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Mehr Frühbucher, steigende Nachfrage nach Kreuzfahrten und die Tendenz zum Luxus: Das sind die Urlaubstrends 2015.

Mehr Luxus...

So wird das Reisejahr 2015

Mehr Frühbucher, steigende Nachfrage nach Kreuzfahrten und die Tendenz zum Luxus: Das sind die Urlaubstrends, die der Deutsche Reiseverband für das kommende Jahr ausmacht. Was 2015 sonst so bringt – ein Überblick.

Der frühe Vogel

Die Entscheidung, wohin die Reise geht, fällt inzwischen bis zu sechs Monate im Voraus, erklärte der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), Norbert Fiebig, gerade auf der Jahrestagung. Wenn im Januar die hohen Frühbucherrabatte von bis zu 40 Prozent auslaufen, werden deutlich über die Hälfte aller Sommerurlaube gebucht sein. Im Reisebüro habe sich der Anteil der Frühbucher im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent erhöht, Tendenz steigend, sagt Fiebig. Parallel verliert Last Minute immer mehr Marktanteile.

Mehr Klasse als Masse

Die Kunden geben immer mehr Geld für ihren Urlaub aus. Besonders stark wurden qualitativ hochwertige Angebote nachgefragt. In der oberen Preisklasse mit Ausgaben in Höhe von mindestens 3000 Euro pro Kopf gibt es einen Zuwachs von mehr als zehn Prozent.

Der Trend zu Meer

Der Trend zu Kreuzfahrten hält an. Das Wachstum liegt laut DRV im zweistelligen Prozentbereich und damit deutlich über den zwei Prozent, die der gesamte Reiseveranstaltermarkt verzeichnet. Auch in diesem Winter zeichne sich ab, dass Kreuzfahrten erneut überdurchschnittlich stark nachgefragt würden, so Fiebig. Nach Analyse des Online-Portals E-Hoi geben Kreuzfahrer im Schnitt 1266 Euro für eine einwöchige Seereise aus.

Fernreisen deutlich günstiger

Für die USA sinken die Preise, etwa bei den Marken der DER Touristik Frankfurt im Schnitt um drei bis fünf Prozent, in Kanada sind es sogar bis zu zehn Prozent. Möglich macht das ein günstiger Dollar. „Die Devisensituation hat einen großen Einfluss auf die Verkaufspreise“, sagt Michael Frese, Geschäftsführer der DER Touristik. Ebenfalls günstiger werden Südafrika (minus sieben Prozent) sowie Thailand, Bali und China (minus fünf Prozent). Die Karibik sowie Mittel- und Südamerika bleiben unverändert, erklärte der Veranstalter.

Europa-Reisen teurer

Europa wird teurer, manche Veranstalter wie ITS und Jahn Reisen vermelden gleichbleibende Preise. In Deutschland, Österreich, Tschechien und Kroatien steigen die Preise im Schnitt um ein Prozent, in Italien, Frankreich und Polen um zwei Prozent. TUI vermeldet für Spanien einen Preisanstieg um zwei Prozent.

Die Karibik boomt

Kuba, die Dominikanische Republik und Mexiko haben dem DRV zufolge die höchsten Zuwachsraten auf der Fernstrecke. Bei Dertour, Meier’s Weltreisen und ADAC Reisen verbuchen die Sonneninseln sogar ein Plus von 34 Prozent.

Die Rückkehrer

„Die Deutschen haben es einfach vermisst“, sagt René Herzog von der DER Touristik zum Comeback der hellenischen Inselwelt. Griechenland ist eines der am stärksten gebuchten Ziele für den Sommer 2015. TUI bietet zehn Prozent mehr Flugkapazitäten an. Das Buchungsniveau habe mittlerweile Vorkrisenniveau erreicht und werde wahrscheinlich noch weiter wachsen. Auch das krisengebeutelte Tunesien erzielte einen satten Zuwachs von 70 Prozent. „Tunesien ist wieder zurück“, ist DER Touristik-Geschäftsführer Michael Frese überzeugt. Für den kommenden Sommer rechnen alle Veranstalter nun auch mit einer Rückkehr Ägyptens auf die touristische Landkarte. Bei der TUI will man dafür gerüstet sein und erhöhte die Flugkapazitäten um fast 50 Prozent. FTI legte einen eigenen Katalog für Nilkreuzfahrten auf. Für noch Unentschlossene werden Sorglos-Garantien angeboten. Bei Öger Tours können Frühbu-cher ihre Ägyptenreise bis zu sechs Wochen vor Reiseantritt kostenlos umbuchen, bei FTI sogar bis zu vier Wochen davor.

Die Spitzenreiter

Spanien bleibt das beliebteste Mittelmeerziel. Bei Jahn Reisen verzeichnet man aber auch wieder eine steigende Nachfrage nach Italien und erweiterte das Angebot entsprechend.

Internet-Hotelkonzepte

Neckermann hatte mit seinen Sunconnect-Hotels schon im vergangenen Sommer den Startschuss gegeben, DER Touristik zieht jetzt mit Cooee nach. In der Sprache der australischen Ureinwohner bedeutet der Begriff soviel wie: „Ich bin hier, wo bist du?“ Das gleichnamige Hotelkonzept richtet sich an Urlauber, die sicher Anschluss finden wollen. Das heißt, das Internet sowohl für den Kontakt am Urlaubsort untereinander als auch für die Verbindung nach Hause uneingeschränkt nutzen wollen. Jedes Cooee-Hotel verfügt über kostenfreies Highspeed-Internet und USB-Anschlüsse in allen Zimmern. Es gibt die Hotels ab Sommer in der Türkei, in Ägypten, Griechenland, Tunesien, Bulgarien und auf Ibiza.

