Die Blue Lagoon ist ein Thermalfreibad auf Island, über dem manchmal sogar Nordlichter zu sehen sind. Foto: www.arctic-images.com/Ragnar Th. Sigurdsson
1 von 14
Die Blue Lagoon ist ein Thermalfreibad auf Island, über dem manchmal sogar Nordlichter zu sehen sind.
Am Gletscher Eyjafjallajökull wird das Eis in wirren Formationen aufgeworfen. Wer hier unterwegs ist, braucht einen naturkundigen Profi an seiner Seite. Foto: Julia Wäschenbach
2 von 14
Am Gletscher Eyjafjallajökull wird das Eis in wirren Formationen aufgeworfen. Wer hier unterwegs ist, braucht einen naturkundigen Profi an seiner Seite.
Die Wildnis Islands ist rau, das gilt im Winter umso mehr. Deshalb ist es sinnvoll, einen Guide wie Ingi Thorbjörnsson an der Seite zu haben. Foto: Julia Wäschenbach
3 von 14
Die Wildnis Islands ist rau, das gilt im Winter umso mehr. Deshalb ist es sinnvoll, einen Guide wie Ingi Thorbjörnsson an der Seite zu haben.
Ein Kleinwagen tut es hier nicht: Der schwere Superjeep garantiert das Fortkommen in der unwirtlichen Wildnis des winterlichen Islands. Foto: Julia Wäschenbach
4 von 14
Ein Kleinwagen tut es hier nicht: Der schwere Superjeep garantiert das Fortkommen in der unwirtlichen Wildnis des winterlichen Islands.
Der Superjeep der Reisegruppe steht an einem schwarzen Strand im Südwesten Islands - eine beeindruckende und fast surreale Landschaft. Foto: Julia Wäschenbach
5 von 14
Der Superjeep der Reisegruppe steht an einem schwarzen Strand im Südwesten Islands - eine beeindruckende und fast surreale Landschaft.
Einsam und still liegt das weite Thorsmörk-Tal da, im Hintergrund erhebt sich eine Gebirgskette, die schon fein beschneit wurde. Foto: Julia Wäschenbach
6 von 14
Einsam und still liegt das weite Thorsmörk-Tal da, im Hintergrund erhebt sich eine Gebirgskette, die schon fein beschneit wurde.
Winterliches Refugium: die "Volcano Huts", die nicht mehr bloß Sommergäste empfangen. Die Saison in Island ist kurz, das Land will das ändern. Foto: Julia Wäschenbach
7 von 14
Winterliches Refugium: die "Volcano Huts", die nicht mehr bloß Sommergäste empfangen. Die Saison in Island ist kurz, das Land will das ändern.
Ben Rehn aus Bremen arbeitet als Volunteer bei den "Volcano Huts" im Thorsmörk-Tal. Manchmal ist er dort ganz allein - wenn im Winter an manchen Tagen keine Gäste kommen. Foto: Julia Wäschenbach
8 von 14
Ben Rehn aus Bremen arbeitet als Volunteer bei den "Volcano Huts" im Thorsmörk-Tal. Manchmal ist er dort ganz allein - wenn im Winter an manchen Tagen keine Gäste kommen.

Eisige Schönheit

Winterliches Island - Frostiges Abenteuer in der Wildnis

Wer sich im Winter nach Island traut, muss mit zugeschneiten Wegen und eisigem Wind rechnen. Aber er kann sich auch durch malerische Schneelandschaften und Abenteuer im Superjeep verzaubern lassen.

Reykjavik - Mit bloßen Händen und einer kleinen Schippe buddelt Ingi Thorbjörnsson Löcher in die dicke Schneedecke am Ufer eines dünnen Eisbachs. Vor ihm türmt sich ein Gletscherarm des mächtigen Eyjafjallajökull auf. Hinter ihm, auf der anderen Seite des Wasserlaufs, wartet die Reisegruppe.

Der Isländer streckt den Arm aus und hilft einem nach dem anderen über den kristallklaren Bach, bevor er über die selbstgebauten Treppenstufen durch den tiefen Schnee voranstapft, Richtung Gletscher. "Kommt!"

Allein wären die deutschen Urlauber wohl nicht weiterkommen. Doch weil Ingi ihnen den Weg bahnt, stapfen sie durch den unberührten Schnee zum leuchtend blauen, seidig glatten Eis des Gletschers. Von hier oben kann man in das weite Thorsmörk-Tal und zur schneebedeckten Gebirgskette auf der anderen Talseite blicken.

Im Sommer ist das Tal sattgrün, märchenhaft verwuchert und bei Wanderern beliebt. Jetzt, im Winter, ist es gerade deshalb noch ein bisschen magischer, weil es so einsam ist. "Vor allem die Deutschen verstehen nicht, wie schön Island im Winter sein kann", sagt Thorbjörnsson, der Touristen schon seit Jahrzehnten seine Heimat näherbringt. Während zwischen Juni und August Hunderttausende auf die Insel strömen und Wohnmobile wie Unterkünfte rasend schnell ausgebucht sind, sind Campingplätze, Hotels und Restaurants in der dunklen Jahreszeit verlassen - und oft auch geschlossen.

Der Tourismusverband Promote Island will, dass Urlauber auch im Winter nach Island kommen. Das Geschäft mit den Urlaubern ist zum wichtigsten Wirtschaftszweig noch vor dem Fischfang aufgestiegen. Davon sollen die Inselbewohner auch im Winter profitieren.

