Jean-Philippe ­Robinson Club Malediven
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Jean-Philippe Crivello ist Chef des Robinson Clubs Maldives und hat sein Büro unter Palmen.

Bürgermeister im Paradies

Der wahre Robinson

Er hat sein Büro unter Palmen, darf während der Arbeit dicke Cohibas ­paffen und springt mal kurz ins Meer, wenn es die Tagesordnung erlaubt.

Aber nur keinen Neid, ­liebe Amts­kollegen: Als Bürgermeister vom Paradies ist Jean-Philippe Crivello 18 Stunden täglich im Einsatz.

Funamadua, 4 Uhr morgens

Jean-Philippe Crivello ist Chef des Robinson Clubs Maldives und hat sein Büro unter Palmen. (Anmerkung der Redaktion: Wie jetzt bekannt wurde ist Herr Crivello überraschend Anfang November 2013 verstorben.)

Es ist grauenhaft, furchtbar, einfach schrecklich. Es ist vier Uhr früh, stockdunkel und der Tag meiner Abreise. Auch mitten in der Nacht sind die sandigen Wege noch warm, die das mit Kokospalmen bewaldete Eiland Funamadua durchkreuzen. Barfuß und mit Taschenlampe bewaffnet bahne ich mir den Weg zur Rezeption, wo bereits das Speedboot wartet.
Wissen Sie, was noch schlimmer ist, als nie auf den Malediven gewesen zu sein? Von den Malediven wegzufahren. Abschied zu nehmen von diesem unverschämt warmen Meer, dem schneeweißen feinen Sand, der fast unwirklichen Postkartenidylle. Es ist vier Uhr früh und an der Pier steht, ich traue meinen müden Augen kaum, Hotelchef Jean-Philippe Crivello. „Ich lasse keinen Gast ins Boot steigen, ohne ihm noch einmal die Hand zu geben“, sagt er und lächelt breit.

Heiraten und Umweltschutz

1983 lernte Jean-Philippe die quirlige Marion im ­Robinson Club auf Korsika kennen und lieben. Drei Jahrzehnte und zwei gemeinsame Kinder später sind die beiden immer noch ein starkes Team: er der ­Visionär, sie die ­Diplomatin, die ­seine Ideen im Club umsetzt.

Crivello, den alle nur lässig Jean-Phi nennen, ist Chef des Robinson Clubs Maldives und damit nach Inselrecht tatsächlich Bürgermeister, Standesbeamter und Richter in einer Person. „Ich traue Paare am Strand, schlichte Streit und trage die Verantwortung für diese Insel“, sagt der Korse, den das Leben 2009 an Land der Insel Funamadua im südlichen Gaaf-Alif-Atoll spülte. Nicht als Schiffbrüchigen, aber als überzeugten Robinson. Bereit, selbst anzupacken, um hier ein Urlaubs­paradies zu schaffen. Heute ist er stolz auf „sein Baby“, den beliebtesten aller Robinson Clubs, und auf seine 330 Mitarbeiter, die er alle namentlich kennt. „Es sind die Menschen, die diesen Ort so besonders machen“, sagt er und erklärt damit das Prinzip der deutschen Clubkette: „Wer bei uns arbeiten will, muss seinen Job lieben. Sonst kann er ihn nicht richtig gut machen. Die Urlauber, die zu uns kommen, suchen diese Leidenschaft und mögen das Wir-Gefühl, das uns antreibt.“

Ein Gefühl, dem auch Jean-Philippe und seine Frau Marion in jungen Jahren verfielen. Als Kellner heuerte der Sohn eines Italieners und einer Spanierin 1979 im Robinson Club auf Korsika an. Marion, die als Animationschefin jobbte, verliebte sich prompt in den langhaarigen Surfer mit dem wunderbaren französischen Akzent. Seit 30 Jahren sind die beiden ein Paar und haben gemeinsam Robinson Clubs auf Fuerteventura, in Tunesien, Sri Lanka und Kenia betreut. „Zuletzt waren wir neun Jahre in der Schweiz, weil wir unsere beiden Kinder nicht aus der Schule reißen wollten“, sagt Marion, die als Gästebetreuerin die First Lady der Insel ist.

Eine Insel wie aus dem Bilderbuch

Eine Insel wie aus dem Bilderbuch: ein Klecks im Indischen Ozean, umgeben von einem Hausriff, in dem es nur so von knallbunten ­Fischen, Riffhaien und Schildkröten wimmelt. Es ist das Reich von Jean-Phi­lippe Crivello, der das Meer so sehr liebt, dass er im Morgengrauen tauchen geht. „Hier“, sagt der 52-Jährige und lässt den Blick zum Horizont schweifen, „habe ich wirklich das Paradies gefunden.“ Eines, das er nach Kräften zu schützen versucht. Das merkt man, wenn man ihn auf einen seiner Spaziergänge über die ­Malediven-Insel begleitet. Zwischen dichten Palmenwäldern blitzt ein kleiner Garten mit Kräutern, Gemüse und Melonen hervor. Der ganze Stolz des Clubchefs aber ist eine brandneue Soda-Anlage, mit der Meerwasser gereinigt und entsalzt wird. Das gewonnene Trinkwasser wird mit Mineralien und Kohlensäure versetzt und in Glasflaschen gefüllt. „Auf diese Weise ersparen wir uns die Entsorgung von rund 400.000 Plastikflaschen pro Jahr.“

