Der Elbling wächst am Oberlauf der Mosel, hier wird die Rebsorte noch in größeren Mengen angebaut. 
1 von 7
Der Elbling wächst am Oberlauf der Mosel, hier wird die Rebsorte noch in größeren Mengen angebaut. 
Die Weinbaugemeinde Perl liegt am Oberlauf der Mosel - und das ziemlich idyllisch.
2 von 7
Die Weinbaugemeinde Perl liegt am Oberlauf der Mosel - und das ziemlich idyllisch.
An den sonnigen Hängen von Schloss Berg reifen die Trauben von Weinbauer Karl Petgen (vorne).
3 von 7
An den sonnigen Hängen von Schloss Berg reifen die Trauben von Weinbauer Karl Petgen (vorne).
Winzer Thomas Schmitt kühlt seinen Wein - es sieht so aus, als würde Dampf zu Boden fließen.
4 von 7
Winzer Thomas Schmitt kühlt seinen Wein - es sieht so aus, als würde Dampf zu Boden fließen.
Rostig-braun sehen die Stahlstehlen aus, die in Schengen an das berühmte Abkommen erinnern, das den Namen der kleinen Gemeinde trägt.
5 von 7
Rostig-braun sehen die Stahlstehlen aus, die in Schengen an das berühmte Abkommen erinnern, das den Namen der kleinen Gemeinde trägt.
Schengen an der deutsch-luxemburgischen Grenze steht sinnbildlich für die Europäische Union.
6 von 7
Schengen an der deutsch-luxemburgischen Grenze steht sinnbildlich für die Europäische Union.
Auch die Tochter von Thomas Schmitt, Katharina, hilft im Weinberg mit.
7 von 7
Auch die Tochter von Thomas Schmitt, Katharina, hilft im Weinberg mit. 

Reiseziele Perl und Schengen

Wein und europäischer Geist

Saarländischer Wein gedeiht fast ausschließlich an der Mosel und nicht an der Saar. Im Dreiländereck zu Frankreich und Luxemburg wachsen vor allem Burgundertrauben. Bei Wein- und Wanderfreunden gilt das Weinbaugebiet um Perl und Schengen als Geheimtipp.

Perl - Vom Perler Hasenberg hat der Wanderer einen berauschenden Blick auf das breite Moseltal: Links das französische Apach, rechts das luxemburgische Schengen und die Sicht geht weit darüber hinaus. An den Hängen stehen Weinreben in Reih und Glied. Die Reben gedeihen auch am Oberlauf des Flusses prächtig.

Das Mosel-Tor gilt bei Individualtouristen als Geheimtipp. Denn das Dreiländereck hat Besonderes zu bieten: Die idyllischen Weinberge auf beiden Seiten des Stroms und die angrenzenden Wälder laden zum Wandern ein, Sehenswürdigkeiten gibt es auf allen Seiten der Grenzen in Hülle und Fülle. Und der Weißwein kann sich schmecken lassen.

In der Region ist Europa Alltag. Vor allem in Schengenist das spürbar, im wohl berühmtesten Dorf der EU. Drei rostig-braune Stahlstehlen mit Stern erinnern an der Uferpromenade an die Unterzeichnung des Schengen-Abkommens 1985. Im Museum lässt sich die Geschichte des Abbaus der europäischen Binnengrenzen verfolgen. Und auf drei weiteren Stahlstehlen vor dem Gebäude bekommt jeder Schengen-Staat einen Stern - 26 sind es schon. Ihre Nationalsymbole sind in Bronze gegossen.

Der Europageist steckt auch im Wein. Denn ob auf deutscher, luxemburgischer oder französischer Seite - Klima und Boden sind gleich: "Das ist eine Region, es gibt keine großen Unterschiede im Geschmack", sagt Weinbauer Karl Petgen.

Den Weinbau brachten die alten Römer an die Mosel und kultivierten den Elbling. Das römische Erbe der Region kann man etwa in der schmucken Römischen Villa Borg erkunden.

"Ich habe erst in den 60er-Jahren ganz auf Wein gesetzt", berichtet Werner Schmitt. 1990 übergab der heute 78-Jährige den Betrieb an seinen Sohn Thomas. Er keltert neben den klassischen Trinkweinen eine Prädikatsserie. Im renommierten Weinführer "Gault-Millau" hat er eine Traube als Auszeichnung erhalten.

In seinem in goldgelbes Licht getauchten Keller verrät Schmitt gern sein Geheimnis: "Die Qualität des Weins entsteht im Weinberg. Im Keller geht es eigentlich nur noch um kontrolliertes Nichtstun." Die Grundlage für seine edelsten Tropfen wird schon lange vor der Ernte gelegt: Bereits im Frühsommer schneiden Schmitt und seine Helfer noch unreife Trauben weg. Zwar sinkt der Ertrag, aber umso besser verspricht der Wein zu werden - wenn das Wetter mitspielt. Dann sind sowohl die Winzer glücklich als auch die Wanderer.

Reiseziel: Das Moseltor ist mit 116 Hektar Anbaufläche und nur einer Großlage der kleinste Bereich des deutschen Weinbaugebiets Mosel. In Luxemburg wird vor allem im Miserland entlang der Mosel und seiner Nebenflüsse Wein auf 1274 Hektar angebaut - vor allem Rivaner sowie Burgunder-Sorten.

Reisezeit: Frühjahr bis Herbst.

Anreise: Mit dem Auto: A8 Abfahrt Perl/Borg oder Perl/Besch (aus Richtung Saarbrücken), A13 Abfahrt Schengen (aus Richtung Luxemburg), B419/B407 (aus Richtung Trier). Mit der Bahn: RB Trier/Perl, RB Saarbrücken/Merzig und dann mit dem Bus bis Perl.

Informationen: Tourismus Zentrale Saarland, Franz-Josef-Röder-Str. 17, 66119 Saarbrücken, Tel.: 0681/927200, E-Mail: info@tz-s.de.

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

Touristen in der Türkei: Weit weg vom Traumurlaub

Die, die da sind, sind entspannt. Doch viele Urlauber sind gar nicht erst an die türkische Riviera gekommen. Nach dem Putschversuch und der Verhängung des …
Touristen in der Türkei: Weit weg vom Traumurlaub

Wie die Alpen vor 200 Jahren: Das Wanderwunder von Albanien

Die Berge im Norden Albaniens waren lange ein vergessener Winkel, ärmer noch als der Rest des heruntergewirtschafteten Landes. Doch nun wagen sich immer mehr Touristen …
Wie die Alpen vor 200 Jahren: Das Wanderwunder von Albanien

Festival in St. Wendel: Magie der Straßenzauberei

Seit fast zwei Jahrzehnten verzaubern Straßenmagier aus aller Welt St. Wendel. Das kostenlose Familien-Festival lockt alljährlich Zehntausende Besucher an - einige …
Festival in St. Wendel: Magie der Straßenzauberei

Panoramablick über New York: Parkhügel "The Hills" eröffnet

Seit dem 18. Jahrhundert war Governors Island im Hafen von New York US-Militärbasis. Seit 2003 ist die Insel für die Öffentlichkeit zugänglich und hat sich zum beliebten …
Panoramablick über New York: Parkhügel "The Hills" eröffnet

Kommentare