Doch wer über verschneite Geröllpisten brettern und Eispfützen durchqueren will, braucht Allradantrieb. Vielerorts sogar einen Superjeep, einen umgebauten Geländewagen, wie ihn Thorbjörnsson fährt. Damit ist man ganz schnell draußen in der Wildnis.

Für so eine "Grenzerfahrung", wie der Reiseleiter sie augenzwinkernd nennt, ist es allerdings gut, jemanden dabei zu haben, der sich auskennt. "Man kann nie wissen, wo Gefahren lauern." Im Tiefschnee sind weder Wege noch die tückischen Eispfützen erkennbar. Wer nicht aufpasst, bricht ein und steckt fest. "Aber wir haben ja ein paar Leute, die schieben können", scherzt Ingi.

Mitten in der scheinbar endlosen Schneelandschaft taucht plötzlich eine Ansammlung kleiner Hütten auf. Weiche Ohrensessel und eine warme Suppe erwarten die Besucher der "Volcano Huts" an der Wanderstrecke Laugavegur. Im Sommer ist hier Hochbetrieb, erzählt Ben Rehn aus Bremen, der in den Hütten als Freiwilliger arbeitet. Seit zwei Jahren versuchen die Betreiber, das Geschäft im Winter aufrechtzuerhalten. Bislang ist allerdings bei weitem nicht so viel los wie im Sommer. "An manchen Tagen kommt auch keiner", sagt Rehn.

Die Hotel-Infrastruktur auf der Insel voranzubringen, hat sich der frühere isländische Fußballnationalspieler Hermann Hreidarsson zur Aufgabe gemacht. Im Juni 2014 hat er in Hella an der  Touristenroute Golden Circle sein Hotel "Stracta" eröffnet - mit 122 Zimmern, Whirlpools und Saunen. Rund um die Insel will der 41-Jährige in den nächsten Jahren drei bis vier weitere aufmachen.

Um Urlauber auch im Winter anzulocken, sind die Übernachtungen dann rund 30 Prozent günstiger. "Wir versuchen, den Menschen das richtige Island im Winter zu zeigen - mit der Kälte, dem Eis, dem Wind und dem Schnee", sagt Hreidarsson. "Es ist ein Erlebnis."

Auch interessantDas Nordlicht Islands im Zeitraffer-Film.

Reise-Infos

Anreise: Mit dem Flugzeug von mehreren deutschen Flughäfen mit Air Berlin, Iceland Air, Lufthansa oder Wow Air zum internationalen Flughafen Keflavik, rund 50 Minuten von Reykjavik entfernt. Von dort weiter mit dem Reisebus oder Mietwagen.

Reisezeit: Hochsaison ist zwischen Juni und August. Island ist ein klares Sommerziel. Im Winter trauen sich bisher nur wenige Reisende auf die Insel. Dort haben in der kalten Jahreszeit viele Hotels und Unterkünfte geschlossen. Reisende sollten sich also genau informieren, welche Einrichtungen geöffnet sind.

Währung und Preise: In der Nebensaison im Winter sind die Preise bis zu 40 Prozent niedriger als in der Hochsaison im Sommer. Ein Euro entspricht etwa 140 Isländischen Kronen (Stand: November 2015).

Sicherheitshinweis: Viele Reisende unterschätzen das Wetter auf Island. Reisende sollten sich - zumal im Winter - auf das kalte Klima vorbereiten und geeignete Ausrüstung dabei haben. Wanderer und Camper hinterlegen am besten immer bei Dritten ihre geplante Route, um im Notfall leichter gefunden werden zu können. Dies ist zum Beispiel auf der Webseite des isländischen Rettungsdienstes ICE-SAR oder auf Safetravel möglich.

Informationen:

Promote Iceland, Sundagardar 2, IS-104 Reykjavik (Tel. 003 54/511 40 00, E-Mail: info@promoteiceland.is.

dpa/tmn

Mehr zum Thema

Meistgesehene Fotostrecken

Magenta ohne Morphine: Wandern zwischen Mohn und Märchen

Einmal im Jahr können Urlauber im Norden Hessens die Mohnblüte erleben - freilich ohne davon high zu werden. Berauschend ist allein das Farbenspiel. Und um sich …
Magenta ohne Morphine: Wandern zwischen Mohn und Märchen

Mit beheiztem Badezuber: Berghütten bieten mehr Komfort

Der Anspruch der Gäste in den Alpen steigt. Berghütten müssen heute mehr bieten als Massenlager und Würstel-Suppe. Der Trend geht zu Komfort und moderner Haustechnik. …
Mit beheiztem Badezuber: Berghütten bieten mehr Komfort

Leben wie die Pioniere: Im kanadischen Fort St. James

Im kanadischen Fort St. James können Besucher den Spuren der frühen Trapper und Pelzhändler folgen - und sogar in einem historischen Fort der Hudson's Bay Company …
Leben wie die Pioniere: Im kanadischen Fort St. James

Langsamkeit genießen: Hausbooturlaub auf dem Canal du Midi

Es war ja klar, dass die Radler auf dem Uferweg schneller sind. Aber die Jogger auch? Daran muss man sich als Hausbootkapitän erstmal gewöhnen. Eine Reise auf dem Canal …
Langsamkeit genießen: Hausbooturlaub auf dem Canal du Midi

Kommentare