Flexible Reisebausteine

Marktführer TUI ließ es sich bei der Vorstellung seiner Sommerkataloge für 2015 nicht nehmen, gleich eine neue Epoche des Tourismus auszurufen: „Die Masse wird individuell“, lautet das Motto für die Zukunft des Urlaubs. Doch statt großer Revolution präsentierte der Veranstalter viele kleine Änderungen: das Konzept „Design Your Day“ mit flexiblen Reisebausteinen in zunächst elf Ländern, mehr Wahlmöglichkeiten bei Mietwagen-Rundreisen, auf Wunsch ein Late-Check-out, mehr eigene Konzepthotels.

Kataloge werden erlebbar

Vom Papier aufs Smartphone: ITS richtet seine Sommerkataloge stärker auf Handynutzer aus. Der Family-Katalog wird um digitale Zusatzinformationen erweitert. Mit einer kostenlosen App können per Smartphone oder Tablet virtuelle Elemente wie Bildergalerien oder Zimmerskizzen abgerufen werden.

ITS-Kunden können in Zukunft ihr mobiles Gerät über die entsprechend gekennzeichneten Katalogseiten halten und so die multimedialen Inhalte abrufen. Auch tagesaktuelle Preise lassen sich über die App abfragen. Ein ähnliches Konzept hat auch Thomas Cook. Mit der App „Travel Insight“ scannt der Kunde Hotelbilder aus den Katalogen ein und bekommt zusätzliche Bilder, Videos oder Karten. Zunächst werden 250 Anlagen mit dem Programm verknüpft.

Bei TUI sollen in den Reisebüros Touchpads zum Einsatz kommen, mit denen sich Urlauber über Hotels und Ziele informieren können.

Neue Billigmarken

Gleich zwei Veranstalter führen zum Winter eine neue Billigmarke ein. Olimar startet Olimar Outlet für den preisorientierten Kunden. Einen Katalog gibt es dafür nicht. Olimar Outlet verkauft in erster Linie über die Buchungssysteme der Reisebüros. Zum Start finden sich dort vor allem Drei- und Vier-Sterne-Hotels an der Algarve und auf der Atlantikinsel Madeira.

Die Pauschalreiseveranstalter von DER Touristik haben einen neuen Veranstalter namens Travelix kreiert, der vor allem Reisen zu tagesaktuellen Preisen anbietet und die bisherige Preiswertmarke Tjaereborg ersetzen wird. Zu buchen sind bei Travelix vor allem gängige Strandurlaubsziele wie Mallorca, die Türkei, Griechenland oder Tunesien, aber auch Fernreisen nach Asien oder in die Karibik sowie Städtereisen. Auch bei Travelix verzichtet man auf Kataloge, Die Marke ist nur im Netz vertreten und buchbar.

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Die Fristen für Frühbucher

2014 war ein Frühbucherjahr. Allein bei Thomas Cook und Neckermann gab es für 60 Prozent der Buchungen einen Frühbucherrabatt. Das soll auch 2015 so bleiben, denn das Konzept erleichtert den Reiseveranstaltern die Planung. Allerdings sind die Gültigkeitsfristen für Frühbucherrabatte von Veranstalter zu Veranstalter unterschiedlich.

Bei Thomas Cook sind es 25 Prozent, die der Frühbucher-Extra-Plus-Bonus bei Hotelnächten einsparen hilft, wenn die Buchung bis zum 28. Februar 2015 erfolgt. Wer zudem seine Pauschalreise bis 31. Januar bucht und sich für einen Condorflug entschieden hat, profitiert noch einmal von einem Premium Economy Bonus von bis zu 100 Euro.

Bei FTI gelten die Top-Frühbucher-Ermäßigungen von bis zu 35 Prozent für Buchungen bis 31. Januar, bis zu 20 Prozent Super-Frühbucher-Ermäßigungen erhalten Urlauber bis 30. April.

Bei TUI können Frühbucher im Sommer 2015 in 3692 Hotels bis zu 35 Prozent pro Person und Nacht sparen. Dies gilt bei einer Buchung bis Ende Februar 2015 und einem Mindestaufenthalt von sieben Tagen. Wer bis 31. Januar eine Pauschalreise bucht, kann zusätzlich bis zu 70 Euro sparen, wenn Hin- und Rückflug mit TUIfly durchgeführt werden.

Mit Turbofrühbucherrabatten können Gäste von ITS und Jahn Reisen bis 28. Februar bis zu 35 Prozent sparen, weitere Frühbucherrabatte gelten bis 30. April 2015. Bei Fernreisen gibt es außerdem den „rollenden“ Frühbucherrabatt, der an das Reisedatum gekoppelt ist. Das heißt, man profitiert auch bei Buchung 60, 40 oder 30 Tage vor dem Urlaub noch von Ermäßigungen, die dann entsprechend absteigend gestaffelt sind. Bei Rundreisen auf der Fernstrecke erhalten Gäste von ITS und Jahn Reisen im Sommer 2015 einen exklusiven Frühbuchervorteil von 100 Euro bei Buchung bis 30 Tage vor Abreise. Noch mehr sparen kann, wer Frühbucherrabatte mit Langzeitvorteil sowie Senioren- oder Spartipps kombiniert.

Simone F. Lucas/srt

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