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Die Säle des Dorotheums in Wien sind eine unerschöpfliche Fundgrube für Sammler.

Wiener Dorotheum: Kaufhaus der Vergangenheit

Es ist so was wie ein riesiges Kaufhaus der Vergangenheit. Vom Schmuck bis zum Barockschrank, das Dorotheum in Wien hat alles.

Im Grand Palais der Pfandhäuser können sich Nostalgiker treiben lassen – und Schnäppchenjäger sofort zuschlagen.

Im Grand Palais der Pfandhäuser können sich Nostalgiker treiben lassen – und Schnäppchenjäger sofort zuschlagen.
Pfandhäuser gehören in der Regel nicht zu den Sehenswürdigkeiten einer Stadt. In Wien schon. Das Dorotheum, ein vierstöckiges neoklassizistisches Palais im historischen Zentrum, lohnt auch einen Besuch, wenn man keinen dringenden Kredit braucht. 1707 von Kaiser Joseph I. als „Versatzund Fragamt“ gegründet, gilt es heute als das größte Auktionshaus im deutschen Sprachraum und eines der führenden weltweit. Ein großzügiges Treppenhaus führt zu den Ausstellungs- und Auktionssälen.

Auf den Auktionen sind auch echte Raritäten wie die Handschuhe der Kaiserin Sisi im Angebot.

 „Das Dorotheum hat über 40 Sparten“, erklärt Pressesprecherin Doris Krumpl, „vom Design über Tribal Art und Oldtimern bis zu historischen Instrumenten.“ Die umsatzstärksten Sparten seien Gemälde sowie historisches Silber und Möbel. Man kann das Dorotheum stundenlang durchstreifen wie ein Museum. Wer Interesse an einem der Stücke hat, muss nicht bis zur nächsten Auktion warten. „Sie können auch direkt kaufen und das Stück mitnehmen“, sagt Hagen Walters. Er ist Sammler und kommt aus Frankfurt. Im Dorotheum ist er regelmäßiger Gast. Heute hat er sich Kerzenleuchter und Lampen geschnappt. „Wir schicken Ihnen die Ware auf Ihre Kosten auch gern zu“, sagt Verkäuferin Gerti.

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Wiener Unterwelten

Manche Räume erinnern an ein Gebrauchtmöbellager. Sitzgarnituren aus den 1920er-Jahren stehen hier neben massiven Barockschränken. Stühle reihen sich meterlang aneinander. Frauen zieht es erfahrungsgemäß vor allem in die Säle des zweiten Stockwerks. In

Dutzenden Vitrinen wird hier Schmuck ausgestellt. Alle Stücke sind im Freiverkauf erhältlich, also sofort mitzunehmen. Als „größten Juwelier Österreichs“ bezeichnet sich die Abteilung selbst. Fast täglich gibt es in einem der 13 Säle Auktionen. Nicht alle sind so spannend wie jene im April 2010, als ein Gemälde des flämischen Malers Frans Francken aus dem Jahr 1633 den Weltrekordpreis von mehr als sieben Millionen Euro brachte. „Die Auktionen sind öffentlich, Zaungäste sind herzlich eingeladen“, sagt Krumpl.

Das Dorotheerkloster, das einst hier im Zentrum Wiens stand, gab dem Dorotheum seinen Namen. In Wien ist er längst zum Synonym für das Pfandhaus an sich geworden.

Die Taschenuhr von Kaiser franz Joseph I.

Die Einheimischen wissen, dass im „Pfandl“ Schnäppchen zu finden sind – aber vor allem dort, wo wenig Touristen hinkommen. In den Bezirken unterhält das Dorotheum zehn Niederlassungen, hinzu kommen weitere in den Bundesländern. Hier spielt sich das tägliche, diskrete Geschäft des Beleihens von hochwertigem Pfand ab. Das Dorotheum wäre keine Wiener Institution, hielte es nicht für müde Schaulustige und Kaufberauschte in der zweiten Etage ein typisches Kaffeehaus bereit. „Im Vergleich zu anderen Cafés in der Innenstadt ist es meist nicht so überlaufen“, sagt Stammgast Walters. Noch so ein Wiener Geheimtipp, der Gold wert sein kann.

Horst Heinz Grimm

DIE REISE-INFOS ZU DOROTHEUM IN WIEN 

STICHWORT Das Dorotheum wurde 1707 von Kaiser Joseph I. gegründet, damals noch unter dem Namen „Versatz- und fragamt zu Wien“ und ist bis heute das größte Auktionshaus für Kunst und Antiquitäten in Mitteleuropa. In die Räume des ehemaligen Dorotheerklosters zog das Unternehmen 1787 ein und heißt seitdem auch Dorotheum. Das Dorotheum hat inzwischen 700 Mitarbeiter und filialen u. a. in Prag, Düsseldorf und München, Brüssel und Mailand.

AUKTIONEN Nächste Termine im Dorotheum Wien: 16. Februar: Moderne und zeitgenössische Kunst. 22. Februar: Historische Waffen. 23. Februar: Briefmarken. 8. März: Jugendstil und Kunsthandwerk des 20. Jahrhunderts. 29. März: Musikinstrumente.

DOROTHEUM CAfe eine Melange zwischen Antiquitäten und Trödel – besser geht’s nicht. Im 2. Stock des Dorotheums befindet sich das Café, mit Süßspeisen, Zeitungen und Katalogen, wie es sich für ein traditionelles Wiener Kaffeehaus eben gehört. Auktionen kann man über Bildschirm und Lautsprecher verfolgen.

Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr, Samstag von 9 bis 17 Uhr. Tel. 0043/1-51560395.

ÖFFNUNGSZEITEN Mo. bis Fr. von 8 bis 18 Uhr, Sa. 9 bis 17 Uhr, Pfand: Mo. bis Fr. 8 bis 15 Uhr.

WEITERE INFOS im Internet: www.dorotheum.com, Tel. 0043/1-51560-0, e-Mail: kundendienst@dorotheum.at.

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