Gut gebrüllt, Löwe: Im Mana-Pools-Nationalpark haben Besucher die Chance, eine Privataudienz beim König der Tiere zu erhalten. Foto: Markus Steiner
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Gut gebrüllt, Löwe: Im Mana-Pools-Nationalpark haben Besucher die Chance, eine Privataudienz beim König der Tiere zu erhalten.
Fruchtbares Fleckchen: Der Mana-Pools-Nationalpark liegt am Sambesi-Fluss. Mana heißt übersetzt "vier" - der Sambesi besitzt hier vier Nebenarme. Foto: Markus Steiner
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Fruchtbares Fleckchen: Der Mana-Pools-Nationalpark liegt am Sambesi-Fluss. Mana heißt übersetzt "vier" - der Sambesi besitzt hier vier Nebenarme.
Alles im Blick: Seit mehr als 15 Jahren ist Guide Humphrey Gumpo im afrikanischen Busch unterwegs. Foto: Markus Steiner
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Alles im Blick: Seit mehr als 15 Jahren ist Guide Humphrey Gumpo im afrikanischen Busch unterwegs.
Bitte lächeln: Im Mana-Pools-Nationalpark können Besucher Elefanten aus nächster Nähe fotografieren. Foto: Markus Steiner
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Bitte lächeln: Im Mana-Pools-Nationalpark können Besucher Elefanten aus nächster Nähe fotografieren. 
Natur pur: In Simbabwe dürfen Besucher sogar ohne Guide zu Fuß durch den Busch laufen. Foto: Markus Steiner
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Natur pur: In Simbabwe dürfen Besucher sogar ohne Guide zu Fuß durch den Busch laufen.
Sehenswürdigkeit auf vier Beinen: Im Nationalpark Mana Pools in Simbabwe haben Elefanten auf der Straße natürlich Vorfahrt. Foto: Zimbabwe Tourist Office
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Sehenswürdigkeit auf vier Beinen: Im Nationalpark Mana Pools in Simbabwe haben Elefanten auf der Straße natürlich Vorfahrt.
Ja, wo laufen sie denn: Impalas sind flink - und daher gar nicht so leicht mit der Kamera einzufangen. Foto: Markus Steiner
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Ja, wo laufen sie denn: Impalas sind flink - und daher gar nicht so leicht mit der Kamera einzufangen.
Zeig her deine Zähne: Im Mana-Pools-Nationalpark folgen die Menschen der Fährte der Löwen. Oder ist es etwa umgekehrt? Foto: Zimbabwe Tourist Office
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Zeig her deine Zähne: Im Mana-Pools-Nationalpark folgen die Menschen der Fährte der Löwen. Oder ist es etwa umgekehrt?

Wildlife pur

Auf Safari im Mana-Pools-Park in Simbabwe

Der Fall sorgte weltweit für Schlagzeilen: Ein Zahnarzt aus den USA erschoss in Simbabwe den bekannten Löwen Cecil - sehr zur Trauer vieler Natur- und Tierfreunde. Denn in dem ostafrikanischen Land können Touristen Wildlife pur erleben.

Seit über 15 Jahren streift Humphrey Gumpo durch den afrikanischen Busch. Er gilt heute als der beste Guide in Simbabwe. Humphreys Arm baumelt lässig aus dem Geländefahrzeug. Dann zeigt er zielsicher in die Ferne. Irgendwo dort lauert sie, die pirschende Löwenherde.

Runter vom Jeep, mit Humphrey durch den Busch. An seinem mit bunten Perlen besetzten Gürtel hängt ein Halfter, in dem ein Revolver steckt. "Habe ich noch nie benutzt, hoffe, er bringt's noch", flüstert Humphrey mit einem Grinsen, das um 5.30 Uhr auch die graueste Wolke verjagt. Die Morgenluft ist gewitterschwer.

Der Mana-Pools-Nationalpark liegt am Sambesi-Fluss, dem viertgrößten Strom Afrikas. Noch vor der Dämmerung weckt mich das gewaltige Röhren der Flusspferde. Und die Löwen? Die sind längst im Busch unterwegs.

Simbabwe war lange von der touristischen Landkarte verschwunden. Mit der Enteignung der weißen Farmer begann der Niedergang des Landes. Nach der "Landreform" folgte eine Hungersnot, dann Hyperinflation - bis der US-Dollar Zahlungsmittel wurde. Die Wirtschaft erholte sich, doch ihr geht es immer noch nicht gut.

Die Touristen, die trotzdem ins Land kommen, wollen Wildlife. Doch auch die Tierwelt kämpft ums Überleben. Simbabwe ist zum Zentrum für den illegalen Handel mit Elfenbein geworden, weil es in China als Heilmittel verarbeitet wird. "Der Bestand der Elefanten und Löwen in den Parks ist gefährdet", sagt Humphrey und zeigt auf einen Elefanten, der ein meterlanges Halsband umgebunden bekommen hat, an dem ein Ortungsgerät befestigt ist. Die Technik soll Wilderer abhalten, die Tiere weiter brutal abzuschlachten.

Die Tierschutz-Organisationen in Simbabwe setzen auf Aufklärung. "Wir wollen mehr Besucher in den Nationalparks und anregen, auch etwas über Umwelt und Wildlife in Simbabwe zu lernen", sagt Allain Chimanikire, Manager des Mukuvisi Woodlands Nature Reserve. Die private Organisation in Harare setzt sich für den Schutz der Natur ein und will die junge Generation in Simbabwe ausbilden. Schulklassen sollen im Umgang mit Natur und Ressourcen ausgebildet werden.

Schrille Geräusche stören an diesem Morgen die friedliche Stimmung der Savanne. Baboons stoßen Warnlaute aus, Impalas setzen zur Flucht an. Bewegung, Unruhe, Sturm. Humphrey ermahnt den Besucher leise zu treten, nicht so viel Krach zu machen beim Steigen über knackende Äste. Die Menschen folgen der Fährte der Löwen. Oder umgekehrt?

Hinter hoch wucherndem Gestrüpp an einen ausgetrockneten Flusslauf gibt es freie Sicht auf eine Lichtung. Da jagt plötzlich eine Löwenherde vorbei. An der anderen Uferseite schaut ein Löwe träge auf, seine Augen wie Whiskey: golden und braun. Dann brüllt der Löwe. Auch Humphrey schaut dem Tier in die Augen. Mehr als 15 Jahre ist er Guide, doch dies ist selbst für ihn immer noch ein besonderer Moment. Man kann es in seinem Gesicht lesen.

Die Reise-Infos zu Simbabwe

Reisezeit: Die Trockenzeit reicht von Mai bis Oktober. Dann sind die Straßen trocken, und in den Nationalparks herrscht gute Sicht auf die Tiere. Die Regenzeit zwischen Dezember und März sollte gemieden werden. Dann sind auch viele Parkeinrichtungen geschlossen.

Anreise: Von Deutschland aus fliegen zum Beispiel Ethiopian Airlines, Emirates oder Kenya Airways nach Harare.

Einreise und Formalitäten: Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise ein Visum. Ein Touristen-Visum wird am Flughafen in Harare ausgestellt und kostet 30 US-Dollar (rund 27 Euro).

Übernachtungen: Es gibt Campingplätze, Lodges und auch edle Chalets. Die Preise variieren je nach Qualität und Komfort.

Geld: Der US-Dollar ist das universelle Zahlungsmittel. Auch der südafrikanische Rand wird in Geschäften, Restaurants und Unterkünften akzeptiert. Banken geben an Geldautomaten US-Dollar aus.

dpa/tmn

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