Die 220 Gäste, die sich im Club auf geschmackvolle Garten-, Strand- und Wasserbungalows verteilen, kümmert das Thema Umweltschutz freilich weniger. Sie genießen einfach ihre unbeschwerte Robinsonade am Ende der Welt. Einen Deluxe-Urlaub, der maximale Lässigkeit verspricht. Denn jeder duzt hier jeden, gegessen wird an großen Tischen, an denen auch Jean-Phi und seine Marion Platz nehmen, um zu plaudern. Ein Drink mit Blick auf den Sonnenuntergang, ein paar heiße Tanzrunden im Club – der Bürgermeister und seine Frau sind immer mit dabei. „Ich bin der Erste und oft auch der Letzte“, sagt Jean-Phi, der wahre Robinson.

Astrid Kistner

Die Reise-Infos zu den Malediven

Reiseziel Der Robinson Club Maldives umfasst die 107.000 Qua­dratmeter große Insel Funamadua des Gaaf-Alif-Atolls ganz im Süden der Malediven, etwa 60 Kilometer nördlich des Äquators. Der Club ist umgeben von einem spektakulären, ­nahezu unberührten Korallenriff.

Anreise „Willkommen am ­Ende der Welt“, pflegt Clubchef Jean-Philippe Crivello seine Gäste zu begrüßen. Und in der Tat ist die Anreise dorthin etwas beschwerlich. Der Flug ab München bzw. Frankfurt auf die Hauptinsel Male dauert gut neun Stunden. Danach geht es mit einer Propellermaschine in einer knappen Stunde weiter auf die Insel Kaadedhdho. Dort wartet ein Speedboot, das die Urlauber in 30 Minuten Fahrtzeit zum Robinson Club bringt.

Wohnen Kristallerbin Fiona Swarovski, Topmodel Marcus Schenkenberg und Scooter-Frontmann H.P. Baxxter buchen schon mal die 240 Quadratmeter große Präsidentensuite. Wer auf weniger großem Fuß lebt, fühlt sich auch in den geschmackvollen Garten-, Strand- und Wasserbungalows (65 – 77 Quadratmeter) pudelwohl.

Aktivitäten Wassersport ist ein Muss auf den Malediven: Im hauseigenen Riff lässt es sich spektakulär tauchen und schnorcheln. Wer lieber auf der Wasseroberfläche bleibt, hat beim Katamaransegeln, mit dem Glasbodenkajak, beim Stand-up-Paddling, Kitesurfen oder Wasserskifahren seinen Spaß.

Wellness Ayurveda-Anwendungen, orientalische und thailändische Massagen – das Angebot im Spa-Bereich ist vielfältig und erstklassig.

Heiraten Wer will, kann im Club sogar heiraten. Das Hochzeitspaket umfasst die Überfahrt auf eine einsame Insel, die Trauungs­zeremonie am Strand mit dem Clubchef, Fotoshooting (mit dem Team 38Bildermacher stehen clubeigene Fotografen zur Verfügung), Champagner und Hochzeitspicknick für 1120 US-Dollar, umgerechnet 827 Euro.

Robinson Die deutsche Clubkette, die „Zeit für Gefühle“ verspricht, wurde 1970 gegründet. Mittlerweile hat das Unternehmen 26 Clubs, u.a. in Deutschland, Österreich, der Türkei, Spanien, Portugal, ­Marokko, Ägypten.

Preisbeispiel Eine ­Woche Robinson Club Maldives mit Vollpension (inklusive Tischgetränke zu den Hauptmahlzeiten), Flug und Transfers kostet ab 2299 Euro pro Person im Gartenbungalow. Im reisebüro oder unter www.robinson.com.

Darum lieben wir den Cluburlaub

Eva & Martin aus München

Wir verbringen unsere Flitterwochen auf den Malediven. Und weil wir schon mal im Robinson-Club auf Kreta waren, wussten wir, dass wir hier nichts falsch machen können. Die Mischung aus Ruhe und Action ist für uns genau richtig. Wenn wir Lust haben, spielen wir Beachvolleyball, machen Fitness oder Wassersport oder wir genießen auch einfach nur die Zeit zu zweit. Für uns ist es der absolute Traumurlaub.

Petra & Andreas mit den Söhnen Paul und Mark aus Berlin

Wir sind echte Clubfans und mögen den unkomplizierten Umgang, bei dem jeder jeden duzt. Die Malediven-Reise haben wir uns gegönnt, weil Paul gerade sein Abi bestanden hat und 18 geworden ist. Und ehrlich gesagt: Wenn wir so einen Urlaub im Robinson-Club machen, kommen unsere großen Jungs, die sonst schon eigene ­Wege gehen, liebend gerne noch mit.

Carola & Norbert aus Liechtenstein

Robinson ist für uns Perfektion im Detail. Hier stimmt einfach alles: die Atmosphäre, das erstklassige Essen, die Aktivitäten. In jedem Bereich bekommen wir absolute Top-Qualität. Aber vor allem lieben wir das Family-Gefühl. Du sitzt mit den Mitarbeitern gemeinsam am Tisch, und alle sind voll integriert. Für uns ist es immer wieder so, als würden wir Freunde ­besuchen.

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