte würde ich immer vor Ort lassen", rät Hänisch. Er steckt immer nur so viel Bargeld ein, wie er für den Tag braucht. Und den Reisepass hat er als Kopie dabei. Quasi die gefährlichste Strecke bleibt so der Weg vom Flughafen ins Hotel, wenn man alles bei sich trägt. "Da nimmt man dann ein Taxi oder einen organisierten Transfer."

Zweite Geldbörse mitführen:

Wenn Hänisch unterwegs ist, hat er zwei Geldbörsen. Eine Tasche trägt er unter der Kleidung, dort sind die wichtigen Dokumente und Karten verstaut. Dann hat er noch eine zweite Geldbörse, in die etwas Bargeld kommt und weniger wichtiges wie Kundenkarten. Diese Börse nennt Hänisch das Portemonnaie zum Beklautwerden. "Man muss etwas haben, das man den Leuten gibt." Mit diesem Portemonnaie bezahlt der Globetrotter auch auf Märkten, denn: "Die Leute beobachten, wenn man bezahlt." Sie gucken, wo die Börse verstaut wird.

Wertvolles nicht zur Schau stellen:

Vor allen in großen Städten auf den Straßen bleibt das Smartphone besser in der Tasche, und die Kamera hängt nicht um den Hals. In einigen Ländern gebe es nämlich sogenannte Spotter, erzählt Hänisch. Sie beobachten, was Touristen dabei haben, geben das per Telefon an die Freunde weiter, und die warten dann an der nächsten Straßenecke. Hänisch benutzt sein Smartphone daher nur in geschlossenen Räumen, etwa im Restaurant - nicht aber auf dem Weg dorthin. An zentralen Touristenplätzen etwa in Südamerika sei aber meist so viel Polizei, dass dort ruhig die Kamera zum Fotografieren rausgeholt werden könne, beruhigt der Blogger.

Nicht den Helden spielen:

Wird man tatsächlich überfallen, rät Hänisch, auf keinen Fall den Helden zu spielen. "Da gebe ich lieber etwas ab, als dass ich im Krankenhaus lande." Und er macht ganz deutlich: Alles ist ersetzbar - Kreditkarten, Pass, Kamera. Dafür lohne es nicht, sich zusätzlich zu gefährden.

Karten sperren: 

Sind die Karten abhandenkommen, lassen sie sich über die internationale Nummer +49 116 116 sperren. Falls man beim Überfall etwas abbekommen hat, braucht es eine Auslandreisekrankenversicherung - die empfiehlt sich ohnehin dringend. Und für wertvolles Kamera-Equipment gibt es spezielle Versicherungen, die den Diebstahl im Ausland abdecken. Für den verlorenen Reisepass meldet man sich bei der Botschaft. Generell rät Hänisch, sich vor der Reise die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts für das jeweilige Ziel durchzulesen.

dpa/tmn

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Von freien Plätzen in vollen Flugzeugen profitieren

Drei Millionen Passagiere lassen allein bei Lufthansa jährlich einen Flug verfallen. Diesen sogenannten No-Shows begegnen Airlines mit einem ausgeklügelten …
Von freien Plätzen in vollen Flugzeugen profitieren

Italien, Bosnien und Spreewald: Neuigkeiten für Touristen

Die Ausgrabungsstätte von Pompeji ist in wenigen Tagen auch barrierefrei zugänglich. Nach Bosnien und Herzegowina kommt man nur noch mit genügend Bargeld und im …
Italien, Bosnien und Spreewald: Neuigkeiten für Touristen

Neue Autoreisezüge nach Wien, Innsbruck und Lörrach

Ohne Stress und Stau in den Süden - das versprechen die Betreiber der Autoreisezüge ab Hamburg-Altona. Für die Bahn erwies sich das Geschäft als unrentabel, nun sind …
Neue Autoreisezüge nach Wien, Innsbruck und Lörrach

Kreuzfahrt: Veranstalter haftet nicht für Behandlungsfehler

Der Reiseveranstalter ist nicht für das verantwortlich für das, was ein Arzt auf einem Kreuzfahrtschiff macht. Dabei ist es egal ob es sich tatsächlich um …
Kreuzfahrt: Veranstalter haftet nicht für Behandlungsfehler

Kommentare